Die zuletzt gefundene amtliche Arbeitskräfteerhebung (EPHPM) vom Juli 2025 meldete für Honduras eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent und 211.015 arbeitslose Menschen. Die Quote lag bei 6,8 Prozent für Frauen, 3,7 Prozent für Männer und 8,1 Prozent für Menschen zwischen 15 und 29 Jahren. Als arbeitslos gelten dort Personen ab 15 Jahren ohne Arbeit, die verfügbar sind und in den vergangenen vier Wochen Arbeit gesucht, eine Tätigkeit begonnen oder die Gründung eines Unternehmens vorbereitet haben. Die niedrige Arbeitslosenquote bildet die Einkommenssicherheit nicht vollständig ab: In der Statistik wurden auch 2.045.156 Menschen mit Beschäftigungsproblemen erfasst, darunter 1.359.617 in der Kategorie TSI, 327.692 in TST und 146.832 in der potenziellen Erwerbsbevölkerung. TSI und TST bezeichnen Formen der Unterbeschäftigung; zur potenziellen Erwerbsbevölkerung zählen verfügbare Arbeitskräfte, die in der engen Arbeitslosenquote nicht erscheinen. Honduras hat keine allgemeine gesetzliche Arbeitslosenversicherung und keinen landesweiten Anspruch auf Arbeitslosengeld. Der Schutz hängt daher stark davon ab, ob zuvor eine formelle Beschäftigung im Privatsektor bestand. Bei ungerechtfertigter Kündigung oder einer gesetzlich vorgesehenen Beendigung kann für das beendete Arbeitsverhältnis eine gesetzliche Abfindung (Auxilio de Cesantía) entstehen. Bei einer Beschäftigungsdauer von drei bis sechs Monaten entspricht der Anspruch zehn bezahlten Tagen, bei mehr als sechs und weniger als zwölf Monaten 20 Tagen und nach mehr als einem Jahr grundsätzlich einem Monatslohn je Beschäftigungsjahr. Der Anspruch ist im Allgemeinen auf 25 Monatslöhne begrenzt. Bei freiwilliger Beendigung nach mindestens 15 Jahren können 35 Prozent des entsprechenden Anspruchs vorgesehen sein. Für Kleinstunternehmen mit höchstens zehn Beschäftigten liegt die Obergrenze bei 15 Monatslöhnen. Je nach Fall können außerdem nicht bezahlter Urlaub und die Zahlungen für den 13. und 14. Monat offen sein. Daneben führt der Private Beitragsfonds (Régimen de Aportaciones Privadas, RAP) für im Allgemeinen erfasste private Arbeitgeber einen individuellen kapitalisierten Arbeitsrücklagenfonds (Fondo de Reserva Laboral de Capitalización Individual). Der Arbeitgeber zahlt normalerweise vier Prozent des regulären Monatslohns ein; die Beitragsgrundlage ist auf das Dreifache der höchsten gesetzlichen Mindestlöhne begrenzt. Bei Vertragsende wird das angesparte Guthaben unabhängig vom Beendigungsgrund ausgezahlt. Bei ungerechtfertigter Kündigung wird die Rücklage mit der Abfindung verrechnet; einen möglichen Differenzbetrag zahlt der Arbeitgeber. Ein darüber hinausgehender Betrag kann als Dienstaltersprämie gelten. Die Regeln enthalten Ausnahmen, darunter bestimmte Jahreszahlungen nach Artikel 379 des Arbeitsgesetzbuchs (Código del Trabajo). Ein RAP-Konto steht Menschen in informeller Arbeit, Selbstständigen oder Beschäftigten im öffentlichen Dienst nicht automatisch zur Verfügung. RAP-Angaben zum sechsmonatigen oder einjährigen Zeitraum beziehen sich auf den früheren Wohnungsfonds und begründen nicht automatisch einen Anspruch aus dem Arbeitsrücklagenfonds. Für Stellensuche und Wiedereinstieg sind das Sekretariat für Arbeit und soziale Sicherheit (Secretaría de Trabajo y Seguridad Social, STSS), seine Generaldirektion für Beschäftigung (Dirección General de Empleo), der Nationale Beschäftigungsdienst von Honduras (Servicio Nacional de Empleo de Honduras, SENAEH) und der Beschäftigungsdienst SI Empleo zuständig. Die Plattform Empléate oder Regionalbüros ermöglichen den Zugang zu SI Empleo. Das Angebot umfasst unter anderem Vermittlung, Berufsberatung, Beratung zu Unternehmensgründungen, Weitervermittlung an Institutionen und regionale Unterstützung. Für das Verfahren ist ein nationaler Identitätsausweis (Tarjeta de Identidad) erforderlich. Eine Registrierung führt nicht automatisch zu einer Vermittlung. Es gibt weder eine allgemeine gesetzliche Leistungsdauer noch ein festes Arbeitslosengeld, das nach der Registrierung beginnt. Für Arbeitslose besteht auch keine allgemeine gesetzliche Melde- oder Benachrichtigungspflicht. Vor der Beendigung kann die Kündigungsfrist die Vorbereitung der Stellensuche beeinflussen. Sie beträgt 24 Stunden bei weniger als drei Beschäftigungsmonaten, eine Woche bei drei bis sechs Monaten, zwei Wochen bei mehr als sechs bis zwölf Monaten, einen Monat bei mehr als einem bis zu zwei Jahren und zwei Monate bei mehr als zwei Jahren. Während der Kündigungsfrist steht im Allgemeinen ein bezahlter Tag pro Woche für die Stellensuche zur Verfügung. Nach der Beendigung sollten die schriftliche Kündigung oder ein Feststellungsprotokoll (Acta de Constatación), Identitätsnachweise, Belege zu Beschäftigungsdauer und Lohn sowie RAP-Unterlagen gesichert werden. Bei offenen Ansprüchen können die Arbeitsinspektion der STSS, Berechnungs- und Schlichtungsangebote, Vermittlung oder Verfahren bei der zuständigen Rechtsbehörde (Procuraduría) helfen.
Arbeitslosigkeit in Honduras
Arbeitslosigkeit in Honduras bedeutet, dass Menschen keine gewünschte bezahlte Arbeit haben und eine Beschäftigung suchen oder aufnehmen können. Es gibt weder eine allgemeine gesetzliche Arbeitslosenversicherung noch eine pauschale Geldleistung. Ansprüche auf Geld entstehen vor allem aus dem beendeten Arbeitsverhältnis, während STSS, SENAEH und SI Empleo bei der Stellensuche und dem Wiedereinstieg unterstützen.
VivAVia kann Fehler machen. Überprüfe wichtige Informationen.

