Die Naturräume Boliviens reichen von den Anden, dem Altiplano und der Puna über die Yungas und Bergwälder bis zu Amazonía und den östlichen Tiefländern. Zu den Lebensräumen im Tiefland gehören die Savanne von Beni, der bosque chiquitano, das Pantanal und der trockene Chaco. Flüsse, Seen, Salzlagunen und hochandine bofedales ergänzen diese ökologischen Systeme. Bekannte Schutzgebiete sind Madidi, Noel Kempff Mercado, Amboró, Sajama, Eduardo Avaroa, TIPNIS, Otuquis und Torotoro. Der nationale Schutz ist im Sistema Nacional de Áreas Protegidas, kurz SNAP, organisiert. SERNAP arbeitet unter dem Umweltministerium MMAyA; je nach Gebiet übernehmen außerdem DGBAP, Departamentos, Gemeinden sowie indigene und lokale Gemeinschaften Verantwortung. Der PEI 2025 führt 22 nationale Schutzgebiete mit insgesamt etwa 170.047 Quadratkilometern beziehungsweise 16,63 Prozent der Fläche Boliviens auf. Außerdem verzeichnet er 42 subnationale Schutzgebiete mit etwa 13 Prozent der Landesfläche; Schutzgebiete bedecken zusammen etwa 29 Prozent. TIOC, indigene Territorien mit eigener politischer und kultureller Organisation, umfassen etwa 20 Prozent; Schutzgebiete und TIOC zusammen etwa 48 Prozent. Die Zahlen unterscheiden sich je nach Register und Zählmethode: Eine öffentliche Mitteilung von SERNAP vom April 2026 führt 23 Gebiete auf, eine FAQ 24. Wenn eine Entscheidung von der genauen Anzahl abhängt, ist daher das aktuelle Register für das betreffende Gebiet maßgeblich. Schutzgebiete können als Parque Nacional, Reserva oder ANMI ausgewiesen sein. Zonierung, Managementplan, Guardaparques und Comités de Gestión bestimmen, welche Aktivitäten zulässig sind. Überschneidet sich ein Schutzgebiet mit einem TIOC, kann gemeinsames Management gelten; Gemeinschaftsregeln können neben öffentlichen Vorschriften Anwendung finden, während der Schutzzweck des Schutzgebiets bestehen bleibt. Ramsar-Gebiete kennzeichnen international bedeutende Feuchtgebiete. Bolivien hat 11 Ramsar-Gebiete mit einer Fläche von etwa 14.842.405 Hektar; die Ramsar-Ausweisung allein schafft jedoch kein einheitliches strenges Schutzregime. Eine nachhaltige Nutzung ist nur zulässig, wenn sie mit Schutzkategorie, Zonierung und Managementplan vereinbar ist. Je nach Vorhaben können eine Genehmigung, Abstimmung mit SERNAP und der Schutzgebietsverwaltung, eine Umweltprüfung oder eine Umweltlizenz erforderlich sein. Landwirtschaft, Viehhaltung, Holznutzung, Bergbau und Infrastruktur sind daher nicht automatisch zulässig. Zu gemeinschaftsbasierten Nutzungen können Vikunjawolle, Fischerei und Nichtholz-Waldprodukte gehören, sofern lokale Regeln und der Managementrahmen dies zulassen. Der Ausgleich zwischen Schutzgebietsmanagement und lokalem Lebensunterhalt erfolgt durch partizipatives Management, Comités de Gestión, das CCU-Verfahren, Umweltlizenzierung und Überwachung. Naturtourismus, Trekking, Wildtierbeobachtung und Landschaftsbesuche unterliegen gebietsspezifischen Regeln. Besucher müssen sich gegebenenfalls bei Guardaparques oder der lokalen Verwaltung anmelden, auf zugelassenen Routen bleiben, saisonale Beschränkungen und Kapazitätsgrenzen beachten, Wildtiere nicht stören und ihren gesamten Abfall wieder mitnehmen. Gebühren und Zugangsbedingungen unterscheiden sich je nach Gebiet. Der 2024 genehmigte Pasaporte para la Conservación ist ein freiwilliger Finanzierungsmechanismus. Ein Bericht von SERNAP aus dem Jahr 2025 nennt einen Beitrag von Bs 200; daraus ergibt sich jedoch keine einheitliche Eintrittsgebühr für alle Schutzgebiete. Forschung, Filmaufnahmen und andere organisierte Aktivitäten können ein FAI-Verfahren und eine Genehmigung von SERNAP oder der