Artikel 13 der Verfassung von 2012 schützt die Religions- und Gewissensfreiheit sowie die freie Religionsausübung. Äquatorialguinea hat keine offizielle Religion; ein Religionswechsel ist gesetzlich erlaubt. Bei Personen, die vom Christentum zum Islam übertreten, können muslimische Namen in amtliche Dokumente eingetragen werden. Politische Parteien dürfen nicht auf einer Religion beruhen. Die Bevölkerungsanteile unterscheiden sich je nach Quelle und Bezugsjahr. Eine lokale Schätzung für 2015 nennt ungefähr 88 Prozent römisch-katholische, 5 Prozent protestantische und 2 Prozent muslimische Menschen sowie 5 Prozent mit anderer oder traditioneller religiöser Zugehörigkeit. Die World Religion Database schätzte für 2020, dass rund 90 Prozent der Bevölkerung christlich, 4 Prozent muslimisch und 6 Prozent einer anderen Religion oder keiner Religion angehörten. Die muslimische Bevölkerung ist überwiegend sunnitisch und umfasst auch westafrikanische Auswanderer. Viele Christen verbinden die kirchliche Praxis mit Elementen traditioneller indigener Religionen. Die römisch-katholische Kirche und die Protestantisch-Reformierte Kirche sind die größten organisierten Gemeinschaften. Die katholische Kirche ist in der Kirchenprovinz Malabo mit dem Erzbistum Malabo und den Bistümern Bata, Ebebiyin, Evinayong und Mongomo organisiert. Beide großen Kirchen sind von der staatlichen Registrierung ausgenommen. Methodisten, Muslime und Bahá’í verfügen über dauerhafte Genehmigungen. Andere oder neuere Gemeinschaften stellen einen schriftlichen Antrag bei der zuständigen Religionsbehörde (MJRAPI). Dazu gehören unter anderem Angaben zu Leitung und Mitgliedschaft, ein Nachweis über Räumlichkeiten oder Eigentum sowie der religiöse Auftrag. Die Registrierung neuer Gruppen kann jährlich erneuert werden. 2023 wurden sechs evangelikale oder pfingstkirchliche Gemeinden wegen Nichteinhaltung von Anforderungen geschlossen; religiöse Führungskräfte berichteten außerdem von uneinheitlicher Anwendung und negativer Darstellung in staatlichen Medien. Gottesdienste und Predigten in Privathäusern sind verboten, wenn Personen teilnehmen, die dort nicht wohnen. Öffentliche oder unter freiem Himmel stattfindende Veranstaltungen benötigen in der Regel eine Genehmigung. Ausländische religiöse Vertretungen brauchen vor einem Gottesdienst oder Vortrag die vorherige Erlaubnis der MJRAPI; in manchen Fällen kann auch der Vortragstext geprüft werden. Die bloße Teilnahme an einem Gottesdienst ist davon ausgenommen. Veranstaltungen finden üblicherweise zwischen 06:00 und 21:00 Uhr statt, müssen vor 21:00 Uhr enden und dürfen keine Störungen verursachen. Nach dem für 2023 dokumentierten Satz von 400.000 CFA-Franc zahlen ausländische Missionare diesen Betrag für eine zweijährige Aufenthaltserlaubnis; die Erlaubnis wird jährlich verlängert. Katholische Missionare sind davon ausgenommen. Eine Anforderung der Nationalen Universität Äquatorialguineas (Universidad Nacional de Guinea Ecuatorial, UNGE) nach einem theologischen Zertifikat erschwerte den Aufenthalt für einige Missionare; mehrere verließen das Land. Artikel 24 Absatz 3 und 4 der Verfassung erlaubt gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften, Schulen nach einem staatlich genehmigten Bildungsplan einzurichten. Religionsunterricht soll nach persönlicher Wahl erteilt werden. Öffentliche Schulen bieten katholischen Religionsunterricht an; mit einer Bescheinigung einer religiösen Führungskraft ist eine nichtkatholische Unterrichtsform oder eine betreute Freistunde möglich. Katholische und protestantische Schulen müssen registriert sein und den staatlichen Lehrplan einhalten. Für die Bildungseinrichtungen der katholischen Kirche ist als einziger Religionsgemeinschaft staatliche Finanzierung dokumentiert. Der Nationale Gebetstag findet gewöhnlich am ersten Sonntag im April statt. Katholische Messen sind regelmäßig Teil offizieller Zeremonien, darunter die Feiern zum Unabhängigkeitstag am 12. Oktober und zum Geburtstag des Präsidenten am 5. Juni. 2023 durfte die muslimische Gemeinschaft das staatliche Opferfest im Stadion von Malabo feiern. Die verfügbare Beweislage stützt keine vollständige allgemeine Liste religiöser Feiertage. Über die MJRAPI konsultiert die Regierung evangelikale und pfingstkirchliche Führungskräfte und unterhält dokumentierte Kontakte zu katholischen, muslimischen, Bahá’í-, evangelikalen und anderen Gemeinschaften. Ein landesweiter interreligiöser Rat ist nicht belegt. Staatliche Behörden erkennen offizielle Dokumente zugelassener inländischer und ausländischer Religionsgemeinschaften an, darunter Geburts- und Heiratsurkunden; die konkreten Folgen für die staatliche Registrierung müssen gesondert geprüft werden. Damit besteht ein deutlicher Widerspruch zwischen dem formalen Schutz und der praktischen Bevorzugung der katholischen Kirche und, in gewissem Umfang, der Protestantisch-Reformierten Kirche. Katholische Führungskräfte erhalten regelmäßig Zugang zu den höchsten Regierungsebenen, während einige nichtkatholische Beschäftigte im öffentlichen Dienst von Druck berichten, katholische Messen zu besuchen. Ein Großteil der verfügbaren Informationen zur Verwaltungspraxis betrifft den dokumentierten Stand von 2023; die Recherche wurde am 7. September 2026 abgeschlossen. Für 2023 wurden keine erheblichen gesellschaftlichen Angriffe auf die Religionsfreiheit dokumentiert. Die Festnahme des Pfingstpastors Ruben Maye Nsue nach einer regierungskritischen Predigt stellt zugleich ein gesondertes, sichtbares Risiko für religiöse Akteure dar.
Religion und Religionsfreiheit in Äquatorialguinea
Religions- und Glaubensfreiheit sind in Äquatorialguinea verfassungsrechtlich geschützt. Der Staat hat keine offizielle Religion und erlaubt Religionswechsel. Die Bevölkerung ist überwiegend christlich, insbesondere römisch-katholisch; daneben gibt es protestantische, muslimische, Bahá’í- und andere Gemeinschaften sowie traditionelle indigene religiöse Elemente. Je nach ihrem Status gelten für religiöse Gruppen unterschiedliche Anforderungen an Registrierung, Veranstaltungen, Unterricht und ausländische Geistliche.
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