Die Union der Komoren ist ein junger vulkanischer Archipel im westlichen Indischen Ozean und im nördlichen Mosambikkanal. Die Naturräume reichen von der Tiefsee und vulkanischen Küstenhöhlen bis zu Bergen von etwa 2.360 Metern Höhe. Der Karthala ist ein aktiver Vulkan mit einer etwa drei Kilometer breiten Caldera. Zu den weiteren Landschaften gehören feuchte Berg- und Nebelwälder, Hochlandheiden und -wiesen, Vulkanhänge, Schluchten, Wasserfälle, Korallen- und Vulkanstrände, Saum- und Barriereriffe, Lagunen, Mangroven und Seegraswiesen. Auf den Komoren gibt es etwa 1.000 einheimische Gefäßpflanzenarten. Rund 30 Prozent gelten als endemisch, auch wenn die Bestandsaufnahmen unvollständig sind. Zu den wichtigen Tierarten zählen der Quastenflosser, die Livingstone-Flughundart, die komorische Form des Seychellen-Flughunds, der Karthala-Brillenvogel, die Karthala-Zwergohreule, der Karthala-Schnäpper, der Grande-Comore-Drongo, die Blaue Taube, endemische Reptilien, Orchideen und Baumfarne. In den Gewässern der Komoren kommen außerdem Grüne Meeresschildkröten, Echte Karettschildkröten, Dugongs, Buckelwale und Delfine vor. Besonders stark ist die Waldzerstörung auf Ndzouani. Weitere Belastungen sind Rodung, nicht nachhaltige Holznutzung, Überfischung, zerstörerische Fischerei, Wilderei von Meeresschildkröten, Küstensandabbau, Lebensraumfragmentierung, invasive Arten wie Ratten, Katzen, Mungos und Lantana camara sowie Sedimenteintrag in Riffe. Die Nationalparkagentur der Komoren (Agence Parcs nationaux des Comores, ANAP) arbeitet mit dem für Umwelt zuständigen Ministerium, den Insel- und Lokalbehörden sowie Dorfgemeinschaften zusammen. Das aktuelle nationale Netzwerk umfasst nach den vorliegenden Angaben sechs Parks und etwa 116.577 Hektar Land- und Meeresflächen mit biologischer Vielfalt. Dazu gehören der Nationalpark Mohéli/Mwali, der Cœlacanthe-Park, der Park Mitsamiouli-Ndroudé, der Karthala-Park, der Park Shisiwani oder Shissiwani und der Park Mont Ntringui. Der Nationalpark Mohéli/Mwali begann 2001 als Meeresschutzgebiet und wurde 2015 auf Landflächen ausgeweitet; auf der Parkseite werden 4.404 Hektar angegeben. Das nationale Netzwerk und seine Verwaltungskapazitäten werden im Rahmen von RNAP2 und verwandten Programmen weiter ausgebaut. Die Ramsar-Registrierung führt drei Feuchtgebiete mit einer Gesamtfläche von 16.030 Hektar. Der Dziani-Boudouni-See, auch Dziani Boundouni genannt, ist ein 30 Hektar großer Süßwasser-Kratersee und Vogellebensraum. Er wurde 1995 registriert. Die Komoren haben außerdem Naturräume auf der vorläufigen UNESCO-Liste, darunter Meeresökosysteme sowie Landökosysteme mit Kulturlandschaften. Ein Platz auf der vorläufigen Liste ist nicht mit einer Aufnahme in die Welterbeliste gleichzusetzen. Die Einstufung als Schutzgebiet erfolgt durch einen Beschluss des Ministerrats nach einer öffentlichen Untersuchung und Anhörung lokaler oder regionaler Stellen. Der Beschluss legt Grenzen, mögliche Pufferzonen, Managementplan, Verwaltungsstelle und Pflichten der betroffenen Gemeinschaften fest. Managementpläne sollen vereinbare traditionelle Aktivitäten priorisieren und Pflichten sowie mögliche Formen von Entschädigung oder Unterstützung definieren. Der Rechtsrahmen erkennt Artenvielfalt und Lebensräume als nationales und universelles Erbe an, gewährt Bürgerinnen und Bürgern das Recht auf eine gesunde Umwelt und verpflichtet sie, sie zu schützen. Arten der Kategorie 1 stehen unter vollem Schutz, Arten der Kategorie 2 unter kontrolliertem Schutz. Waldbrände, Rodung, Entwaldung und Anbau außerhalb geregelter Produktionssektoren sind nach den Umweltvorschriften verboten. Zugang hängt vom Ort und der jeweiligen Aktivität ab. Anwohnerinnen und Anwohner, Nutzerinnen und Nutzer mit überlieferten Rechten, Besucher und Forschende unterliegen weiterhin dem Naturschutzrecht, den Managementplänen, Parkregeln und lokalen Vereinbarungen zur Mitverwaltung. Ein uneingeschränkter, kostenloser Zugang kann nicht allgemein vorausgesetzt werden. Wanderungen in Richtung des Karthala-Kraters, die Beobachtung von Wald und Wildtieren, Beobachtungen von Meeresschildkröten bei der Eiablage und beim Schlüpfen, Wal- und Delfinbeobachtungen sowie Besuche von Riffen, Mangroven und Seegrasgebieten sind möglich, sofern die örtlichen Bedingungen es erlauben. ANAP fördert naturbasierten Tourismus auch, um Einkommen für Gemeinschaften zu schaffen. Ob Aktivitäten stattfinden können, hängt beispielsweise von Führungen, Booten, Wetter, Jahreszeit, Sicherheitslage und den örtlichen Regeln ab. Eine verlässliche landesweite Eintrittspreisliste, zentrale Buchungsstelle oder allgemeine Genehmigungsübersicht gibt es nicht. Kläre daher örtliche Kosten und erforderliche Genehmigungen vor der Reise. ANAP ist unter BP 41 Moroni und +269 75 00 01 erreichbar. Natur auf den Komoren ist außerdem von Wirbelstürmen und Stürmen, vulkanischer Aktivität am Karthala, Starkregen, Überschwemmungen, Erdrutschen, Dürren, unregelmäßigen Niederschlägen, steigendem Meeresspiegel und Küstenerosion betroffen. Diese Belastungen können Wälder schädigen, die Hangabtragung verstärken, Sedimenteintrag in Riffe erhöhen, Feuchtgebiete verändern und den Zugang unterbrechen. Detaillierte Notfall- und Katastrophenhilfe gehört zum gesonderten Thema Katastrophen; die Folgen für Natur und Flächennutzung sind jedoch für Naturschutz und Landmanagement relevant. Die belegten Bildungsangebote von ANAP umfassen Umweltbewusstsein, Schulungen, Aktivitäten mit Gemeinschaften, Beratung zu nachhaltiger Landwirtschaft, Hinweise für Besucherinnen und Besucher sowie Forschungskooperationen. Ein eigenständiger landesweiter Bildungsweg zum Thema Natur ist nicht belegt.
Natur auf den Komoren
Die Natur auf den Komoren umfasst Vulkanlandschaften, Wälder, Riffe, Lagunen, Mangroven, Feuchtgebiete und Küstengewässer auf Ngazidja, Ndzouani und Mwali. Diese Ökosysteme tragen zur Frischwasserversorgung, Nahrungsmittelproduktion, Fischerei, zum Küstenschutz, zum Lebensunterhalt und zum Tourismus bei. Zugleich bieten sie vielen endemischen und gefährdeten Arten Lebensraum. Schutzgebiete verbinden den Naturschutz mit geregelter Nutzung und Beteiligung der Gemeinschaften.
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