Myanmar gehört weltweit zu den Ländern mit besonders hoher Gefährdung durch mehrere Naturgefahren. Wirbelstürme und Sturmfluten sind vor allem entlang von Ayeyarwady, Mon, Rakhine und Tanintharyi gefährlich. Die wichtigsten Wirbelsturmsaisons liegen ungefähr im April bis Mai und Oktober bis November. Monsun- und Sturzfluten betreffen unter anderem Ayeyarwady, Bago, Sagaing, Chin, Kayin, Rakhine und Tanintharyi. In Bergregionen besteht Erdrutschgefahr, während die Trockenzone von Dürren sowie dem Zusammenspiel von Dürre- und Überschwemmungsdruck betroffen ist. Das Erdbebenrisiko ist entlang des seismischen Korridors durch zentrale städtische Gebiete, darunter Mandalay und Yangon, hoch. Brände, Industrieunfälle, Tsunamis und Hitzewellen können zusätzliche Notfälle verursachen. Katastrophen haben große Verluste verursacht. Seit 2002 waren in Myanmar mehr als 13 Millionen Menschen von Katastrophen betroffen. Zyklon Nargis forderte 2008 etwa 140.000 Todesopfer und vertrieb rund 800.000 Menschen. Zyklon Komen betraf 2015 mehr als 9 Millionen Menschen in 12 von 14 Regionen und Staaten, tötete 172 Menschen und vertrieb vorübergehend rund 1,7 Millionen. Zyklon Mocha betraf im Mai 2023 mehr als 3 Millionen Menschen; Windböen erreichten bis zu 305 Kilometer pro Stunde. Schwere Überschwemmungen im Zusammenhang mit Yagi betrafen im September 2024 neun Staaten und Regionen. Das Erdbeben vom 28. März 2025 zeigt, wie schnell eine Katastrophe mehrere Systeme gleichzeitig beeinträchtigen kann. Mehr als 17 Millionen Menschen in Mandalay, Sagaing, Bago, Nay Pyi Taw und Magway waren betroffen; etwa 9 Millionen erlitten schwere Auswirkungen. Der direkte Schaden an Sachwerten wurde auf rund 11 Milliarden US-Dollar geschätzt, etwa 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Häuser, Schulen, Krankenhäuser, Fernstraßen, Versorgungsnetze und religiöse Stätten wurden beschädigt. Nachbeben und Kommunikationsausfälle erschwerten Schadensbewertung und Hilfe. Der Wiederaufbau dauerte Monate und Jahre. Das Department of Disaster Management, kurz DDM, leitet im Ministerium für soziale Wohlfahrt, Hilfsmaßnahmen und Umsiedlung die nationalen Katastrophenschutzaufgaben. Das National Natural Disaster Management Committee, Behörden der Regionen und Staaten sowie Stellen auf Bezirks-, Township-, Ward- und Village-Tract-Ebene unterstützen lokale Maßnahmen. Die Myanmar Police Force, die Feuerwehr, das Myanmar Red Cross, Organisationen der Zivilgesellschaft, NGOs, UN-Organisationen und weitere humanitäre Partner können Hilfe leisten. ASEAN und das AHA Centre unterstützten nach dem Erdbeben 2025 die von DDM geleitete Schadensbewertung und Hilfslogistik. Das Gesetz über die Bewältigung von Naturkatastrophen von 2013, seine Durchführungsbestimmungen von 2015, der Myanmar Action Plan on Disaster Risk Reduction, der National Earthquake Preparedness and Response Plan sowie DDM-Leitlinien regeln Aufgaben für Risikominderung, Frühwarnung, Suche und Rettung, Evakuierung, Notunterkünfte, Hilfe, Rehabilitation und Wiederaufbau. Das Department of Meteorology and Hydrology, kurz DMH, veröffentlicht tägliche und zehntägige Vorhersagen, landwirtschaftliche Prognosen, Monatsprognosen und regionale Vorhersagen. Es informiert über Wirbelstürme, Überschwemmungen, Erdbeben, Tsunamis, Niederschläge und Wasserstände, auch mit Flash Flood Guidance. DMH nutzt Satellitendaten von Himawari-8 und Wetterradar. Öffentliche Wetterinformationen sind auch unter 067-411252 und 01-667766 verfügbar. Der Viber-Dienst UNDP SEAD Agro-Advisory bietet ergänzende Informationen für landwirtschaftliche Nutzer. Die Abdeckung ist uneinheitlich, und Ausfälle der Telekommunikation können Warnungen verzögern. Zur Vorsorge gehören lokale Risikobewertungen, Aufklärung, Übungen, Ausbildung in Suche und Rettung, Freiwillige aus der Gemeinschaft, Vorräte an Lebensmitteln und Hilfsgütern, Zyklonschutzräume, erhöhte sichere Orte, Küstenschutzdeiche