Schutzgebietsverwaltung erfordern. Anträge sollten in der Regel mindestens 15 Arbeitstage im Voraus eingereicht werden und Ausweisdokumente, Zeitplan, Teilnehmendenliste, ein genehmigtes Projekt, gegebenenfalls eine Kaution, Genehmigungen für Proben oder Filmaufnahmen sowie Verfahren zur Übermittlung von Ergebnissen und Geodaten und zum Umgang mit Rückständen enthalten. Unvollständige Anträge können abgelehnt werden. Zu den relevanten Arten gehören der Andenkondor, das Vikunja und der Jaguar. Die IUCN führt den Andenkondor als gefährdet; SERNAP stuft ihn in Bolivien als potenziell gefährdet ein. Gesetz 1525 verhängt ein absolutes Jagdverbot und sieht Schutz des Lebensraums, Bildung, Forschung und Maßnahmen gegen Vergiftung und Handel vor; der Plan de Acción gilt von 2020 bis 2030. Vikunjas werden von Gemeinschaften bewirtschaftet und haben kulturellen und wirtschaftlichen Wert. Eine nationale Zählung von SERNAP, DGBAP, ACOFIVB und WCS lief von April bis Juni 2026. Je nach Region zählen Wilderei, Bergbau, Schäden an bofedales, Weidedruck, Wasserverschmutzung, Verlust von Lebensräumen, Feuer und Wildtierhandel zu den Gefahren. Das Red Book, CITES und CMS sind relevante Bezugsrahmen. Waldbrände und Rauch können durch schlecht kontrolliertes oder nicht genehmigtes Abbrennen entstehen. Dürre, Überschwemmungen, Frost, Hagel und extreme Niederschläge beeinträchtigen ebenfalls Lebensräume und Zugänge. ABT überwacht Wälder und Landnutzung, SIMB verarbeitet Satellitenmeldungen zu Brandherden, und nicht genehmigtes Abbrennen kann verwaltungs- oder strafrechtliche Sanktionen nach sich ziehen. Vorübergehende ökologische Ruhezeiten oder Abbrennverbote können Schutzgebiete, Ramsar-Gebiete und TIOC betreffen. SENAMHI stellt meteorologische und hydrologische Überwachung, Prognosen, Warnungen und Dürre-Instrumente bereit. Boliviens Umweltrecht unterstützt formelle und nicht formelle Umweltbildung. Gesetz 1333, Artikel 81 bis 86, sieht fächerübergreifende Umweltinhalte, Hochschulausbildung und Wissenschaft sowie die Nutzung traditioneller Technologien vor. SERNAP unterstützt Öffentlichkeitsarbeit durch Aktivitäten von Guardaparques, Messen und Vorträge. Schulen, Hochschulen, Gemeinschaften, Forschende und NGOs können sich beteiligen; eine einheitliche nationale Qualifikation für alle naturbezogenen Berufe gibt es in Bolivien jedoch nicht. Konflikte entstehen häufig an landwirtschaftlichen Fronten sowie durch ungeplante Entwaldung, illegalen Holzeinschlag und Jagd, Bergbau, Straßen, Infrastruktur und schlecht kontrollierte Brände. Bergbau kann mit Vikunjalebensräumen im Hochland in Konflikt geraten; bei Schutzgebieten und TIOC können Naturschutzziele mit lokalen Rechten und Einkommen in Spannung stehen. SERNAP, DGBAP, MMAyA, ABT, Behörden der Departamentos und Gemeinden sowie Gemeinschafts- oder TIOC-Behörden können beteiligt sein. Nach Gesetz 1333 haben Menschen das Recht auf Beteiligung, Umweltinformationen und die Einreichung von Petitionen. Sie müssen außerdem Zonierung und Genehmigungen beachten sowie illegales Abbrennen, Schäden an Wildtieren und Abfall vermeiden.
Natur in Bolivien
Bolivien umfasst die Anden, das Altiplano, die Puna, die Yungas, Amazonía und weitläufige Tiefländer mit sehr unterschiedlichen Landschaften und Lebensräumen. Schutzgebiete, indigene Territorien und gemeinschaftliche Systeme tragen zur biologischen Vielfalt, zum Schutz von Wasserquellen und zum lokalen Lebensunterhalt bei, können sich aber auch überschneiden. Nutzung, Tourismus und Forschung hängen von Schutzkategorie, Zonierung, Managementplan, Genehmigungen und lokalen Regeln ab.
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