Das Gesundheitsministerium koordiniert ein dreistufiges System. Auf lokaler Ebene bieten Poste de santé (PS) und Centre de santé (CS) Vorsorgeuntersuchungen, Prävention, Impfungen, Schwangerschaftsvorsorge und Behandlung häufiger Erkrankungen. Eine Unité de Santé de Base (USB) unterstützt grundlegende Angebote in der Gemeinde. Diese Einrichtungen überweisen Patientinnen und Patienten an Moughataa- oder Regionalspitäler, wenn Untersuchungen oder Behandlungen ihre Kapazität übersteigen. Im Basisjahr 2021 des Nationalen Gesundheitsentwicklungsplans wurden 746 PS, 118 CS und mehrere hundert USB aufgeführt; diese Zahlen sind keine aktuelle Bestandserhebung. Zur mittleren Ebene gehörten Spitäler in Moughataa und Regionen sowie 15 regionale Spitalzentren. Die tertiäre Ebene umfasste vier allgemeine und fünf spezialisierte Krankenhäuser. Menschen in abgelegenen Siedlungen müssen unter Umständen mehr als 10 Kilometer bis zu einem PS oder CS zurücklegen. Mobile Kliniken sind für Hodh El Chargui dokumentiert; ihre Verfügbarkeit hängt von Programm und Ort ab. Nouakchott bietet den besten Zugang zu spezialisierten Angeboten, einschließlich Kardiologie. Das Laboratoire National de Référence (LNR) führt zentrale Epidemiediagnostik durch; die periphere Diagnostikkapazität und der Probentransport bleiben begrenzt. Private und NGO-Anbieter können Alternativen bieten, doch Qualität, Preis und Kontinuität variieren. In dringenden Fällen muss in der Regel die nächstgelegene Einrichtung erreicht werden, die den jeweiligen Zustand behandeln kann. Zugang zu Krankenwagen und medizinischer Evakuierung hängt von Ort, Anbieter oder Programm ab. Eine landesweite Notrufnummer und ein allgemein verfügbarer Krankenwagenweg konnten nicht bestätigt werden. Der nationale Plan nennt einen medizinischen Rettungsdienst sowie besseren Transport und Evakuierung als Reformziele; daher darf nicht angenommen werden, dass diese Angebote heute überall gleich funktionieren. Nach einer Behandlung kann die Nachsorge an der überweisenden Einrichtung, einem örtlichen Gesundheitszentrum oder einem spezialisierten Dienst stattfinden. Patientinnen und Patienten müssen möglicherweise Wiederholungsuntersuchungen und die Fortführung der Medikation selbst organisieren. Große Entfernungen, nicht vorrätige Medikamente, verzögerte Diagnosen und Nachsorgeabbrüche verursachen besonders in Randgebieten und bei HIV-Angeboten Probleme. Ein landesweites digitales Patientendatensystem ist nicht belegt; Gesundheitsinformations- und digitale Gesundheitssysteme sind im Rahmen des SNIS und verwandter Reformen geplant. Präventionsangebote umfassen Impfungen, Gesundheit von Müttern, Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen, Familienplanung, Malaria, HIV, Tuberkulose, Hepatitis, vernachlässigte Tropenkrankheiten, Ernährung, Mund- und Augengesundheit, Bluthochdruck, Diabetes, psychische Gesundheit und Suchtbehandlung. Die DTP3-Impfquote lag laut verfügbarem Länderprofil bei etwa 90 Prozent; Lücken und Ausbrüche treten weiterhin auf. Malaria- und Vektorüberwachung bleiben Prioritäten, und Hodh El Chargui war gleichzeitigem Ausbruchsdruck ausgesetzt. Trachom wurde 2025 als Problem der öffentlichen Gesundheit für eliminiert erklärt; andere Infektions- und nichtübertragbare Krankheiten erfordern weiterhin laufende Angebote. Die verfügbaren Kennzahlen weisen auf erhebliche Gesundheitsbedarfe hin. Die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren lag 2022 bei etwa 38 Todesfällen je 1.000 