Berichten zufolge leben mehr als 90 % der Bevölkerung Naurus entlang des Küstenstreifens. Dort konzentrieren sich auch Straßen, Versorgungsleitungen und andere wichtige Infrastruktur. Dadurch steigt die Gefährdung durch Springfluten, Sturmfluten, den Meeresspiegelanstieg, Dürren, extreme Niederschläge und Küstenüberschwemmungen. Das Department of Infrastructure Development verwaltet Straßen, Seemauern und große Infrastrukturprojekte, darunter Verbesserungen an der Ringstraße zur Klimaanpassung. Der Zugang zu Wasser hängt vom Standort ab. Haushalte nutzen häufig Regenwassertanks, entsalztes Wasser sowie Lieferungen oder Tankwagen der NUC. Grundwasser ist oft nicht als Trinkwasser geeignet, weil Abwasser, Bergbau und Müllablagerungen Verunreinigungen verursachen können. Bei Dürre können Haushaltstanks leer werden und steigt die Abhängigkeit von Lieferungen. Die Reinigung der Tanks, sichere Lagerung und geeignete Behandlung beeinflussen daher die Sicherheit des Haushaltswassers. Nauru verfügt nicht über ein landesweites modernes Wasserleitungs- und Abwassersystem. Die meisten Haushalte verwenden Klärgruben oder Sickergruben. Seit 2023 bietet die NUC dort, wo der Dienst verfügbar ist, Abwassersammlung, -behandlung und -entsorgung an. Das Nauru Sustainable Resilient Urban Development Project (NSRUDP) soll Wasserleitungen, Kanalisation, Abfallsammlung und Recycling in einem dicht besiedelten Korridor zwischen Yaren und Baitsi ausbauen und etwa 1.200 Haushalte und Unternehmen umfassen. An anderen Orten ist man weiterhin auf nicht leitungsgebundene Versorgung und Anlagen vor Ort angewiesen. Die Abfallwirtschaft wird gemeinsam von der Nauru Rehabilitation Corporation (NRC), dem Department of Environment Management and Agriculture (DEMA), der NUC und dem Department of Climate Change and National Resilience (CCNR) wahrgenommen. Haushalte nutzen Abhol- oder Abgabemöglichkeiten. Gewerbliche Abfallerzeuger organisieren ihre Abholung im Allgemeinen selbst oder bringen Abfall direkt zu einer Abfallanlage. Bestehende Systeme umfassen eine begrenzte Sortierung von Reifen, Metallen, organischem Material, Karton und Lebensmittelabfällen. Recycling und Kompostierung sollen ausgebaut werden. Altbestände an Asbest, Elektroschrott und Altöl müssen kontrolliert behandelt werden. DEMA ist für Umweltüberwachung zuständig; ein öffentlich zugänglicher Luftqualitätsindex oder ein eigener Weg für Anwohnerinnen und Anwohner zur Meldung von Luftqualität ist für Nauru jedoch nicht klar eingerichtet. Vorschriften zur Luftverschmutzung sind mit Umweltrecht und der Prüfung von Bau- und Entwicklungsvorhaben verknüpft. Bauarbeiten, Industrie, Generatoren und Verkehr sind wahrscheinliche Quellen örtlicher Belastungen. Ein eigenes landesweites Lärmüberwachungssystem oder ein klar eingerichteter Beschwerdedienst für Lärm ist nicht belegt. Die Planung von Grünflächen ist überwiegend informell oder noch in Entwicklung: Die Higher Ground Initiative (HGI) schlägt sicherere, fußgängerfreundliche Viertel, zugängliche öffentliche Grünflächen, Naturschutzgebiete und nachhaltige Bauweise vor. Die Sanierungsarbeiten der NRC betreffen vom Bergbau beeinträchtigte Flächen. Die National Emergency Services arbeiten nach dem National Disaster Risk Management Act 2016. Das Nauru Disaster Risk Management Office (NDRMO) koordiniert Vorsorge, Reaktion und Wiederherstellung. Feuerwehr und Rettungsdienst, Krankenwagen, Rettungsschwimmerdienste und Wetterwarnungen leisten spezialisierte Unterstützung. Die Notfallnummern lauten 112 für die Feuerwehr, 113 für den Krankenwagen und 595 für das NDRMO. Zu den Gefahren zählen Dürre, Tsunami, Springfluten, Sturmfluten, Unwetter, Feuer, Gefahrstoffe und nicht explodierte Kampfmittel. Der Environmental Management and Climate Change Act 2020 sieht die Beteiligung der Öffentlichkeit und von zivilgesellschaftlichen Organisationen vor. Für einen umfangreichen Bau- oder Entwicklungsvorschlag können ein Projektbericht, ein Umweltmanagementplan und ein Plan zur Vermeidung von Verschmutzung oder zur Abfallbewirtschaftung erforderlich sein. Das Environmental Impact Assessment Committee prüft Anträge und kann Interessengruppen konsultieren. Eine Entscheidung ist innerhalb von drei Monaten fällig, eine schriftliche Mitteilung innerhalb von 14 Tagen. Parlamentsausschüsse können ebenfalls schriftliche oder mündliche Eingaben entgegennehmen. Konsultationen im Rahmen der nationalen Entwicklungsplanung haben alle 14 Distrikte einbezogen. Die Beteiligung hängt jedoch vom Vorhaben und der zuständigen Entscheidungsstelle ab und begründet kein allgemeines Vetorecht. Die Nauru Utilities Corporation war historisch stark von Dieselstromerzeugung abhängig. Ein Solarprojekt mit 6 MW und einem Batteriespeicher mit 5 MWh unterstützt den Übergang zu erneuerbarer Energie. Eine Prognose von 2025 setzte für die Stromerzeugung einen Anteil von 47 % erneuerbarer Energien an; der nationale Zielpfad strebt bis 2030 100 % an. Diese Zielwerte belegen nicht für sich genommen, dass alle geplanten Anlagen fertiggestellt wurden. Gebühren für Haushaltswasser, Abwasser, Abfall und Anschlüsse unterscheiden sich nach Dienst und Standort. Ein verlässlicher allgemeiner Gebührentarif ist hier nicht belegt.
Umwelt und Lebensumfeld in Nauru
Naurus Lebensumfeld ist von Küstensiedlungen, unsicherer Wasserversorgung, Grenzen bei Abwasser und Abfall, Klimarisiken und küstennaher Infrastruktur geprägt. Haushalte beziehen Wasser häufig aus Regenwassertanks, Entsalzungsanlagen oder Lieferungen der Nauru Utilities Corporation (NUC) statt aus einem landesweiten Leitungsnetz. Nationale Behörden sowie Regelungen der Gemeinschaften und Haushalte übernehmen Aufgaben, die andernorts oft einer Kommune zufallen. Entwicklung in höheren Lagen, die Sanierung abgebauter Flächen und widerstandsfähige Infrastruktur sollen Gefahren verringern; mehrere geplante Systeme befinden sich jedoch noch im Aufbau.
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