Der Kodex, Kap. 27, gilt in ganz Antigua und Barbuda und erfasst auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Ein Arbeitsverhältnis kann ausdrücklich oder stillschweigend, mündlich oder schriftlich entstehen; auch Lehrverträge und eine geregelte Probezeit sind erfasst. Schutz besteht unter anderem vor Benachteiligung wegen Rasse, Hautfarbe, Glaubensbekenntnis, Geschlecht, Alter oder politischer Meinung. Frauen haben Anspruch auf gleichen Lohn. Nichtstaatsangehörige benötigen für eine Beschäftigung grundsätzlich das vorgeschriebene Verfahren für eine Arbeitserlaubnis. Die regelmäßige Arbeitszeit ist auf 8 Stunden pro Tag und 48 Stunden pro Woche begrenzt. Beschäftigte haben innerhalb von sieben Tagen Anspruch auf mindestens 24 zusammenhängende Ruhestunden. Unter Berücksichtigung gesetzlicher Ausnahmen oder ministerieller Anordnungen gelten grundsätzlich Grenzen von 12 Stunden innerhalb von 24 Stunden und 72 Stunden innerhalb von 168 Stunden. Überstunden müssen mit mindestens 150 Prozent des Grundlohns vergütet werden. Arbeit an einem Feiertag führt zu Feiertagsvergütung plus mindestens weiteren 150 Prozent des Grundlohns je Stunde; Beschäftigte in wesentlichen Diensten können nach den geltenden Sonderregeln zur Arbeit verpflichtet werden. Der Mindestlohn beträgt seit dem 1. April 2026 EC$11,50 pro Stunde. Trinkgelder dürfen nicht zur Erfüllung des Mindestlohns angerechnet werden. Ein Lohnzahlungszeitraum darf höchstens einen Monat betragen. Abzüge sind nur zulässig, wenn sie gesetzlich angeordnet oder anderweitig erlaubt sind; insgesamt sind sie grundsätzlich auf ein Drittel des Bruttolohns begrenzt und müssen zusammen mit einer Abrechnung ausgewiesen werden. Arbeitgeber müssen den geltenden Mindestlohn am Arbeitsplatz aushängen. Der gesetzliche Jahresurlaub beträgt mindestens 12 Tage. Im Krankheitsfall haben Beschäftigte grundsätzlich innerhalb von 12 Monaten Anspruch auf bis zu 12 bezahlte Krankheitstage, wobei Vertrag, Beschäftigungsstatus und Nachweise relevant sein können. Nach mindestens zwölf ununterbrochenen Beschäftigungsmonaten beträgt der Mutterschaftsurlaub mindestens 14 Wochen. Während dieses Urlaubs zahlt der Arbeitgeber 40 Prozent des Grundlohns; der Antigua and Barbuda Social Security Board (ABSSB) zahlt grundsätzlich 60 Prozent des durchschnittlichen versicherbaren Wochenverdienstes für höchstens 13 Wochen, wenn gewöhnlich 26 Beitragswochen erfüllt wurden. Das Zusammenspiel der Änderungen des Kodex aus dem Jahr 2022 mit der Sozialversicherung kann daher zu einer Einkommenslücke von etwa einer Woche führen. Die Recherche ergab keinen gesetzlichen Vaterschaftsleistungsanspruch; eine Kollektivvereinbarung kann zusätzliche Leistungen vorsehen. Der ABSSB verwaltet die obligatorische Sozialversicherung über die Lohnabrechnung. Die zuletzt veröffentlichten Beitragssätze für 2025 betragen 16 Prozent im privaten Sektor, 15 Prozent im öffentlichen Sektor und 10 Prozent für Selbstständige; die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei EC$6.500 pro Monat. Arbeitgeber überweisen die Beiträge innerhalb von 14 Tagen nach Monatsende. Bei verspäteter Zahlung fällt ein Zuschlag von 10 Prozent an. Die Krankheitsleistung gilt für Beschäftigte des privaten Sektors ab dem 16. Lebensjahr bis zum Rentenalter, wenn eine ärztlich bescheinigte Krankheit, 26 Beitragswochen und acht Beschäftigungswochen in den letzten drei Kalendermonaten vor der Erkrankung vorliegen und der Antrag innerhalb von 21 Tagen eingereicht wird. