Die frühe Geschichte der Malediven lässt sich nur schwer rekonstruieren, weil es wenige schriftliche Aufzeichnungen gibt und viele Berichte erst viel später festgehalten wurden. Archäologische Stätten, Bauwerke aus Korallenstein, buddhistische Überreste, Inschriften, Begräbnisstätten und Handelsgüter zeigen, dass die Inseln in größere Netzwerke im Indischen Ozean eingebunden waren. Ausgrabungen an Orten wie Kaashidhoo belegen buddhistische Klostergemeinschaften vor dem Islam; einige Funde lassen auch auf ältere religiöse Einflüsse schließen. Umfang und Abfolge dieser frühen Traditionen sind weiterhin Gegenstand historischer Forschung. Traditionelle Berichte datieren die Konversion der Herrscherdynastie zum Islam auf das Jahr 1153 und bringen sie mit dem Herrscher Dhovemi in Verbindung. Der Islam wurde daraufhin zur Grundlage des maledivischen Sultanats. Wie sich der religiöse Wandel auf den Inseln verbreitete, lässt sich jedoch nicht in allen Einzelheiten rekonstruieren. Die Malediven trieben weiterhin Handel im Indischen Ozean, unter anderem mit Kaurischnecken, die in Teilen Asiens und Afrikas als Zahlungsmittel dienten. Berichte von Reisenden wie Ibn Battuta liefern wertvolle Hinweise auf das Sultanat im 14. Jahrhundert, müssen aber zusammen mit lokalen Überlieferungen und archäologischen Funden betrachtet werden. Die Portugiesen nahmen Malé 1558 ein und kontrollierten die Malediven, bis der Widerstand ihre Besetzung 1573 beendete. 1887 ging das Sultanat ein Protektoratsverhältnis mit Großbritannien ein. Großbritannien übernahm die Verantwortung für Verteidigung und Außenbeziehungen, während die maledivischen Behörden die innere Verwaltung behielten. Am 25. Juli 1965 wurden die Malediven unabhängig. 1968 wurde das Sultanat abgeschafft und das Land zur Republik. Zur neueren Geschichte gehören auch das Wachstum des Tourismus seit den 1970er-Jahren, die anhaltende Bedeutung der Fischerei und der Seeverbindungen sowie das politische Verhältnis zwischen Malé und den weit verstreuten Atollen. Ein verlässlicher Bericht vergleicht deshalb mündliche Überlieferungen, spätere Chroniken, ausländische Reiseberichte, Architektur, Inschriften und archäologische Befunde, statt eine einzelne Quelle als vollständige Aufzeichnung zu behandeln.
Geschichte auf den Malediven
Archäologische Funde belegen, dass Menschen seit mehr als zwei Jahrtausenden auf den Malediven leben. Buddhistische Gemeinschaften bestanden, bevor im 12. Jahrhundert ein islamisches Sultanat errichtet wurde. Die portugiesische Herrschaft dauerte von 1558 bis 1573. 1887 wurden die Malediven britisches Protektorat, 1965 unabhängig und 1968 zur Republik.
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