und Mangrovenschutz. Anbieter aus Gesundheit, Bildung und Sozialdiensten können sektorbezogene Pläne haben. Verfügbarkeit und Qualität dieser Maßnahmen unterscheiden sich stark nach Region sowie zwischen zugänglichen, abgelegenen und konfliktbetroffenen Gebieten. Während eines Notfalls können lokale Behörden Gefahren überwachen, Notfallzentren öffnen, Schadens- und Verlustdaten erfassen, Suche und Rettung durchführen, Evakuierungen organisieren, vorübergehende Unterkünfte bereitstellen und Lebensmittel sowie andere Hilfsgüter verteilen. Mobile Gesundheitsdienste und temporäre Kliniken können betroffene Gemeinschaften versorgen. Behörden können anordnen, gefährliche Gebiete oder Gebäude zu verlassen. Das Gesetz sieht Vorabwarnungen zu Evakuierungen und zum Transport von Vieh oder Eigentum vor. Schutzräume, Transport, Registrierung und Evakuierungsanweisungen hängen vom Ereignis und der Region ab. Eine einheitliche landesweite Evakuierungskarte für alle Gefahren oder ein garantierter einheitlicher Zugangsweg ist nicht belegt. Hilfe kann Lebensmittel, andere Hilfsgüter, Planen, Hygienesets, Werkzeuge, vorübergehende Unterkunft, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Unterstützung für Lebensgrundlagen und Wiederaufbau umfassen. Die Bereitstellung hängt üblicherweise vom Ereignis, Programm, der Finanzierung und dem physischen Zugang ab. Eine universelle landesweite Katastrophenzahlung mit festem Betrag oder einheitlicher Frist ist für Myanmar nicht belegt. Notfallmaßnahmen werden im Allgemeinen durch staatliche, Geber- und humanitäre Programme finanziert. Private Kosten für Transport, Unterkunft, Lebensmittel, Kommunikation und Wiederaufbau unterscheiden sich nach Ort und Umständen. Der Wiederaufbau führt gewöhnlich von der Schadens- und Verlustbewertung über Hilfe und vorübergehende Unterkunft zu widerstandsfähigem Wiederaufbau. Dabei können Wohnraum, Trinkwasser, Transport, Elektrizität, Kommunikation, Schulen, Krankenhäuser, Landwirtschaft und Lebensgrundlagen wiederhergestellt werden müssen. Das Katastrophenschutzrecht verlangt einen widerstandsfähigen Wiederaufbau und räumt gefährdeten Gruppen Vorrang ein. UN-Habitat hat örtliche Ingenieure und mehr als 25.000 Gebäudebewertungen über Earthquake Technical Offices unterstützt. Abgelegene und konfliktbetroffene Gebiete können stärkeren Zugangshürden, Vertreibung, Infrastrukturschäden und Finanzierungslücken ausgesetzt sein. Das Gesetz räumt Säuglingen, älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen, Frauen sowie schwangeren und stillenden Frauen Vorrang ein. Von den vom Erdbeben 2025 betroffenen Haushalten mit Menschen mit Behinderungen verloren 61 Prozent die Stromversorgung, 54 Prozent hatten beschädigte oder zerstörte Wohnräume und etwa 48 Prozent hatten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Direkte Verluste an Privateigentum, die durch Maßnahmen zur Katastrophenrisikominderung verursacht werden, können nach den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen entschädigungsfähig sein. Importierte Lebensmittel sowie Hilfs- und Rehabilitationsmaterialien sind laut Gesetz steuerfrei. Unbefugtes Betreten betroffener oder gesperrter Gebäude oder Gebiete sowie Verstöße gegen behördliche Anordnungen können mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe, einer Geldstrafe oder beidem geahndet werden; die aktuelle örtliche Durchsetzung wurde in der verfügbaren Recherche nicht bestätigt.
Katastrophen in Myanmar
Eine Katastrophe in Myanmar ist ein schwerer Notfall, der Menschen, Umwelt oder kritische Infrastruktur ernsthaft bedroht. Das Land ist Erdbeben, Überschwemmungen, Wirbelstürmen, Sturmfluten, Erdrutschen, Bränden, Dürren, Tsunamis, Hitzewellen und technischen Gefahren ausgesetzt. Das Risiko hängt von Region, Jahreszeit und Zugang zu Warnungen, Evakuierung, Unterkunft und grundlegenden Diensten ab.
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