Antigua verbindet vulkanische Hochländer im Südwesten, wobei der Boggy Peak bis zu 402 Meter erreicht, mit zentralen Ebenen, hügeligem Kalksteingebiet im Norden und Osten, Höhlen, Ghauts, Feuchtgebieten und Küstenlebensräumen. Barbuda ist eine flache Korallenkalkinsel mit Hochlagen unter 40 Metern, der Codrington Lagoon und einer vorgelagerten Strandbarriere. Redonda ist eine unbewohnte vulkanische Nebeninsel. Zu den Lebensräumen gehören immergrüne und trockene xerophytische Wälder, Buschland, Grasland, Wassereinzugsgebiete, Mangroven, krautige Sümpfe, Salzseen, Korallenriffe, Seegraswiesen, Strände und Meeresgebiete. Diese Natur unterstützt Fischerei, Ernährungssicherheit, Tourismus, Vogelbeobachtung, Wandern, Schnorcheln und Tauchen. Gleichzeitig entstehen Nutzungskonflikte durch Küstenentwicklung, Überfischung, Sandabbau, Rodung, Viehweide, invasive Arten und Eingriffe zur Anpassung an den Klimawandel. Die Umweltbehörde (Department of Environment) entwickelt die nationale Umweltpolitik und arbeitet zu Biodiversität, Wildtieren, Feuchtgebieten, Schutzgebieten, Forstwirtschaft, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Daten, Bildung und Beschwerden. Die Nationalparkbehörde (National Parks Authority) verwaltet Nationalparks sowie deren natürliche, physische, ökologische und historische Ressourcen. Die Fischereidivision (Fisheries Division) überwacht gemeinsam mit dem obersten Fischereibeamten (Chief Fisheries Officer) die Meeresressourcen. Auf Barbuda haben der Barbuda-Rat (Barbuda Council) und der Barbuda Senior Fisheries Officer zusätzliche Zuständigkeiten für das Küsten- und Fischereimanagement. Das Gesetz zum Schutz und zur Bewirtschaftung der Umwelt (Environmental Protection and Management Act, EPMA) von 2019 bildet eine zentrale Grundlage für den Naturschutz. Anhang IX schützt Wildtiere, darunter alle heimischen Vogelarten, Meeressäugetiere, Fledermäuse und Meeresschildkröten. Beispiele sind die Antigua racer snake, der Barbuda Warbler, der Antigua Broad-winged Hawk, die Hawksbill Turtle, die Green Turtle, die Leatherback Turtle, der Magnificent Frigatebird und mehrere Reptilien auf Redonda. Die Umweltbehörde ist die CITES-Verwaltungsbehörde (CITES Management Authority). Die CITES Appendices I–III Order 2025 ist seit dem 30. Juni 2025 in Kraft. Zu den ausgewiesenen Schutzgebieten gehört der Codrington Lagoon National Park, der zugleich ein Ramsar-Gebiet (Ramsar site) ist. Ein Ramsar-Gebiet ist ein international anerkanntes Feuchtgebiet; die Codrington Lagoon umfasst ungefähr 3.600 Hektar und wurde am 2. Juni 2005 ausgewiesen. Das National Marine Managed Area (NEMMA) besteht seit 2005 und umfasst ungefähr 77,7 Quadratkilometer Meeresfläche. Weitere Beispiele sind der Nelson's Dockyard National Park, der Boggy Peak National Park und das gemeinschaftlich verwaltete Wallings Nature Reserve mit 680 Hektar. Für das Redonda Ecosystem Reserve ist eine geplante oder vorgeschlagene Ausweisung dokumentiert; daraus darf kein bestätigter rechtlich wirksamer Status abgeleitet werden. Ein Schutzgebiet kann durch Ministerial Order ausgewiesen werden und Managementplanung sowie IUCN-Kategorien umfassen. Für Crown Land gehören Konsultationen, die Beteiligung des Barbuda-Rats, eine öffentliche Bekanntmachung und mindestens 30 Tage für Stellungnahmen zum Verfahren. Auf Privatland werden Eigentümer, Nachbarn, Gemeinschaften und Nichtregierungsorganisationen einbezogen. Sperrgebiete sowie zeitliche oder tätigkeitsbezogene Beschränkungen sollen vor Ort ausgeschildert werden. Für Projekte mit möglichen Umweltauswirkungen führt die Umweltbehörde ein UVP-Register (EIA Registry). Die Umweltverträglichkeitsprüfung (environmental impact assessment) wird online und während einer Einsichtnahme in einem Büro mindestens zwei Wochen lang zugänglich gemacht. Nach einem entsprechenden Antrag veröffentlicht die Umweltbehörde ihre Feststellungen innerhalb von höchstens 30 Tagen. Die abschließende Entscheidung trifft der Chief Town and Country Planner. Geschützte Wildtiere dürfen weder