Menschen erkennen eine Freundschaft gewöhnlich daran, dass aus einer Bekanntschaft eine freiwillige, wiederkehrende und gegenseitige persönliche Verbindung wird. In Bamanankan bedeutet teri „Freund“, teriya „Freundschaft“; terikɛ und terimuso bezeichnen einen männlichen beziehungsweise weiblichen Freund. In Mali gibt es 13 Nationalsprachen und mehr als 50 indigene Sprachen. Diese Begriffe sind daher nicht landesweit gebräuchlich. Auch die französischen Begriffe ami, amie und amitié werden verwendet. Freundschaften entstehen durch freie Wahl oder Einladung von Gleichaltrigen, nicht durch einen Antrag oder eine gesetzliche Anspruchsprüfung. Verbreitete Umfelder sind Nachbarschaften, Schulen, Arbeitsplätze, Sport, Kulturveranstaltungen, örtliche Gruppen Gleichaltriger, Gemeinschaftsvereine, Mentoren, Peer-Bildung sowie Messenger- oder Social-Media-Gruppen. Ein Grin ist eine informelle Freundschafts- oder Jugendgruppe, die sich regelmäßig an einem vertrauten Ort zu Tee, Musik, Karten, Gesprächen und gemeinsamer Freizeit trifft. Grins sind vor allem für städtische und stadtrandnahe Gebiete dokumentiert. Eine Studie mit 11 Grins in Kounda erfasste 7 bis 18 Mitglieder je Gruppe im Alter von 18 bis 25 Jahren; diese historischen Ergebnisse sind keine landesweiten Zahlen. In ländlichen Gemeinschaften kann es funktionale Entsprechungen geben, ohne dass eine einheitliche nationale Struktur besteht. Freundschaft kann regelmäßige Treffen, Gespräche, gemeinsame Aktivitäten, emotionale Unterstützung, Stressabbau, Verhaltenskorrektur, Hilfe in der Nachbarschaft und wirtschaftliche Unterstützung umfassen. In örtlicher Forschung beschriebene Normen in Grins beinhalten Gleichheit, Respekt, freie Meinungsäußerung und die Möglichkeit zum Widerspruch. In einer Studie wurde die Mitgliedschaft mit höherer Vertrauenswürdigkeit in Verbindung gebracht; daraus folgt nicht, dass die Gruppenmitgliedschaft diesen Unterschied verursacht. Zugang und Teilnahme hängen von Ort, Alter, Geschlecht, sozialer Stellung und Sicherheitslage ab. Die verfügbaren Erkenntnisse zu Grins betreffen besonders junge Männer. Gemeinschaftsvereine, Mentoren und Peer-Gruppen für Mädchen und Frauen sind ebenfalls dokumentiert, ein gleichberechtigter Zugang in ganz Mali ist jedoch nicht belegt. Digitale Kontakte können Freundschaften über Entfernungen hinweg erhalten, wenn Geräte, Netze und Daten verfügbar sind. In einer Querschnittsstudie von 2020, die Bamako und 12 weitere Orte umfasste, entfielen 29,69 % der erfassten Social-Media-Nutzung auf WhatsApp, 26,01 % auf Facebook und 16,74 % auf YouTube. Diese Werte bilden eine Momentaufnahme der Studie ab, keinen aktuellen landesweiten Anteil. Migration oder Heirat kann die Teilnahme an einem Grin verringern oder beenden; Anrufe, Nachrichten, Besuche und praktische Hilfe können eine Freundschaft erhalten. Abschiedstreffen können Fotos, Tee, Zigaretten, Geschenke oder Geld umfassen. Informelle Kosten variieren und können Speisen, Tee, mobile Daten, Transport und Gruppenbeiträge umfassen. Treffen können regelmäßig und in manchen örtlichen Zusammenhängen täglich stattfinden; einen nationalen Zeitplan oder einheitliche Gebühren gibt es nicht. Meinungsverschiedenheiten werden gewöhnlich durch Gespräche, Gruppennormen oder Vermittlung durch soziale, gemeinschaftliche oder traditionelle Akteure behandelt. In Mali gibt es kein besonderes formelles Vermittlungsverfahren für Freundschaften und keine durchsetzbare Regel, die Versöhnung oder fortgesetzten Kontakt verlangt. Konflikt oder Vertreibung kann die Unterstützung durch Gruppen in manchen Umfeldern stärken, aber auch Abschottung, Ausgrenzung und Vertrauensverlust fördern. Berichte über Gewalt oder Rivalitäten beziehen sich auf örtliche Befunde und dürfen nicht verallgemeinert werden. Ein Sport-, Kultur- oder anderer Verein kann wiederkehrende Kontakte zu Gleichaltrigen ermöglichen, verfolgt rechtlich aber einen anderen Zweck als Freundschaft. Nach dem mit dem Ministerium für Territorialverwaltung und Dezentralisierung verbundenen Verwaltungsrahmen können für die Gründung eines Vereins zwei Exemplare der Gründungserklärung, das Protokoll und die von drei Vorstandsmitgliedern unterzeichnete Satzung erforderlich sein. Die gesetzliche Gebühr beträgt null; die Bearbeitungszeit variiert wegen Verwaltungsprüfung oder Ermittlungen. Je nach Verfahren kann eine vorherige Genehmigung oder Erklärung nötig sein; die Rechtsfähigkeit hängt von der Einhaltung der Vorschriften ab. Von UNICEF unterstützte Gemeinschaftsvereine, Mentoren, Peer-Bildung und informelle Jugendgruppen hängen von Projekt, Alter, Ort und Partnern ab. Sie bieten weder allgemeinen landesweiten Zugang noch einheitliche Kosten oder Zeitpläne. Freundschaft ist von sanankuya zu unterscheiden, das manchmal als gesellschaftlich anerkannte Scherz- oder Bündnisbeziehung zwischen bestimmten Verwandten oder Gemeinschaften beschrieben wird. Sie unterscheidet sich ebenso von Familie, Verwandtschaft sowie politischen oder familiären Vereinigungen. Romantische Beziehungen, gemeinsames Wohnen und eine rein gelegentliche Bekanntschaft gehören zu anderen Beziehungskategorien. Beim Ende einer Freundschaft gibt es keinen nationalen Anspruch, keine Abfindung und keine feste Kündigungsfrist.
Freundschaft in Mali
Freundschaft in Mali ist eine frei gewählte persönliche Beziehung, die durch wiederholten gegenseitigen Kontakt Bestand hat. Sie entsteht meist in der Nachbarschaft, Schule, am Arbeitsplatz, bei Freizeitaktivitäten, im Sport, bei Kulturangeboten, in Gruppen Gleichaltriger oder online. In Mali gibt es keine nationale Freundschaftsstelle, kein Register und keinen formellen Freundschaftsdienst. Kein Gesetz garantiert Zugang zu Freunden, Unterstützung, Privatsphäre oder eine bestimmte Dauer der Beziehung.
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