In Montenegro gibt es keine eigene Qualifikationskategorie mit der Bezeichnung Ausbildung im Sinne eines eigenständigen Ausbildungssystems. Ein funktionales Äquivalent bieten stručno obrazovanje, praktische Bildung bei Arbeitgebern und dualno obrazovanje. Das Bildungsministerium für Bildung, Wissenschaft und Innovation regelt den nationalen Rahmen. Das Zentrum für Berufsbildung entwickelt Programme, Qualifikationen und Qualitätsstandards; das Prüfungszentrum führt externe Prüfungen durch und der Qualifikationsrat unterstützt Qualifikationsstandards. Auch Schulen, zugelassene Erwachsenenbildungsanbieter, Arbeitgeber und die Wirtschaftskammer Montenegros haben festgelegte Aufgaben. Nach Abschluss der Grundschule können Lernende ein zweijähriges berufliches Unterstufenprogramm, ein dreijähriges oder vierjähriges berufsbildendes Sekundarprogramm beginnen. Eine Kunstschule dauert normalerweise vier Jahre. Eine postsekundäre Berufsausbildung kann nach vierjähriger Sekundarbildung zwei Jahre dauern oder nach dreijähriger Berufsausbildung zusammen mit einer majorski ispit erfolgen. Ein einjähriger Ausbildungs- oder Weiterbildungsweg kann zu einer beruflichen Qualifikation oder Mikroqualifikation führen. Für die reguläre Aufnahme sind grundsätzlich ein Grundschulabschluss und ein Alter von höchstens 17 Jahren erforderlich. Ältere Bewerberinnen und Bewerber nehmen normalerweise an Teilzeitbildung teil. Ausländische Staatsangehörige, Schutzberechtigte und Staatenlose unterliegen denselben Bedingungen; erforderlichenfalls werden frühere Qualifikationen anerkannt. Bei der Auswahl für drei- und vierjährige Programme können Grundschulnoten, Ergebnisse externer Beurteilungen, zwei relevante Fächer sowie Wettbewerbs- oder Auszeichnungsergebnisse berücksichtigt werden. Für das Schuljahr 2026/27 wurden 4.903 Plätze in vierjährigen und 2.632 Plätze in dreijährigen beruflichen Programmen angekündigt; die veröffentlichte Mindestpunktzahl für vierjährige Programme betrug 48 Punkte. Öffentliche Ausschreibungen erscheinen üblicherweise im Juni oder August; Ausschreibungen für Erwachsene können später veröffentlicht werden. Dualno obrazovanje findet vor allem in dreijährigen Programmen statt. Lernende erwerben Theorie in der Schule und absolvieren praktische Ausbildung bei einem Arbeitgeber oder nach einem schulbasierten Praxisarrangement. Wenn der Arbeitgeber den gesamten praktischen Teil anbietet, unterzeichnen Arbeitgeber und Elternteil oder Vormund eine individuelle Bildungsvereinbarung; die lernende Person muss im Programm eingeschrieben sein. Wird die Praxis aufgeteilt, schließen Schule und Arbeitgeber eine Vereinbarung über den praktischen Unterricht. Praktisches Lernen kann in Schulwerkstätten und Laboren, Schülergenossenschaften, Einrichtungen, Unternehmen oder Betrieben von Unternehmern stattfinden. Eine Unterrichtsstunde in der Schule dauert 45 Minuten, bei einem Arbeitgeber 60 Minuten. Bei einer individuellen Bildungsvereinbarung darf die Belastung 36 Unterrichtsstunden pro Woche oder sieben pro Tag nicht überschreiten. Ein Arbeitgeberpraktikum von mehr als neun Monaten umfasst mindestens acht Wochen Pause. Öffentlich finanzierte reguläre und postsekundäre Berufsausbildung ist gebührenfrei. Gebühren für Vorbereitung und Prüfungen in Teilzeitbildung legt das Ministerium fest. Erwachsenenprogramme, die in den jährlichen öffentlichen Plan aufgenommen sind, erfordern keine Eigenfinanzierung für Erstqualifikation, Umschulung, Höherstufung einer Qualifikation, Spezialisierung oder berufliche Weiterbildung. Andere Programme müssen Gebühren, Finanzierungsquelle, Ort und Dauer bekanntgeben. Lernende mit individueller Vereinbarung für dualno obrazovanje erhalten mindestens 10 % des durchschnittlichen Nettolohns