Lebendgeburten; die Müttersterblichkeit betrug 2020 etwa 766 Todesfälle je 100.000 Lebendgeburten. Die Gesundheitsausgaben wurden 2023 mit 92,1 US-Dollar pro Person und 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angegeben. Haushalte finanzierten 2020 46,6 Prozent der Gesundheitsausgaben; auf Versicherungen entfielen etwa 2 Prozent der Ausgaben. Eine Weltbankbewertung ergab, dass 71 Prozent der Bevölkerung keinen angemessenen finanziellen Schutz hatten. Ein allgemeiner Anspruch auf kostenlose Versorgung ist für Mauretanien nicht belegt. Der Zugang hängt von Ort, Dringlichkeit, Einrichtung, Zahlungsfähigkeit, Versicherung und Programmzugehörigkeit ab. Die Caisse Nationale d’Assurance Maladie (CNAM) ist für den formellen öffentlichen und privaten Sektor verpflichtend und deckt ungefähr 15 Prozent der Bevölkerung ab. CNASS/CRSS bietet informellen und bedürftigen Gruppen ein freiwilliges System mit dem Ziel, bis 2027 eine Abdeckung von 70 Prozent zu erreichen. Gezielte kostenlose Programme umfassen HIV, Malaria und einige Angebote für Mütter, garantieren aber keine kostenlose Behandlung für alle Gesundheitsbedarfe. Die nationale Liste essenzieller Arzneimittel von 2024 ordnet Medikamente den Versorgungsebenen zu. CAMEC unterstützt die Beschaffung; das Nationale Labor für Qualitätskontrolle überwacht die Arzneimittelqualität. Die Liste garantiert keinen lokalen Bestand. Die Verfügbarkeit ist uneinheitlich, besonders in abgelegenen Gebieten und Flüchtlingsaufnahmeregionen, und Haushalte zahlen möglicherweise direkt für Medikamente. Auch Kosten für Beratung, Behandlung, Arzneimittel und Transport unterscheiden sich zwischen öffentlicher, privater, NGO- und programmgestützter Versorgung. Landesweit einheitliche aktuelle Tarife und Wartezeitstandards konnten nicht bestätigt werden; eine Angleichung öffentlicher und privater Tarife ist jedoch geplant. Angebote für psychische Gesundheit sind weiterhin begrenzt und schlecht integriert. Im Mental Health Atlas 2024 war keine eigenständige nationale Politik oder Strategie für psychische Gesundheit verzeichnet. Eine nationale integrierte multisektorale Strategie für psychische Gesundheit und Suchterkrankungen 2026 bis 2030 wurde im Juli 2026 validiert; Umfang ihrer Umsetzung und aktuelle Verfügbarkeit von Angeboten sind jedoch nicht bestätigt. Patientinnen und Patienten sollten daher vor Ort erfragen, wo Untersuchung, Medikamente, fachärztliche Versorgung und Nachsorge tatsächlich verfügbar sind. Eine nationale Patientenrechtscharta und ein klar festgelegter Beschwerdeweg waren im geprüften Material nicht belegt; Anbieterwahl, Überweisung, Zahlung und Arzneimittelverfahren können deshalb je nach Einrichtung variieren.
Gesundheit in Mauretanien
Mauretanien verfügt über ein formelles nationales Gesundheitssystem mit öffentlichen Einrichtungen, privaten Anbietern, NGOs, Angeboten in Gemeinden und traditioneller Medizin. Die Versorgung reicht von lokalen Gesundheitsposten und -zentren über Bezirks- und Regionalspitäler bis zu spezialisierten Krankenhäusern; Zugang und Kontinuität unterscheiden sich jedoch stark nach Ort. Prävention umfasst Impfungen, Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder, Malaria, HIV, Tuberkulose, Ernährung, Bluthochdruck, Diabetes, psychische Gesundheit und weitere Angebote. Entfernung, Medikamentenengpässe, verzögerte Diagnosen, Transport und Kosten können den Zugang zur benötigten Versorgung beeinträchtigen.
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