Das formelle Katastrophenrisikomanagement Gambias beruht auf dem Disaster Management Act 2008, der Nationalen Politik zum Katastrophenrisikomanagement 2024–2033 und dem Nationalen Plan zur Verringerung von Katastrophenrisiken 2025–2033. Der Nationale Katastrophenmanagementrat unterstützt Programme, Überwachung und Mittelbeschaffung. Die NDMA koordiniert Vorsorge, Notfallmaßnahmen und Wiederaufbau auf nationaler Ebene. Regionale, bezirkliche und gemeindenahe Katastrophenschutzkomitees verbinden die nationalen Regelungen mit Gouverneuren, Kommunalverwaltungen und Gemeinden. Allerdings funktionieren diese Strukturen nicht überall vollständig, und die Mittel bleiben begrenzt. Überschwemmungen sind in der Praxis besonders relevant. Flusshochwasser entlang des Gambia-Flusses, starke Regenfälle, Sturzfluten, blockierte oder verschmutzte Abflüsse, Küstenhochwasser und Bebauung in gefährdeten Gebieten betreffen den Großraum Banjul, die Gemeinde Kanifing, Banjul, die West Coast sowie die Regionen North Bank, Central River, Upper River und Lower River. Die Regenzeit dauert üblicherweise von Juni bis Oktober; der niederschlagsreichste Monat ist normalerweise der August. Eine Schätzung des IWF beziffert die durchschnittlichen jährlichen Schäden durch Flusshochwasser auf etwa 3,2 Millionen USD. Schwere Dürren betreffen in einem durchschnittlichen Jahr rund 350.000 Menschen. Auch Windstürme, Gewitter, Blitze, Dürren, unregelmäßige Niederschläge, Küstenerosion, Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten sind ernst zu nehmende Gefahren. Stadt- und Buschbrände, Marktbrände, Gebäudeeinstürze, Industrieexplosionen, Straßen- und Fährunfälle sowie Ölunfälle an der Küste erfordern eigene Einsatzkapazitäten. Krankheiten, Schädlinge und verunreinigtes Wasser können auf eine Katastrophe folgen. Gesundheits- und Umweltmanagement sind jedoch eigenständige Bereiche, sofern sie nicht selbst Teil der Katastrophe sind. Das Ausmaß eines Ereignisses kann je nach Bewertung stark unterschiedlich ausfallen. Die Überschwemmungen von 2022 wurden als größtes Niederschlagsereignis seit mehr als 30 Jahren bezeichnet. Eine Bewertung von UNDAC und dem Roten Kreuz Gambias erfasste 50.738 betroffene Menschen, 7.404 Vertriebene und 13 Todesfälle. Die nationale Politik nannte dagegen etwa 80.000 Betroffene im Großraum Banjul und Schäden und Verluste von rund 124,2 Millionen USD. Diese Zahlen beruhen auf unterschiedlichen Bewertungsmethoden und dürfen nicht zu einer gemeinsamen Gesamtsumme zusammengeführt werden. Bei Überschwemmungen in Fonkio Kunda in der Lower River Region waren 2025 insgesamt 19 Haushalte betroffen; acht Familien wurden vollständig vertrieben und elf Häuser teilweise beschädigt. Das Department of Water Resources stellt Wetter-, Klima- und hydrologische Informationen bereit und gibt je nach Schwere und Art des Ereignisses öffentliche Warnungen aus. Seine Tagesprognose umfasst den aktuellen und die folgenden zwei Tage sowie Regen, Gewitter, Wind und Temperatur. Meereswettervorhersagen für die Fischerei reichen bis zu 200 Seemeilen und enthalten Angaben zu Seegang, Wellen und Gezeiten. Zehntagesbulletins zur Frühwarnung erfassen Niederschläge, Feldfrüchte, Schädlinge, Krankheiten und Wasser. Saisonale Niederschlagsprognosen unterstützen die Planung für die Regenzeit von Juli bis September. Das geplante, auf Menschen ausgerichtete Frühwarnsystem nutzt Print- und elektronische Medien, soziale Medien, traditionelle Kommunikationswege, elektronische Warnmeldungen, Schulen, Madrassas und Religionsgemeinschaften. Lokale Wetterzeichen können amtliche Warnungen ergänzen, ersetzen aber keine offiziellen Informationen. Die NDMA und das Department of Water Resources führen Risiko- und Gefährdungsanalysen durch. Die Gefahrengebietsdatenbank soll zweimal jährlich aktualisiert werden. Die Politik rät davon ab, Wohn- und Gewerbegebiete in ausgewiesenen Risikozonen zu vergeben. Programme wie die Validierung im Rahmen von WACA unterstützen die Planung auf regionaler, bezirklicher und lokaler Ebene. Notfallpläne konzentrieren sich derzeit vor allem auf Sturzfluten und Windstürme. Die geplante Überarbeitung umfasst Krankheiten, Brände, Migration, Ölunfälle, Dürren, Schädlinge, Straßenverkehr und Wasserverschmutzung. Notfallpläne sollen alle zwei Jahre getestet und aktualisiert werden; die Planung zur Risikominderung soll vierteljährlich überprüft werden. Besonders wichtig ist die Vorbereitung vor Juni in überschwemmungsgefährdeten Gebieten. Bei einem Notfall führt die NDMA den Einsatz auf nationaler