des Vorjahres im ersten Jahr, 15 % im zweiten und 20 % im dritten Jahr. Das Ministerium finanziert die ersten beiden Jahre, der Arbeitgeber das dritte. Der Fonds zur Unterstützung dualer Bildung kann Prämien, Transport und Verpflegung, Kosten für Ausbildende, Ausrüstung, Gesundheitsschutz und Sicherheitsmaßnahmen sowie Anreize für Arbeitgeber unterstützen. Arbeitgeber müssen Anwesenheit sichern, die Vergütung zahlen, Gesundheit und Sicherheit schützen, Anwesenheit erfassen, die Kontrolle durch Lehrkräfte ermöglichen und nur einschlägige Tätigkeiten zuweisen. Lernende müssen Schule und Praxis besuchen, rechtmäßige Anweisungen befolgen, Geschäftsgeheimnisse wahren und Sicherheitsregeln einhalten. Für die Prüfungsvorbereitung erhalten sie fünf zusätzliche Arbeitstage. Verletzt ein Arbeitgeber seine Pflichten, muss die Schule einen anderen Arbeitgeber suchen. Ist kein Ersatz verfügbar, kann die lernende Person die praktische Ausbildung in der Schule fortsetzen. Die Noten reichen von 1 bis 5. Zweijährige Programme enden mit einer praktischen Prüfung, dreijährige mit einer Abschlussprüfung und vierjährige mit einer Berufsprüfung. Postsekundäre Programme schließen mit einer Diplomprüfung ab. Für Lernende, die weiterlernen möchten, ist die Berufsprüfung extern; für andere wird sie von der Schule organisiert. Eine majorski ispit kann nach einem dreijährigen Programm mit drei Jahren Berufserfahrung oder nach einem vierjährigen Programm mit zwei Jahren Berufserfahrung abgelegt werden. Berufliche Erwachsenenbildung steht Personen über 15 Jahren offen, die die Programmbedingungen erfüllen. Zugelassene Anbieter können formales, nichtformales oder informelles Lernen, selbstgesteuertes Lernen und betriebliche Ausbildung anbieten. Erwachsenenprogramme können sich bei Umfang, Organisation und Dauer von Schulprogrammen unterscheiden. Sie können zu nationalen beruflichen Qualifikationen, Mikroqualifikationen oder Kompetenzen führen. Ein Zertifikat über eine nationale berufliche Qualifikation kann den Arbeitsmarktzugang unterstützen, ohne einen bestimmten allgemeinen Bildungsabschluss vorauszusetzen, sofern die Qualifikation über einen öffentlich anerkannten Weg erworben wird. Öffentliche Bekanntmachungen müssen Zugangsvoraussetzungen, Plätze, Lernform, Dauer, Abschlussart, Gebühren oder Finanzierung und Ort nennen. Beschäftigte Lernende können nach Arbeitsrecht bis zu sieben Tage Bildungsurlaub oder einen reduzierten beziehungsweise angepassten Arbeitszeitplan erhalten. Anbieter können die Durchführung bei Behinderung, Einwanderung, Sprach- oder sozialen Hindernissen anpassen. Ein dreijähriger Weg mit Abschlussprüfung kann in ein zusätzliches zweijähriges vierjähriges Programm führen. Ein vierjähriger Weg mit Berufsprüfung kann den Übergang in tertiäre Bildung unterstützen. Diese Übergänge ändern die berufliche Qualifikation selbst nicht. 2024/25 verzeichnete Montenegro 1.051 Abschlüsse auf beruflicher Stufe III und 5.055 auf Stufe IV; im selben Zeitraum wurden 515 dual Lernende gemeldet. Besonders sichtbare Praxisfelder sind die Zusammenarbeit von Schulen und Arbeitgebern, Gastgewerbe und Tourismus, Handel, technische Berufe, maritime Arbeit und weitere Berufsprofile.
Berufsausbildung in Montenegro
Der Ausbildungsweg in Montenegro ist Teil der beruflichen Bildung, stručno obrazovanje, und verbindet schulisches Lernen mit beruflicher Praxis. Dualno obrazovanje verbindet Theorie in der Schule mit praktischer Ausbildung bei einem Arbeitgeber, besonders in dreijährigen Programmen. Es gibt zwei-, drei- und vierjährige Sekundarprogramme, Wege für Erwachsene und postsekundäre Angebote. Dauer, Zugang und Abschlussprüfung hängen daher vom gewählten Weg ab.
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