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und gesetzlich erfasste Beschäftigte sind von dieser Leistung ausgeschlossen. Die Labour Department (Arbeitsbehörde) überwacht Hygiene, Sanitäreinrichtungen, Belüftung, Beleuchtung, Temperatur, Fluchtwege, Maschinen, Gebäude, Trinkwasser und weitere Sicherheitsanforderungen. Arbeitsinspektoren dürfen Arbeitsplätze besichtigen und erforderliche Unterlagen prüfen. Kinder dürfen grundsätzlich nicht in landwirtschaftlichen oder industriellen Betrieben oder auf Schiffen beschäftigt werden; Ausnahmen für Familien und Jugendorganisationen sowie besondere Regeln für Personen unter 18 Jahren, insbesondere zur Nachtarbeit, hängen von den Umständen ab. Die Verfassung schützt die Vereinigungsfreiheit. Eingetragene Gewerkschaften dürfen als Verhandlungspartner auftreten und Kollektivvereinbarungen abschließen. Das Gesetz schützt vor gewerkschaftsfeindlicher Benachteiligung und regelt Streiks und Aussperrungen. Für wesentliche Dienste gelten besondere Einschränkungen; dort ist für einen Streik eine Ankündigungsfrist von 21 Tagen erforderlich. Während eines laufenden Streitverfahrens ist ein Streik oder eine Aussperrung nicht zulässig. Arbeitsstreitigkeiten beginnen häufig intern oder mit Unterstützung einer Gewerkschaft. Die Arbeitsbehörde oder der Labour Commissioner (Arbeitskommissar) kann anschließend schlichten und vermitteln. Je nach Verfahren kann ein entscheidender Beamter, das Labour Board, das Arbitration Tribunal oder das Board of Review eine Entscheidung treffen. Ein Anspruch auf Abfindung wird beim Arbeitskommissar eingereicht; auch eine Beschwerde wegen ungerechtfertigter Kündigung wird dort eingereicht. Das Formular C62 dient dazu, innerhalb von 20 Tagen eine Einigung zu erzielen. Scheitert die Einigung, folgen eine Anhörung und gegebenenfalls ein Verfahren vor dem Industrial Court (Arbeitsgericht) nach Kap. 214. Das Gericht entscheidet über Arbeitsstreitigkeiten, kollektive Maßnahmen und ungerechtfertigte Kündigungen nach Billigkeit und gerechten Grundsätzen. Gerichtsgebühren und die aktuelle Verfahrensdauer konnten nicht zuverlässig festgestellt werden. Bei schwerem Fehlverhalten kann eine Kündigung ohne vorherige Kündigungsfrist erfolgen. Während der Probezeit beträgt die Mindestkündigungsfrist 24 Stunden. Nach der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist mindestens den Lohnzahlungszeitraum und höchstens 30 Tage, sofern der Vertrag keine längere Frist vorsieht; eine Zahlung anstelle der Arbeit während der Kündigungsfrist ist möglich. Nach der Probezeit darf ein Arbeitgeber nicht ohne triftigen Grund kündigen. Eine betriebsbedingte Beendigung (Redundancy) ist eine Form der Beendigung aus betrieblichen Gründen. Nach mehr als einem Beschäftigungsjahr kann ein Abfindungsanspruch entstehen, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis wegen Redundancy beendet oder ein Unternehmen an einen Nachfolger verkauft wird. Das gesetzliche Minimum beträgt den Betrag eines Tages des zuletzt geltenden Grundlohns für jeden Beschäftigungsmonat oder wesentlichen Teil eines begonnenen Monats. Die Arbeitsbehörde und der Arbeitskommissar befinden sich an der Kreuzung von Long Street und Thames Street in St. John's. Das Arbeitsgericht tagt im Woods Centre an der Friars Hill Road. Diese Informationen entsprechen dem Stand der Recherche vom 5. September 2026; aktuelle Veröffentlichungen im Amtsblatt, der Arbeitsvertrag, eine Kollektivvereinbarung und besondere Anordnungen können im Einzelfall zu anderen Ergebnissen führen.
Arbeitsrecht in Antigua und Barbuda
Das Arbeitsrecht in Antigua und Barbuda basiert hauptsächlich auf dem Arbeitsgesetzbuch (Labour Code) und regelt Arbeitsverträge, Arbeitszeiten, Löhne, Urlaub, Schutzvorschriften, Gewerkschaften, Streitigkeiten und Kündigungen. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. April 2026 EC$11,50 pro Stunde. Für Arbeitszeiten, Mutterschaft, Sozialversicherung und Beendigung gelten besondere gesetzliche Regeln; Arbeitsverträge und Kollektivvereinbarungen können zusätzliche Rechte vorsehen.
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