Das Gesundheitsministerium legt die nationale Politik fest, reguliert Gesundheitsdienste und betreibt öffentliche Programme. Regionale Gesundheitsdienste koordinieren die Planung in ihren Gebieten. Öffentliche Einrichtungen arbeiten neben Missionskrankenhäusern, privaten Anbietern, Gemeindediensten und traditionellen Heilkundigen. Traditionelle und andere informelle Anbieter werden in der Praxis möglicherweise genutzt, ersetzen aber keine formelle Diagnose, Überweisung, Notfallbehandlung oder verordnete Nachsorge. Ein Rural Health Motivator (RHM) ist eine gemeindenahe Arbeitskraft, die Haushalte mit Prävention, Überweisung, Therapietreue und fortlaufender Versorgung verbindet. Community Health Workers übernehmen in manchen Programmen ähnliche Aufgaben. Eine Public Health Unit bietet Gesundheitsförderung, Prävention, ambulante Behandlung und Outreach an. Eine Klinik bietet ambulante Versorgung; eine Klinik mit Geburtsstation kann zusätzlich Geburtshilfe leisten, während eine Klinik ohne eine solche Station eine begrenztere Rolle hat. Gesundheitszentren bieten ein breiteres Spektrum; regionale Überweisungskrankenhäuser versorgen Fälle, die Krankenhaus-, Fach- oder stationäre Kapazitäten erfordern. Nationale und spezialisierte Krankenhäuser bieten die höchsten Überweisungsstufen. Der dokumentierte Versorgungsweg führt im Allgemeinen von der Gemeinde oder Unterstützung durch einen RHM über Klinik oder Public Health Unit und Gesundheitszentrum zum regionalen Überweisungskrankenhaus und bei Bedarf weiter zu einem nationalen oder spezialisierten Krankenhaus. Eine Ärztin oder ein Arzt kann direkt an eine höhere Versorgungsstufe überweisen, wenn ein Fall Operation, fachärztliche Beurteilung, stationäre Versorgung, weiterführende Untersuchungen oder eine Behandlung erfordert, die die erste Einrichtung nicht anbieten kann. Gesundheitseinrichtungen können medizinische und pflegerische Versorgung, Labore, Röntgen, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie, stationäre und ambulante Dienste, Apotheken, HIV-Behandlung, freiwillige Beratung und Tests, Prävention der Mutter-Kind-Übertragung, psychische Gesundheit, Zahnmedizin, Physiotherapie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Orthopädie und Umweltgesundheit anbieten. Bei den verfügbaren Angaben zu Einrichtungen ist das Datum zu beachten. Die SARA-Referenz von 2017, die im Jahresbericht des Gesundheitsministeriums 2024/25 weiterhin als veraltete Ausgangsbasis zitiert wird, verzeichnete 1 nationales Überweisungskrankenhaus, 5 regionale Überweisungskrankenhäuser, 3 spezialisierte Krankenhäuser, 5 Gesundheitszentren, 7 Public Health Units, 31 Kliniken mit Geburtshilfe, 203 Kliniken ohne Geburtshilfe, 65 spezialisierte Kliniken und 7 private Krankenhäuser. Eine neue SARA-Erhebung wurde angekündigt; diese Zahlen sind daher nicht als aktuelle nationale Gesamtzahl zu behandeln. Die öffentliche Politik und die Nationale Gesundheitspolitik besagen, dass grundlegende öffentliche Gesundheits- und klinische Dienste für Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein sollten und fehlende Zahlungsfähigkeit den Zugang zu Grundversorgung nicht verhindern sollte. Nach Abschnitt 60(8) der Verfassung sollte der Staat grundlegende Gesundheitsdienste sicherstellen. Das dokumentierte System weist keine einheitliche allgemeine Krankenversicherungsentsprechung aus. Finanzierung, Entfernung, Straßen und andere Infrastruktur, Personalmangel, Medikamentenverfügbarkeit und Überlastung von Überweisungseinrichtungen beeinflussen weiterhin, wie schnell Menschen Versorgung erhalten. Die WHO meldete 2024 einen Index der allgemeinen