Der formelle Rahmen für das Katastrophenmanagement in Malawi stützt sich hauptsächlich auf den Disaster Risk Management Act 2023, der am 1. November 2023 in Kraft trat, und die National Disaster Risk Management Policy 2015. Das Department of Disaster Management Affairs (DoDMA) koordiniert die nationalen Maßnahmen. Der Beauftragte für Katastrophenrisikomanagement unterstützt Pläne, Risikobewertungen, Frühwarnverfahren, Reaktion und Wiederaufbau. Distriktbeauftragte, lokale Verwaltungsbehörden und Distrikt- oder Gebiets-Komitees für Katastrophenrisikomanagement koordinieren einen großen Teil der Arbeit vor Ort. Das Katastrophenmanagementsystem Malawis wird daher national koordiniert, ist aber in den Distrikten unterschiedlich leistungsfähig. Überschwemmungen sind die unmittelbarste weit verbreitete Gefahr. Flusshochwasser, Sturzfluten, starke Regenfälle in Städten und Überschwemmungen am Seeufer betreffen den Lower Shire und das Einzugsgebiet des Shire River, die Südregion, Siedlungen am Seeufer und tiefliegende Gemeinden. In allen vier großen Städten gibt es überschwemmungsgefährdete Gebiete. Wirbelstürme und tropische Stürme können insbesondere im Süden und Osten Malawis extreme Niederschläge, starke Winde und Schlammlawinen verursachen. Dürren, El-Niño-Bedingungen und längere Trockenperioden betreffen das ganze Land und können Ernten, Ernährungssicherheit, Wasserversorgung und Lebensgrundlagen beeinträchtigen, besonders dort, wo Landwirtschaft vom Regen abhängt. Nach starkem Regen steigt das Erdrutschrisiko an steilen oder erosionsgefährdeten Hängen. Gewitter, Blitze, Hitzewellen und starke Winde sind saisonale Risiken. Erdbeben bleiben entlang des Ostafrikanischen Grabens ein regionales Risiko, unter anderem in Gebieten um Karonga, Chilumba, Nkhata Bay, Nkhotakota und Chipoka. Waldbrände kommen vor, haben aber eine geringere belegte Priorität. Da Malawi keinen Meereszugang hat, besteht kein unmittelbares Küstentsunami-Risiko. Seit 1960 sind die Temperaturen um etwa 0,9 °C gestiegen. Prognosen gehen bis 2050 von einer zusätzlichen Erwärmung um ungefähr 1 bis 3 °C, einem späteren Beginn der Regenzeit, einem früheren Ende der Regenzeit und häufigeren extremen Niederschlägen aus. Diese Veränderungen können die Häufigkeit oder Schwere von Überschwemmungen, Dürren und Wirbelsturmfolgen erhöhen. Ländliche Gemeinden mit regenabhängigem Ackerbau, Haushalte mit niedrigem Einkommen, Kinder, ältere Menschen, von Frauen geführte Haushalte, Menschen mit Behinderungen sowie abgelegene Gemeinden am Seeufer oder im Lower Shire können stärker gefährdet sein oder größere Schwierigkeiten haben, Hilfe zu erreichen. Zur Vorsorge gehören nationale und lokale Katastrophenrisikopläne, Mehrgefahren-Notfallpläne, Risikobewertungen, öffentliche Informationen, Schulungen, Übungen, Gerätezertifizierungen und Kontinuitätspläne für wichtige Dienste. Behörden können Risikogebiete ausweisen und Bauvorschriften, Umsiedlungen oder Wiederansiedlungsmaßnahmen einsetzen. Für 2024 wurden fünf Distrikt-Einsatzleitzentren, sogenannte Emergency Operation Centres (EOCs), in Zomba, Karonga, Salima, Dedza und Phalombe dokumentiert. Ein EOC unterstützt bei einem Notfall die Koordination von Informationen, Entscheidungen, Einsatzkräften und Hilfsgütern. Ob ein EOC und andere Dienste derzeit verfügbar sind, muss vor Ort geprüft werden. Das Department of Climate Change and Meteorological Services (DCCMS) überwacht Wetter und Klima mit mehr als 100 automatischen Wetterstationen und 21 konventionellen