In Kamerun bestehen öffentliche Stellen, private Anbieter, Gemeinderadios, Printmedien, Fernsehsender, Onlinedienste und soziale Plattformen nebeneinander. Der Nationale Kommunikationsrat (Conseil National de la Communication (NCC)) überwacht Medienregeln, journalistische Ethik, Beschwerden, Pluralismus, den Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie den Medienzugang während Wahlen. Das Kommunikationsministerium (MINCOM) ist unter anderem für Medienpolitik, Akkreditierungen und die Unterstützung der privaten Presse zuständig. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation (ART) befasst sich mit elektronischer Kommunikation, Frequenzvergabe und technischer Dienstqualität. Die Nationale Agentur für Informations- und Kommunikationstechnologien (ANTIC) ist für Cybersicherheit, Reaktion auf Vorfälle und den Schutz von Kindern im Internet zuständig. Cameroon Radio Television (CRTV) ist der öffentliche Radio- und Fernsehanbieter. Die Nationale Presseausweiskommission (Commission nationale de la carte de presse) bearbeitet Presseausweise; das Ministerium für Kunst und Kultur (MINAC) ist für Urheberrechtsfragen zuständig. Das NCC-Verzeichnis führt 93 Fernsehsender, 129 kommerzielle Radiosender, 169 Gemeinderadios, 232 Printmedien, 72 Onlinedienste und 65 Kabelanbieter auf. Die Verteilung ist ungleich: Für die Printpresse verzeichnet das Media-Map-Verzeichnis 90 Einträge im Centre, 56 im Littoral und 37 im Westen, aber nur 3 im Osten und 2 in Adamawa. In den von Konflikten betroffenen Regionen Nordwest und Südwest hängt die tatsächliche Verfügbarkeit besonders von Ort und Infrastruktur ab. Französisch und Englisch sind in staatlichen und landesweiten Angeboten weit verbreitet. CRTV sendet zweisprachige Nachrichten; regionale und Gemeinderadios können auch lokale Sprachen und Kulturen berücksichtigen. Für die Presse gelten Gesetz 90/052 und seine Änderung durch Gesetz 96/04. Die administrative Zensur von Presseorganisationen wurde abgeschafft; Pflichten zu Genauigkeit, journalistischer Ethik, Würdeschutz, öffentlicher Ordnung und den Rechten anderer gelten weiterhin. Ein Presseausweis erleichtert den Zugang zur Berichterstattung. Die Nationale Presseausweiskommission arbeitet auf Grundlage eines Dekrets von 2019. Bei einer Sitzung am 23. Mai 2025 wurden 6 von 51 neuen Anträgen angenommen, 28 zurückgestellt und 17 abgelehnt; außerdem wurden 101 Verlängerungen bearbeitet. Unvollständige Unterlagen waren ein häufiger Ablehnungsgrund. Die geprüften offiziellen Seiten nennen keine einheitlichen aktuellen Gebühren, Bearbeitungszeiten oder vollständigen Zugangsvoraussetzungen. Für audiovisuelle Dienste gilt Gesetz 2015/007. Das Zulassungssystem umfasst unter anderem redaktionelle Anbieter, Inhaltsaggregatoren, Vertriebsunternehmen, Anbieter von Zugangskontrollen, mobiles und Satellitenfernsehen, Kabelverteilung und Plattformbetreiber. ART weist Frequenzen mit Zustimmung des NCC zu; außerdem ist eine Betriebslizenz des zuständigen Ministeriums erforderlich. Der NCC kann Verwarnungen aussprechen, vorübergehende Aussetzungen verhängen oder ein endgültiges Verbot anordnen. Bei privaten audiovisuellen Lizenzen wird ein Antrag bei MINCOM und NCC eingereicht. Einheitliche öffentliche Angaben zu Bearbeitungszeit oder Gebühr wurden nicht veröffentlicht. CRTV bietet unter anderem CRTV, CRTV NEWS, CRTV SPORT, Poste National, Suelaba FM, CRTV237WEBRADIO und Mount Cameroon FM an. Radio- und Fernsehsendungen sind teilweise live im Internet verfügbar; außerdem gibt es Wiederholungen und die myCRTV-App. Dafür braucht man ein kompatibles Gerät, Strom, eine Netzverbindung und Datenvolumen. Die regionale Verfügbarkeit kann vom landesweiten Angebot abweichen. CamerBox bietet von CRTV unterstützte legale kamerunische Fernsehkanäle live und auf Abruf. Die Kontoeröffnung ist kostenlos, der anschließende Zugang kostenpflichtig. In Kamerun wird in Zentralafrikanischen CFA-Francs (FCFA), für die Diaspora in Euro bezahlt, unter anderem per MTN Mobile Money, Orange Money oder Karte. Das Abonnement kann ohne feste Bindung gekündigt werden; auf der geprüften Seite war kein einheitlicher aktueller Tarif angegeben. Der Medienzugang ist stark mobil ausgerichtet. ART meldete 2024 mehr als 15 Millionen Internetabonnements, davon 99 Prozent über Mobilfunk, einen Anstieg des Datenverkehrs um 26 Prozent