Zur Presse gehören gedruckte Zeitungen und digitale Nachrichtenangebote. Die Agence Nationale de la Presse (ANP) ist für Presseaufsicht, Meinungsvielfalt, Berufsethik und Beschwerden zuständig. Eine Onlinezeitung muss unter anderem bei der Staatsanwaltschaft angemeldet sein, als Handelsgesellschaft nach OHADA-Handelsrecht (OHADA-Recht) organisiert sein und überwiegend professionelle Journalistinnen und Journalisten mit gültigem Presseausweis (CIJP) beschäftigen. Änderungen bei Personal oder Anmeldung müssen innerhalb der vorgeschriebenen Fristen gemeldet werden. Die CIJP ist für den Berufsausweis von Journalistinnen und Journalisten zuständig. Radio und Fernsehen werden von der Haute Autorité de la Communication Audiovisuelle (HACA) reguliert. Sie vergibt oder beaufsichtigt Frequenzen und Genehmigungen und überwacht Berufsethik, Vielfalt, gleichen Zugang und Meinungspluralität, besonders während Wahlen. Der öffentlich-rechtliche Sender RTI betreibt die Kanäle RTI 1, RTI 2 und RTI 3. Zu den frei empfangbaren nationalen Fernsehsendern zählen außerdem NCI, A+ Ivoire, LIFE TV und 7 INFO. Radiodienste sind unter anderem öffentlich, kommerziell, lokal, religiös oder institutionell organisiert. Audiovisuelle Online-Dienste, die über Kabel, Glasfaser, Satellit, ADSL oder Multimedia-Verbreitung bereitgestellt werden, benötigen eine Genehmigung der HACA. Dafür sind unter anderem eine Projektbeschreibung, Rechtsform, Eintrag im Handels- und Mobiliar-Kreditregister (RCCM), Finanzierung, technische Anbieter, Hosting, DNS, Programmschema und Personalangaben erforderlich. Für Nachrichtendienste kann zusätzlich ein journalistischer Berufsausweis erforderlich sein. Die HACA kann Internetanbieter, Hostingdienste oder Vermittler anweisen, rechtswidrige oder schädliche Inhalte unverzüglich zu sperren. RTI Play ist eine kostenlose lokale Plattform für Live-Fernsehen, Radio, Wiederholungen und Podcasts. Kosten für Datenverbindung oder Internetzugang fallen weiterhin an. Private und internationale Streamingdienste haben eigene Kataloge und Preise; ein einheitlicher nationaler Streamingtarif ist nicht dokumentiert. Soziale Netzwerke werden in der Côte d’Ivoire hauptsächlich über mobiles Internet genutzt. Für persönliche Beiträge gelten andere Regeln als für professionelle digitale Nachrichtenangebote oder audiovisuelle Plattformen. Die Regulierungsbehörde für elektronische Kommunikation und Datenschutz (ARTCI) ist für elektronische Kommunikation und den Schutz personenbezogener Daten zuständig. Einer 2025 veröffentlichten ARTCI-Studie, dem MSI 2022, zufolge hatten 69 Prozent der Haushalte Internetzugang. In Städten waren es 81 Prozent, auf dem Land 50 Prozent. 75 Prozent der Haushalte verfügten über ein Smartphone, weniger als 40 Prozent hatten individuellen Zugang zu einem intelligenten Gerät, und 14.4 Prozent besaßen einen Computer. Im zweiten Quartal 2025 wurden 59.942.676 aktive Mobilfunkanschlüsse, 36.275.708 mobile Internetverbindungen und 607.193 Festnetz-Internetanschlüsse verzeichnet. Die regionalen Unterschiede sind besonders in ländlichen Gebieten und im zentralen sowie nördlichen Landesteil ausgeprägt. Nutzerinnen und Nutzer können sich bei HACA oder ANP beschweren und unter bestimmten Bedingungen eine Berichtigung oder ein Recht auf Gegendarstellung verlangen. Bei falschen, verleumderischen oder die Ehre verletzenden Presseinhalten muss das Recht auf Gegendarstellung innerhalb von sechs Monaten beantragt werden. Die Veröffentlichung muss spätestens drei Tage nach Eingang erfolgen, bei Online-Diensten bereits mit Eingang des Antrags. Für bestimmte Reaktionen während Wahlen gelten kürzere Fristen. HACA, Plattformen, Ministerien und zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten an Schutzmaßnahmen für Minderjährige, Medien- und Informationskompetenz sowie digitalen Sicherheitsfunktionen. Eine einheitliche nationale Altersfreigabe für alle Mediendienste ist nicht dokumentiert.
Medien in der Côte d’Ivoire
Das Mediensystem in der Côte d’Ivoire umfasst Presse, Radio, Fernsehen, digitale Nachrichtenangebote, Streaming und soziale Netzwerke. Die ANP beaufsichtigt die gedruckte und digitale Presse, die HACA reguliert Radio, Fernsehen und audiovisuelle Online-Dienste, während RTI den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betreibt. Der Medienzugang hängt stark von Mobilfunknetzen, Internetverbindung, Geräten und regionaler Infrastruktur ab.
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