Ebene. Sie arbeitet mit regionalen NDMA-Strukturen, regionalen Katastrophenschutzkomitees, Gouverneuren und Kommunalverwaltungen zusammen. Der Notfallmechanismus kann Suche und Rettung, Erstversorgung, Transport, Kommunikation mit Einsatzorten und Krankenhäusern, Evakuierungs- oder Umsiedlungszentren, Notunterkünfte und psychosoziale Unterstützung umfassen. Der Gambia Fire and Rescue Service reagiert auf Vorfälle in Gebäuden, Brunnen, Flüssen und im Straßenverkehr und kann beim Abpumpen überfluteter Grundstücke helfen. Sicherheitsdienste können die Einsatzkräfte nach den geltenden Regelungen unterstützen. Im Regierungsportal stehen die Nummern 116 für Krankenwagen, 117 für die Polizei, 118 für Feuer- und Rettungsdienst und 1199 für die Gesellschaft des Roten Kreuzes in Gambia. Nennen Sie bei einem Anruf den genauen Ort und die Art des Notfalls und folgen Sie den Anweisungen der Anrufannahme. Fahrzeuge, Kraftstoff, Kommunikation und Zugangsmöglichkeiten können an manchen Orten begrenzt sein. Die Politik sieht dauerhafte regionale Evakuierungszentren und bei Bedarf zeitweilige Notunterkünfte vor. In den bereitgestellten Quellen ist jedoch kein überprüfbares öffentliches nationales Verzeichnis von Notunterkünften belegt. Evakuierung und Umsiedlung hängen daher vom Ereignis, den örtlichen Kapazitäten und verfügbaren Plätzen ab; eine allgemeine Evakuierungsgebühr ist nicht festgelegt. Verlassene Wohnhäuser und Grundstücke sollten gesichert werden. Die Rechtslage zu Räumungen, Umsiedlungen, Wiederansiedlung, Entschädigung und staatlicher Haftung ist anhand der verfügbaren Informationen nicht vollständig geklärt. Hilfen werden gezielt anhand von Gefährdungsprüfungen, dem Gambia Social Registry, dezentralen Daten und Überprüfungen in den Gemeinden verteilt. Vorrang haben Frauen, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Haushalte unter Leitung von Frauen, Schwangere und stillende Frauen. Abhängig von der Prüfung, Finanzierung und den Partnern kann die Unterstützung Lebensmittel, Unterkunft, Wasser und Sanitärversorgung, andere Hilfsgüter, Bargeld, Transport, Rettung und sanitäre Dienste umfassen. Ein dokumentiertes Programm aus dem Jahr 2022 zahlte ausgewählten Haushalten drei Monate lang monatlich 3.000 GMD über APS. Es war kein allgemeiner fortlaufender Leistungsanspruch und keine landesweit geltende Entschädigungstabelle. Nach einer Katastrophe koordiniert die NDMA Notfallmaßnahmen und Wiederaufbauprogramme. Eine Bedarfserhebung nach der Katastrophe sollte binnen eines Monats erfolgen, nachdem offiziell erklärt wurde, dass sie beendet ist. Der Wiederaufbauplan sollte mit den betroffenen Gemeinden abgestimmt werden. „Build Back Better“, die Minderung verbleibender Risiken, Risikofinanzierung, wetterindexbasierte Versicherungen und Systeme zur Erfassung von Schäden und Verlusten sind politische Ziele, aber kein Beleg für einen allgemeinen Zugang. Ein Notfallhilfefonds soll regelmäßig und ausreichend ausgestattet werden. Zeitpunkt und Umfang der Hilfe hängen jedoch weiterhin von öffentlichen Mitteln, Partnern und dem jeweiligen Ereignis ab. Vorrangige Infrastruktur umfasst Straßen, Brücken, Durchlässe, städtische Entwässerung, Wasserwege und Überschwemmungsgebiete, Wasser- und Abwassersysteme, Stromversorgung, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Fähren und Flussverkehr sowie Küstenanlagen. Vorgeschlagene Maßnahmen sind die Neuprofilierung von Abflüssen, Verbesserungen an Durchlässen und Brücken, temporäre Wasserwege, Deiche, Steinkörbe, Konturpflügen, strengere Bau- und Straßenstandards sowie Maßnahmen mit Mangroven oder Bäumen. Das Schwerpunktgebiet Kotu Stream umfasst etwa 2.476 Hektar und mehr als 200.000 Menschen. Fehlende Instandhaltung, Lagerkapazitäten und Mobilität schränken Schutz und Einsatzfähigkeit weiterhin ein.
Katastrophenhilfe in Gambia
Das Katastrophenrisikomanagement in Gambia umfasst Risikominderung, Vorsorge, Warnungen, Notfallmaßnahmen und Wiederaufbau. Überschwemmungen sind die wichtigste wiederkehrende Gefahr, insbesondere Fluss-, Stadt- und Küstenhochwasser während der Regenzeit von ungefähr Juni bis Oktober. Auch Stürme, Dürren, Küstenerosion, Brände und Verkehrsunfälle bergen erhebliche Risiken. Die National Disaster Management Agency (NDMA) koordiniert die nationale Reaktion und den Wiederaufbau mit Behörden, lokalen Komitees, Gemeinden und Partnern. Zugang zu Warnungen, Rettung, Unterkünften und Hilfe hängt von Ereignis, Ort, verfügbarer Kapazität und Finanzierung ab.
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