und mehr als 31,5 Millionen aktive Mobilfunkanschlüsse. Laut MINPOSTEL und dem Nationalen Statistikinstitut (INS) nutzten mehr als 80 Prozent der Erwachsenen ein Mobiltelefon; in den drei Monaten vor der Erhebung hatten 47 Prozent Internetzugang. Die Nutzung konzentriert sich stark auf Städte. Datenpreise, Geräte, Stromversorgung, Netzqualität und starre Tarife beeinflussen daher den tatsächlichen Zugang zu Streaming, Onlinepresse und sozialen Medien. Den verfügbaren Zahlen zufolge waren 2023 etwa 10 Millionen Menschen online, die meisten davon im Alter von 15 bis 35 Jahren. Soziale Medien werden überwiegend auf Mobilgeräten genutzt. Seit August 2020 wirbt MINPOSTEL für verantwortungsvolle Nutzung sozialer Plattformen. Das Digital Citizenship Festival 2025 richtete sich besonders an junge Menschen und behandelte Desinformation, Betrug, Identitätsdiebstahl und Cybermobbing. ANTIC meldete für 2023 mehr als 2.500 Cybervorfälle. Prüfen Sie Quellen, vergleichen Sie Informationen mit offiziellen Kanälen, sichern Sie Belege und melden Sie Missbrauch. Die Recherche fand keine unabhängige staatliche Stelle zur öffentlichen Faktenprüfung. Medienanbieter müssen Privatsphäre, Würde und Sicherheit der Nutzer achten. Für audiovisuelle Verbraucher umfasst dies unter anderem den Schutz von Gesundheit und Umwelt, angemessene Qualität, kontinuierliche und sichere Dienste, deren Aufrechterhaltung, Vorankündigung von Unterbrechungen sowie Möglichkeiten für Beschwerden, Rückerstattungen und Entschädigungen. Beschwerden können an den Anbieter, den NCC oder zuständige Verbraucherschutzstellen gerichtet werden. Der NCC veröffentlicht einen Beschwerdeleitfaden und Kontaktdaten, aber keine allgemeine verbindliche Antwortfrist. Kinder und Jugendliche genießen besonderen Schutz. Der NCC muss ihre Würde in allen Medien schützen. Gesetz 2023/009 enthält eine Charta zum Schutz von Kindern im Internet; ANTIC arbeitet mit einer entsprechenden Schutzstruktur. Zu den Risiken gehören Cybermobbing, ungeeignete oder sexuelle Inhalte, Missbrauchsdarstellungen von Kindern, Grooming, sexuelle Kontaktanbahnung, ausbeuterische Werbung und Werbung für Online-Glücksspiel. Eine entsprechende Meldeplattform wird empfohlen; die Recherche konnte jedoch kein bestätigtes landesweites Meldeportal feststellen. Gesetz 2010/012 regelt Cybersicherheit und Cyberkriminalität. Beiträge in sozialen Medien können deshalb neben Datenschutz- und Würdevorschriften auch Beschränkungen aus dem Cyberstrafrecht und zum Schutz der öffentlichen Ordnung unterliegen. Laut vorliegenden Informationen wurde das Datenschutzgesetz 2024/017 am 23. Dezember 2024 verabschiedet. Während Wahlen soll Berichterstattung objektiv, ausgewogen und unparteiisch sein; Medien sollen gleichen Zugang ermöglichen. Die Veröffentlichung von Teilergebnissen oder Trends vor der offiziellen Bekanntgabe ist eingeschränkt. Urheber- und verwandte Schutzrechte werden unter anderem durch Gesetz 2000/011 und Dekret 2015/3979 in der 2016 geänderten Fassung geregelt. Geschützt sind außerdem Rechte von ausübenden Künstlern, Produzenten von Ton- und Bildaufnahmen sowie audiovisuellen Kommunikationsunternehmen. Nachrichten und aktuelle Ereignisse dürfen nur unter den geltenden rechtlichen Bedingungen verbreitet oder gesendet werden, mit klarer Quellen- und Urheberangabe und ohne vorbehaltenes Verwertungsrecht. Streaming, Weiterverbreitung und öffentliche Zugänglichmachung von Inhalten Dritter erfordern grundsätzlich Rechteklärung oder eine Lizenz. Kosten für Zeitungen, Daten, Radio und Fernsehen unterscheiden sich nach Anbieter, Ort, Gerät und Zugangsart; einen einheitlichen landesweiten Medienpreis gibt es nicht.
Medien in Kamerun
Die Medienlandschaft in Kamerun umfasst Presse, Radio, Fernsehen, Onlinedienste, Streaming und soziale Medien. Der Zugang ist formal etabliert, aber nach Region, Sprache und finanziellen Möglichkeiten ungleich: Mobiltelefone dominieren, während Stromversorgung, Geräte, Datenpreise und Netzqualität den Zugang begrenzen. Französisch und Englisch prägen staatliche und landesweite Angebote; CRTV sowie regionale und Gemeinderadios vergrößern die Reichweite. Für die Mediennutzung gelten Regeln zu journalistischer Sorgfalt, Persönlichkeitsrechten, Kinder- und Jugendschutz, Cybersicherheit und Urheberrecht.
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