synoptischen Stationen. Das Department of Water Resources gibt nach dem Gesetz Frühwarnungen zu Flusshochwasser heraus. Warnungen und Hinweise des DCCMS können Starkregen, Sturzfluten, Hitzewellen, starke Winde und Blitze betreffen. Informationen können über metmalawi.gov.mw, die Zanyengo-App, Fernsehen, MBC, nationale und lokale Radiosender, soziale Medien und WhatsApp verbreitet werden. Chenjezo 24/7 ist eine zweisprachige Warn-App auf Englisch und Chichewa, die SMS-, WhatsApp-, E-Mail- und Push-Benachrichtigungen senden und Evakuierungskarten, Notfallkontakte, Meldungen und Chatbot-Funktionen bereitstellen kann. Die dokumentierte Nutzung zur Vorsorge konzentrierte sich besonders auf städtische Gebiete wie Lilongwe und Mzuzu. Gemeindevorsteher, traditionelle Führungspersonen, lokale Räte und das Malawi Red Cross Society können Warnungen vor Ort verbreiten. Das nationale Mehrgefahrenwarnsystem ist noch nicht vollständig eingerichtet; die Warnkette ist daher uneinheitlich. In den geprüften amtlichen Quellen wurde keine einzige landesweite Notrufnummer genannt. Der Präsident ruft den Katastrophenstand aus und veröffentlicht ihn im Amtsblatt, wenn das Ausmaß eines Ereignisses außergewöhnliche Maßnahmen erfordert. Die Erklärung aktiviert die Reaktionsregelungen sofort. Sie gilt normalerweise drei Monate und kann jeweils um bis zu drei Monate verlängert werden. DoDMA und der Beauftragte koordinieren Notfallinformationen, Warnungen, Hilfsmaßnahmen, Such- und Rettungseinsätze, Unterkünfte, Verkehr und Zugangsbeschränkungen, Trümmerbeseitigung und vorübergehende Infrastruktur. Distriktbeauftragte und lokale Katastrophenmanagementkomitees leiten die Koordination vor Ort. Je nach Situation unterstützen Polizei, Malawi Defence Force, Malawi Red Cross Society, Organisationen der Vereinten Nationen und weitere Organisationen. Überschwemmte Straßen und Brücken, Stromausfälle, Wasserunterbrechungen und beschädigte Telekommunikation können den Zugang verzögern. Der Beauftragte kann bei einer Katastrophe oder drohenden Gefahr eine Evakuierungsanordnung erlassen. Sie nennt die Gefahr, das Evakuierungsgebiet und das mögliche Ausmaß von Verlusten oder Verletzungen und sollte den betroffenen Einwohnern und der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Menschen können zu einem Evakuierungszentrum geleitet werden. Evakuierungen sollten nach den geltenden Standardverfahren erfolgen, die Trennung von Familien verringern und Sicherheit und Menschenrechte schützen. Menschen müssen rechtmäßige Evakuierungsanweisungen befolgen und dürfen Einsatzkräfte nicht behindern; das Gesetz erlaubt unter den darin vorgesehenen Umständen angemessene Gewalt. Ein Aufenthalt in einem Evakuierungszentrum kann bis zu drei Monate dauern und jeweils um bis zu drei Monate verlängert werden. Ein zuständiger Beamter verwaltet das Zentrum, schützt die Rechte der Bewohner und sollte ein Beschwerdeverfahren anbieten. Für eine Umsiedlung aus einem Hochrisikogebiet außerhalb eines akuten Notfalls ist eine Frist von mindestens 30 Tagen einzuhalten. Die Mitteilung muss Grund, Grenzen, Verfahren, Umsiedlungsort sowie Maßnahmen zur Schadensminderung oder Entschädigung nennen. Hilfe wird üblicherweise über DoDMA und den Beauftragten, den Distriktbeauftragten oder das Katastrophenmanagementkomitee, ein EOC oder Evakuierungszentrum sowie eine Bedarfsermittlung koordiniert. Für Malawi ist keine landesweite Zusage dokumentiert, dass jede betroffene Person Geld- oder Sachleistungen erhält. Hilfe hängt