Mali hat weder ein einheitliches nationales Dachsystem für Weiterbildung noch einen nationalen Qualifikationsrahmen. Eine formelle technische und berufliche Aus- und Weiterbildung kann zu einem anerkannten Abschluss führen. Nicht formale berufliche Qualifizierung und nicht formale Bildung orientieren sich häufig direkter an örtlichem Beschäftigungs- und Alphabetisierungsbedarf. Auch informelles Lernen trägt zur Kompetenzentwicklung bei. Örtliche Begriffe sind formation professionnelle continue für berufliche Fortbildung, formation qualifiante für abschlussorientierte Qualifizierung, perfectionnement für Kompetenzaufbau und reconversion für Umschulung in einen anderen Beruf. Schulungen können in öffentlichen Berufsbildungszentren, zugelassenen privaten oder parapubliken Einrichtungen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Gemeinschaftsprogrammen stattfinden. Beispiele sind Bau, Lebensmittelverarbeitung, Friseurhandwerk, Schneiderei, Klempnerei und Metallbau. Das für Beschäftigung und Berufsbildung zuständige Ministerium, DNFP, FAFPA, ANPE, APEJ, INIFORP, ONEF, CNR-ENF und CEFORPA haben unterschiedliche Aufgaben. ANPE bietet Information, Beratung, Kompetenzaufbau, Umschulung und Beschäftigungsunterstützung. CEFORPA bündelt Ausbildung, Umschulung, Finanzierung und Unterstützung beim Berufseinstieg, auch für Absolventen und arabischsprachig Ausgebildete. FAFPA bietet qualifizierten Bildungsträgern technische und finanzielle Unterstützung und kann Projekte oder Vereinbarungen finanzieren. INIFORP entwickelt Ausbildungsstandards und Lehrmethoden und ermittelt betrieblichen Schulungsbedarf. Vor einer Schulung können Interessierte Informationen, Beratung, Alphabetisierungshilfe oder einen Weg in den Beruf suchen. Währenddessen können Anbieter Berufskurse, betriebliche Schulungspläne oder kurze Praxisprogramme anbieten; ein dokumentierter Kurs zur Lebensmittelverarbeitung in Kati dauerte zehn Tage und richtete sich an etwa 100 Frauen. Nach der Schulung können ANPE und CEFORPA weitere Ausbildung, Umschulung und Berufseinstieg unterstützen. Funktionale Alphabetisierung durch AENF (nicht formale Bildung) ist sinnvoll, wenn Lesen, Schreiben oder Rechnen gefördert werden muss. Alphabetisierung Erwachsener bleibt ein großes Thema: UNESCO-Daten für 2022 meldeten eine Alphabetisierungsquote von 30,8 % bei Erwachsenen, 22,1 % bei Frauen und 40,4 % bei Männern sowie 7.388.321 Erwachsene ohne Alphabetisierungskenntnisse. Das malische Recht erkennt ein Recht auf berufliche Ausbildung für Bürgerinnen und Bürger an, die Arbeit suchen oder bereits berufstätig sind; es steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Ressourcen. Dies garantiert keinen Platz in einem bestimmten Kurs. Die Aufnahme hängt von Jahrgang, Kapazität des Anbieters, Finanzierung und Programmbedingungen ab. Staat, Gebietskörperschaften und Unternehmen tragen gemeinsam Verantwortung für Steuerung und Finanzierung. Steuerpflichtige Arbeitgeber, die die Voraussetzungen erfüllen, zahlen 2 % der Lohnsumme als Berufsbildungsabgabe; die Einnahmen fließen an FAFPA. Es gibt keine einheitliche Teilnahmegebühr, Dauer oder Bewerbungsfrist für alle Programme. Die Anerkennung früher erworbener Kompetenzen, lokal als VAE bezeichnet, trat in Projekten wie der Zertifizierung von Ausbildungsmeistern auf; ein allgemeines nationales System wurde jedoch nicht eingerichtet. Eine Lehre gehört hauptsächlich zur Erstausbildung; sie fällt nur dann unter Weiterbildung, wenn sie der Qualifizierung Erwachsener dient.
Berufliche Weiterbildung in Mali
Weiterbildung in Mali findet in einem uneinheitlichen Mix aus formeller Berufsausbildung, nicht formalen Qualifizierungsangeboten und selbstgesteuertem Lernen statt. Das System umfasst berufliche Fortbildung, Qualifizierungskurse, Kompetenzaufbau, Umschulung, betriebliche Schulung und funktionale Alphabetisierung. Zugang, Dauer, Finanzierung und Anerkennung hängen von Anbieter, Programm, verfügbaren Plätzen und Finanzierung ab.
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