Familien in Haiti können als verheiratete Paare, in einer freien Lebensgemeinschaft (union libre) oder in einer gewohnheitsrechtlich anerkannten informellen Partnerschaft (plaçage) leben. Diese ist in der sozialen Praxis anerkannt, einer zivilrechtlichen Ehe aber nicht in jeder Hinsicht gleichgestellt. Die Begriffe ménage und famille können einen Haushalt oder ein größeres Familiennetzwerk bezeichnen, zu dem Verwandte gehören können, die Fürsorge, Wohnraum oder finanzielle Unterstützung teilen. Die Erhebung EMMUS-VI 2016–17 ergab, dass 52 % der Frauen und 39 % der Männer im Alter von 15 bis 49 Jahren in einer Partnerschaft lebten. Auf plaçage entfielen 51 % der von Frauen und 57 % der von Männern angegebenen Partnerschaften. Zivile oder religiöse Partnerschaften machten jeweils 32 % und 36 % aus. Zur Familienplanung gehören auch Entscheidungen über Kinder und Verhütung. Dieselbe Erhebung verzeichnete eine zusammengefasste Geburtenziffer von 3,0 Kindern je Frau, mit einem deutlichen Unterschied zwischen städtischen Gebieten mit 2,1 und ländlichen Gebieten mit 3,9. Der Bedarf von Frauen an moderner Familienplanung war zu 45,4 % gedeckt. Der Zugang unterschied sich je nachdem, ob öffentliche oder private Gesundheitszentren, Familienplanungskliniken, Apotheken oder Gesundheitsfachkräfte genutzt wurden.
Familie in Haiti
Zum Familienleben in Haiti gehören Ehe, informelle Partnerschaften, Elternschaft, Fürsorge, Unterstützung und Trennung. Formelle Dokumente und rechtliche Vorschriften bestehen neben informellen und gemeinschaftsbasierten Arrangements. Daher können Zugang und Schutz je nach Ort und Haushaltssituation unterschiedlich sein. Geburtsregistrierung, Kinderschutz, Gewaltprävention und Unterstützung in Krisen sind zentrale praktische Anliegen.
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