Gesundheitsversorgung von 58 % und einen Verfügbarkeitsindex von 63 %. Das Defizit an Gesundheitsfachkräften wurde mit 10.531 angegeben. Im Haushaltsjahr 2024/25 des Gesundheitsministeriums waren 3.765 von 4.272 Stellen besetzt; 507 waren unbesetzt. Zur Prävention gehört das Eswatini Expanded Programme on Immunisation mit routinemäßigen Kinderimpfungen und HPV-Impfungen für Mädchen von 9 bis 14 Jahren. Die gemeldete Abdeckung 2024/25 betrug unter anderem 80 % bei BCG und 80,4 % bei DPT. HIV-Angebote umfassen Selbsttests, Behandlung nach dem Prinzip Test-and-Start, freiwillige medizinische Beschneidung von Männern, Präexpositionsprophylaxe und antiretrovirale Behandlung durch Pflegekräfte. In geeigneten Fällen können antiretrovirale Medikamente für bis zu sechs Monate verordnet werden. In der WHO-Versorgungskaskade 2022 für Menschen ab 15 Jahren wussten schätzungsweise 94 % von ihrem HIV-Status; von ihnen erhielten 97 % antiretrovirale Behandlung und von den Behandelten hatten 96 % eine Virussuppression. Eine Schätzung für Dezember 2024 zählte 226.596 Menschen mit HIV; bei 219.797 wurde angenommen, dass sie ihren Status kannten. HIV bleibt ein großes Gesundheitsproblem, und auch Tuberkulose stellt eine erhebliche Belastung dar. Die WHO meldete für 2021 eine Tuberkuloseinzidenz von 348 Fällen je 100.000 Menschen. Eswatini setzt bei Menschen mit HIV eine präventive Tuberkulosebehandlung ein; als Programmziel oder Abdeckungsniveau wurden mindestens 70 % angegeben. Hinzu kommen Angebote gegen arzneimittelresistente Tuberkulose, GeneXpert-Tests und Behandlungen auf regionaler oder Einrichtungsebene. Sexuell übertragbare Infektionen und Hepatitis B werden in der Schwangerschaftsvorsorge berücksichtigt. Eine Hepatitis-B-Geburtsdosis war im dokumentierten Zeitraum noch nicht eingeführt. Mutter- und Kinderdienste umfassen Schwangerschaftsvorsorge, Geburtshilfe durch qualifiziertes Personal, Nachsorge nach der Geburt, Geburtshilfeeinrichtungen, pädiatrische Behandlung und die Prävention der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind. Das Gesundheitsministerium verzeichnete im Haushaltsjahr 2024/25 19.046 Geburten, 18 Todesfälle von Müttern und 517 perinatale Todesfälle. UNICEF meldete für 2024 eine Sterblichkeit unter Fünfjähriger von 45,1 je 1.000 Lebendgeburten. Zu den berichteten Indikatoren der Kinderversorgung gehörten eine Inanspruchnahme der Versorgung bei akuten Atemwegsinfektionen von 60 %, die Verwendung oraler Rehydratationslösung bei Durchfall von 68 %, eine DTP-Impfquote bei der dritten Dosis von 84 % und eine Masern-Impfquote bei der zweiten Dosis von 87 %. Die wirksame antiretrovirale Abdeckung zur Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung lag bei über 95 %. Einige aktuelle Indikatoren zur Gesundheit von Müttern waren nicht verfügbar; ältere oder unvollständige Zahlen ergeben daher kein vollständiges nationales Bild. Auch nichtübertragbare Krankheiten erfordern Versorgung. Bluthochdruck gehört zu den häufigen Krankheitsursachen. Gebärmutterhalskrebs ist eine der führenden Krebsarten bei Frauen; Depressionen, Angstzustände und Substanzmissbrauch gehören zu den häufigen psychischen Erkrankungen. Psychische Gesundheitsdienste werden über das Psychiatric Government Hospital, regionale Einheiten und allgemeine Gesundheitseinrichtungen angeboten. Es wurde über steigende Suizidraten berichtet, doch bevölkerungsweite Daten zur psychischen Gesundheit sind begrenzt. Arzneimittel richten sich nach der Essential Medicines List 2021 und den Standard Treatment Guidelines. Das Gesundheitsministerium und die WHO wollen Verfügbarkeit, Zugang und