vom Ereignis, der Bedarfsermittlung, verfügbaren Ressourcen und der Kapazität von Partnern ab. Lebensmittel, Wasser, Unterkunft, grundlegende Gesundheitsversorgung, Bildung, Wasser- und Sanitärdienste sowie andere lebensnotwendige Güter gehören häufig zu den Prioritäten. Auf Empfehlung des National Disaster Risk Management Committee kann der Präsident internationale Hilfe anfordern; DoDMA koordiniert die Reaktion. Der Disaster Risk Management Trust Fund kann Mittel aus Zuweisungen, Spenden und Zuschüssen für Vorsorge, Reaktion, Hilfe, Wiederherstellung von Lebensgrundlagen und Infrastruktur sowie Entschädigungen erhalten. Die im Gesetz vorgeschriebene öffentliche Informationsdatenbank zum Katastrophenmanagement ist kostenlos zugänglich. Eine allgemeine Gebühr oder feste Zahlung für Betroffene ist nicht dokumentiert; Kosten für Warnkanäle oder SMS sind nicht angegeben. Nach den unmittelbaren Maßnahmen kann das National Disaster Risk Management Committee ein Wiederaufbauprogramm einrichten. DoDMA koordiniert die Wiederherstellung und den Wiederaufbau nach dem Grundsatz „besser wiederaufbauen“. Eine Bewertung des Bedarfs nach der Katastrophe ermittelt kurz-, mittel- und langfristige Prioritäten. Der Wiederaufbau kann Lebensgrundlagen, Landwirtschaft und Bewässerung, Wohnraum, Straßen und Brücken, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Wasser und Sanitärversorgung, Strom, Telekommunikation und Märkte umfassen. Hochwasserbeständige Verkehrs-, Entwässerungs- und Flussinfrastruktur ist im Lower Shire und im Einzugsgebiet des Shire besonders wichtig. Zyklon Freddy betraf 2023 mehr als zwei Millionen Menschen, verursachte Schäden und wirtschaftliche Verluste von etwa 506,7 Millionen US-Dollar und einen geschätzten Bedarf von etwa 680,4 Millionen US-Dollar für Wiederaufbau und Wiederherstellung. Der Verkehr erlitt die größten Infrastrukturschäden; Schäden am Wasserkraftwerk Kapichira hatten zuvor etwa 30 % der nationalen Erzeugungskapazität beeinträchtigt. Von einer Katastrophe betroffene Menschen haben Anspruch auf sichere Evakuierung, eine Behandlung unter Wahrung ihrer Rechte, zugängliche Informationen und eine Möglichkeit, Beschwerden einzureichen. Wer Hilfe leistet, sollte sich mit den zuständigen Behörden abstimmen und die Hilfe an den ermittelten Bedarf anpassen. Falsche Angaben zu Hilfsansprüchen sowie die zweckwidrige Verwendung, der Verkauf oder die Umleitung von Hilfsgütern sind Straftaten. Behörden können für Katastrophenmaßnahmen Geräte, Grundstücke oder Vorräte erwerben; nach dem Gesetz ist eine angemessene Entschädigung vorgesehen. Aktuelle Warnungen im Distrikt, Evakuierungszentren, Straßenzugang, lokale Kontakte und verfügbare Hilfe sollten über DoDMA, den zuständigen Distriktbeauftragten, lokale Katastrophenschutzstrukturen oder aktive Warnkanäle bestätigt werden, denn Lage und Einsatzabdeckung ändern sich je nach Ort.
Katastrophen in Malawi
Malawi ist von schweren Überschwemmungen, Dürren, Wirbelstürmen, Erdrutschen und anderen Notlagen betroffen, die Menschen, Lebensgrundlagen, Verkehr, Wasser, Strom und Kommunikation beeinträchtigen können. Überschwemmungen, Dürren und die Auswirkungen von Wirbelstürmen verursachen die größten praktischen Risiken, besonders im Lower Shire, in der Südregion, an Seeufern und in anderen exponierten Siedlungen. Katastrophenmanagement in Malawi umfasst Risikominderung, Warnungen, Vorsorge, Notfallmaßnahmen, Evakuierung, Hilfe und Wiederaufbau.
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