Freundschaften in Guinea entstehen oft durch wiederkehrende Begegnungen in Nachbarschaften und Gemeinschaften, Jugendgruppen, Sport und Freizeit, religiösen Netzwerken, Frauengruppen, Tontinen, sérés, Vereinen, herkunftsbezogenen und beruflichen Gruppen. In öffentlichen und fachlichen Gesprächen werden häufig französische Begriffe wie amitié, amis, entraide und vie associative verwendet. Ein verlässlicher guineischer Ausdruck in einer lokalen Sprache für Freundschaft ist in der verfügbaren Forschung nicht belegt. Ob solche Beziehungen entstehen, hängt meist von Vertrauen, sozialer Nähe und der Teilnahme an einer gemeinsamen Aktivität oder Gruppe ab. Eine ältere Erhebung EIBEP 2002–03 ermittelte, dass ungefähr drei von zehn Personen an Vereinen teilnahmen. Dieser Wert lässt sich nicht als aktuelle landesweite Quote lesen. In derselben Erhebung wurden folgende Arten von Vereinigungen genannt: Tontinen und sérés 22,4 %, Frauenvereine 20 %, Vereine für Präfektur, Unterpräfektur oder Dorfgemeinschaft 15,2 %, Jugendvereine 14,6 %, sozio-professionelle Vereine 11,5 % und religiöse Vereine 7,9 %. Dieselbe ältere Quelle gab Eltern für 51,6 % der Menschen und Freunde oder Nachbarn für 41,7 % als mögliche Unterstützung an. Private Freundschaften begründen in Guinea keine standardisierten Rechte oder Pflichten. Es gibt weder eine vorgeschriebene Mindestdauer oder Exklusivität noch eine verpflichtende Registrierung. Eine besondere Behörde, Beschwerdestelle oder landesweite Vermittlungsstelle für Freundschaften ist nicht belegt. Konflikte können durch direkte Klärung und ein vertrauliches Gespräch oder mit Unterstützung aus der örtlichen Gemeinschaft, von Religions- und Traditionsautoritäten oder anderen moralischen Instanzen angegangen werden. Der Dialog in der Gemeinschaft, örtliche Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Jugend- und Frauengruppen können in bestimmten Projekten oder an bestimmten Orten zur Konfliktprävention beitragen. Sie bieten aber keinen allgemeinen Freundschaftsdienst an. Der Nationale Jugendrat kann formelle und informelle Jugendorganisationen vertreten und in Jugendkontexten möglicherweise die Konfliktprävention oder Vermittlung in Gemeinschaften unterstützen. Ein formeller Verein ist von einer privaten Freundschaft zu unterscheiden. Die Satzung bestimmt seine Struktur und internen Regeln. Nach dem Rahmen des Zivilgesetzbuchs kann ein Verein der zuständigen Behörde seine Satzung in zwei Exemplaren vorlegen und eine Empfangsbestätigung (récépissé) erhalten. Ein registrierter oder angezeigter Verein besitzt dann Rechtspersönlichkeit. Mitgliedsbeiträge können anfallen. Für die Anerkennung als gemeinnützig ist ein Dekret erforderlich. Sport-, Kultur- und Volksbildungsvereine können zusätzlichen Anzeige-, Registrierungs- oder Erneuerungspflichten unterliegen. Ein ausländischer Verein braucht eine vorherige Genehmigung. Diese formellen Vorschriften betreffen den Verein, nicht die persönliche Freundschaft seiner Mitglieder. Für die Beendigung einer privaten Freundschaft gibt es weder eine feste Gebühr noch eine Kündigungsfrist oder Pflicht zur Vermittlung. Sie kann allmählich oder im gegenseitigen Einvernehmen enden. Formelle Vereine richten sich bei ihrer Auflösung nach der Satzung. In Fällen wie Uneinigkeit (mésentente) kann auch ein Tribunal die Auflösung anordnen. Seit dem 15. März 2018 gilt die Mediation nach OHADA. Sie ist freiwillig, unparteiisch, vertraulich und auf eine Einigung ausgerichtet. Sie betrifft jedoch vor allem wirtschaftliche oder andere allgemeine Streitigkeiten und ist kein guineischer Freundschaftsdienst. Eine gewöhnliche Freundschaft sollte daher weder mit einer romantischen Beziehung oder gemeinsamem Wohnen noch mit einem formellen Verein verwechselt werden.
Freundschaft in Guinea
Freundschaft in Guinea ist eine freiwillig gewählte, persönliche und nicht romantische Beziehung, die durch wiederkehrenden gegenseitigen Kontakt gepflegt wird. Sie hat keine besondere rechtliche Kategorie, Registrierungspflicht oder Bescheinigung; auch einen landesweiten öffentlichen Vermittlungsdienst gibt es nicht. Freundschaften entstehen häufig in Nachbarschaften, Gemeinschaften, Jugend-, Sport- und Freizeitangeboten, religiösen oder moralischen Netzwerken, Tontinen und sérés, Vereinen sowie formellen und informellen Gruppen. Unterstützung durch Freunde und Nachbarn kann im Alltag helfen. Ältere Umfragedaten belegen jedoch keine heutigen landesweiten Quoten.
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