Erschwinglichkeit durch die primäre Gesundheitsversorgung verbessern. Medikamentenengpässe bleiben ein Risiko für das System. Eine Erklärung des Ministeriums von 2024 besagte, dass sich die Erfüllungsquote für Arzneimittelbestellungen von etwa 30 % auf 60–70 % verbessert habe. Das bedeutet nicht, dass jedes Medikament jederzeit in jeder Einrichtung verfügbar ist. Die vorliegenden Informationen belegen weder eine einheitliche aktuelle landesweite Gebührenordnung noch eine einheitliche Wartezeit oder garantierte Verfügbarkeit sämtlicher Dienste. Bei einem akuten medizinischen Notfall ist das Emergency Communication Centre unter 977 gebührenfrei erreichbar. Präklinische Notfallversorgung, Rettungswagen mit erweiterten lebenserhaltenden Maßnahmen sowie Trauma- und Überweisungsnetzwerke unterstützen dringende Evakuierungen. Im Haushaltsjahr 2024/25 verzeichnete das System 427.187 Anrufe, 53.778 kritische Fälle und 48.101 Evakuierungen; 89 % der gemeldeten Evakuierungen waren erfolgreich. Bei einem schweren Zustand sollte die Notfallversorgung nicht zugunsten eines regulären Termins oder einer Einrichtung mit niedrigerer Versorgungsstufe aufgeschoben werden. Manche Patientinnen und Patienten benötigen eine Behandlung außerhalb Eswatinis. Der Phalala Fund kann anspruchsberechtigte Staatsangehörige Eswatinis unterstützen, die keinem anderen Krankenversicherungssystem angehören, nachdem lokale Behandlungsmöglichkeiten geprüft wurden. Eine ärztliche Überweisung wird einer fachlichen Prüfung und dem Phalala Board vorgelegt. Mögliche Überweisungen können nach Südafrika oder Mosambik führen. Zu den erforderlichen Unterlagen können Reisedokument, medizinisches Visum, Kostenvoranschlag, Überweisungsschreiben, Kostenzusage, Terminbestätigung sowie Angaben zum Krankenhaus oder zur Ärztin beziehungsweise zum Arzt gehören. Nach der Behandlung können ein medizinischer Bericht, Medikamente, Nachsorgevereinbarungen und Transportkoordination nötig sein. Für Beamtinnen und Beamte sowie ihre Angehörigen kann stattdessen je nach geltenden Regeln das Civil Servants Medical Referral Scheme gelten. Nach der Entlassung bestimmen Behandlungsunterlagen, verordnete Medikamente und Nachsorgetermine die weitere Versorgung. Physiotherapie und Rehabilitation können über Krankenhäuser angeboten werden. Psychische Gesundheitsversorgung kann soziale Wiedereingliederung und gemeindenahe Nachsorge umfassen. RHMs und gemeindenahe Arbeitskräfte können bei der Wahrnehmung von Überweisungen, Therapietreue und Nachsorge chronischer Erkrankungen helfen. Die aufnehmende Einrichtung, der Behandlungsplan und der Gesundheitszustand bestimmen, welche Nachsorge erforderlich ist.
Gesundheit in Eswatini
Die Gesundheitsversorgung in Eswatini verbindet öffentliche, missionsgetragene und private Einrichtungen mit gemeindenahen Angeboten und traditionellen Heilkundigen. Die Versorgung führt häufig von einem Rural Health Motivator oder einer Gemeindegesundheitskraft zu einer Klinik oder Public Health Unit und bei höherem Bedarf weiter zu einem Gesundheitszentrum und Überweisungskrankenhaus. Das System umfasst Prävention, HIV- und TB-Angebote, Geburtshilfe und Kinderversorgung, Medikamente, psychische Gesundheit, Krankentransport, Fachbehandlung und Rehabilitation. Entfernungen, Personalmangel, Medikamentenversorgung und Engpässe bei Überweisungen können den Zugang verzögern. Grundlegende öffentliche Gesundheits- und klinische Dienste sollen Bürgerinnen und Bürgern offenstehen; der tatsächliche Versorgungsweg und die Verfügbarkeit hängen von Einrichtung und Einzugsgebiet ab.
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