entnommen noch gestört werden. Für die Entnahme oder Nutzung von Meeresflora, Meeresfauna und Korallen ist eine schriftliche Genehmigung des zuständigen Fischereibeamten erforderlich. Auf Barbuda ist ab einem Alter von 16 Jahren eine Sondergebietsgenehmigung (Special Area Permit) für die Fischerei erforderlich; Personen unter 16 Jahren dürfen ohne diese Genehmigung Freizeitfischerei betreiben, wenn sie alle Regeln einhalten. Eine Genehmigung für örtliche Fischer gilt zwei Jahre, während eine Genehmigung für nicht ansässige Sport- oder Freizeitfischer eine Woche und höchstens für die Dauer des rechtmäßigen Aufenthalts gilt. Gebühren sind im maßgeblichen Anhang festgelegt; die aktuellen Gesamtbeträge wurden nicht zentral überprüft. Der Rat kann Bedingungen und Fang- oder Aufwandsgrenzen festlegen; eine Aussetzung oder ein Widerruf ist möglich, und gegen eine Entscheidung kann innerhalb von 21 Tagen Berufung eingelegt werden. Auf Barbuda ist das Fangen und Besitzen von Papageifischen und Seeigeln verboten. Haifischfang ist dort nur Einwohnern zur traditionellen Nutzung erlaubt; die Ausfuhr von Haifischflossen ist verboten. Große Conch-Schalen müssen an Land oder an zertifizierten Entsorgungsstellen abgegeben werden. Die Schonzeit für Langusten dauert vom 1. Mai bis zum 30. Juni; zusätzlich gelten Mindestgrößen: 95 Millimeter Panzerlänge, 680 Gramm Gesamtgewicht oder 200 Gramm Schwanzgewicht. Für Queen Conch gilt eine Schonzeit vom 1. Juli bis zum 31. August, für Nassau Grouper, Red Hind und Coney vom 1. Januar bis zum 31. März und für Papageifische vom 1. Mai bis zum 31. Juli. Schildkröten, Eier und Nester dürfen weder entnommen noch gestört werden. Die Umweltbehörde hat eine Grüne Karte (Green Card) für den Zugang zu bestimmten Naturgebieten angekündigt; ihr Umsetzungsstatus ist nicht abschließend bestätigt. Ein allgemeiner Zugang ist für die Victoria Park Botanical Gardens, den Codrington Lagoon National Park und den Boggy Peak National Park vorgesehen. Die NPA gibt Öffnungszeiten und Sperrgebiete vor Ort bekannt. Für kommerzielle Foto-, Video- oder Filmproduktionen in Nationalparks ist eine Vereinbarung mit der NPA erforderlich. Dokumentierte Beispiele für NPA-Führungen sind Rum in the Ruins für 25 US-Dollar oder 65 EC-Dollar sowie Clarence House für 20 US-Dollar oder 50 EC-Dollar; allgemeine Parkgebühren wurden nicht vollständig überprüft. Naturbezogene Bildung gehört zum Aufgabenbereich der Umweltbehörde und findet durch Schulunterricht, Medien und öffentliche Aktivitäten zur Umweltbildung statt. Die Environmental Awareness Group bietet unter anderem Ausflüge, das Floating Classroom, Vorträge über gefährdete Arten und freiwilliges Monitoring an. Formale sowie gemeinschafts- oder NGO-basierte Zugangsformen bestehen nebeneinander; eine landesweit verpflichtende Qualifikation oder ein einheitlicher Anspruchsweg für Naturbildung wurde nicht dokumentiert. Antigua und Barbuda sind zwischen Juni und November besonders tropischen Stürmen und Hurrikanen, Sturmfluten, Küstenüberflutungen, Wellenschlag, Dürre, Hitze, geringen Niederschlägen, marinen Hitzewellen, Meeresspiegelanstieg, Stranderosion, Salzwasserintrusion, Erdbeben und Tsunamis ausgesetzt. Die Umweltbehörde stellt eine Klimarisikokarte zu Zyklonwind, Sturmflut, Dürre, marinen Hitzewellen und Meeresspiegelanstieg bereit. NODS koordiniert die Vorbereitung auf mehrere Gefahren, während der Wetterdienst (Meteorological Service) Wetter- und Klimadaten sowie Warnungen bereitstellt. Beschwerden über Umweltprobleme können über das Umweltbeschwerdeformular der Umweltbehörde eingereicht werden.
Natur in Antigua und Barbuda
Die Natur von Antigua und Barbuda umfasst vulkanische Hochländer, Kalksteinlandschaften, Höhlen, Feuchtgebiete, Mangroven, Korallenriffe, Seegraswiesen und Küstengewässer. Sie bietet geschützten Arten Lebensraum und unterstützt Fischerei, Ernährung, Tourismus und Erholung. Schutz, Zugang, Nutzung und Gefahren unterscheiden sich je nach Insel und Ort.
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