Das Institut für Beschäftigung und Berufsbildung (Instituto do Emprego e Formação Profissional, IEFP) setzt die staatliche Beschäftigungs- und Qualifizierungspolitik um. Die Zentren für Beschäftigung und Berufsbildung (Centros de Emprego e Formação Profissional, CEFP) informieren über Angebote nach Insel und Gemeinde; IEFP bietet teilweise auch Online-Lernen an. Modulare Weiterbildung folgt dem Nationalen Qualifikationskatalog (Catálogo Nacional de Qualificações, CNQ) und umfasst die Qualifikationsstufen 2 bis 5. Einzelne Module können manchmal zertifiziert und später zu einer Qualifikation kombiniert werden, ohne dass jedes Modul im Rahmen eines durchgehenden Ausbildungsprogramms absolviert werden muss. Ein modularer Bildungsweg kann bis zu 600 Stunden umfassen. Im regulären Betrieb gelten höchstens sechs Stunden täglich und 35 Stunden wöchentlich; neben einer Beschäftigung liegt die Grenze im Allgemeinen bei vier Stunden täglich. Für betriebliche Anforderungen können Unternehmen mit einem Anbieter eine Vereinbarung zur modularen Ausbildung (Acordo de Formação Modular) schließen und die Ausbildung im Betrieb organisieren. Erwachsene können je nach Zugangsvoraussetzungen, Beschäftigung und Zugehörigkeit zu einem Ausbildungszentrum teilnehmen. Für Qualifikationsstufe 3 oder höher ist ab 18 Jahren unter Umständen ein Zugang über Schlüsselkompetenzen möglich; fehlende schulische Voraussetzungen können eine Aufnahmeprüfung oder Kompetenzmodule erfordern. Das Verfahren zur Anerkennung, Validierung und Zertifizierung von Kompetenzen (Reconhecimento, Validação e Certificação de Competências, RVCC) erkennt nicht formal oder informell erworbene Kompetenzen an und umfasst Information, Anerkennung, Validierung und Zertifizierung. Es setzt im Allgemeinen ein Mindestalter von 25 Jahren und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung voraus. Fehlende Kompetenzbereiche können durch zusätzliche Module ergänzt werden; eine doppelte Zertifizierung (dupla certificação) erfordert sowohl einen allgemeinbildenden als auch einen beruflichen Bestandteil. Nur akkreditierte öffentliche, private oder genossenschaftliche Anbieter dürfen rechtlich anerkannte Zertifikate ausstellen und müssen die CNQ-Vorgaben, Prüfungen und die Berichterstattung über Angebote und Teilnehmende einhalten. Teilnehmende müssen die festgelegte Modulfolge einhalten und dürfen dasselbe Modul nicht gleichzeitig bei mehreren Anbietern belegen. Zertifikate und erworbene Leistungspunkte können angesammelt werden. Es gibt keine einheitliche Gebührenordnung, da Kosten und Finanzierung von Kurs, Anbieter und Förderausschreibung abhängen; Reise, Material oder Gebühren können zusätzlich anfallen. Förderung und Zuschüsse werden unter anderem über den Fonds zur Förderung von Beschäftigung und Ausbildung (Fundo de Promoção do Emprego e Formação, FPEF) bereitgestellt. Edital 01/2024 sah für bestimmte geförderte Zielgruppen auf den Kompetenzstufen CSU 1 und 2 eine Förderung von bis zu 100 Prozent vor. Edital 03/2025/M1 nennt den 31. Oktober 2026 als Angebotsfrist. Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf bezahlten Bildungsurlaub ist für Cabo Verde nicht belegt. CEFP-Angebote sind für Boa Vista, Fogo, Sal, Santiago, Santo Antão, São Nicolau und São Vicente dokumentiert; auf anderen Inseln hängt der Zugang von konkreten Partnerschaften, Ausschreibungen oder Onlineangeboten ab. Berufliche Weiterbildung ist in Cabo Verde somit formal etabliert, ihre praktische Durchführung hängt jedoch von Insel, Anbieter und Ausschreibung ab.
Berufliche Weiterbildung in Cabo Verde
Berufliche Weiterbildung, auf Portugiesisch formação profissional contínua, aktualisiert, vertieft oder erweitert berufliche Kompetenzen in Cabo Verde. Das Angebot reicht von einzelnen CNQ-Modulen über Erwachsenenbildung bis zur Anerkennung bereits erworbener Fähigkeiten. Zugang, Finanzierung und Kursangebot hängen von Insel, Anbieter, Ausschreibung und persönlichen Umständen ab.
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