In Niamey bestehen häufig Risiken durch Diebstahl, Raub, Einbruch, Taschendiebstahl und Fahrzeugdiebstahl, insbesondere bei Geländewagen. Zu den risikoreicheren Orten und Situationen zählen die Umgebung des Gaweye Hotels, das Nationalmuseum, Petit Marché, Ausgänge von Geldautomaten und Banken, schlecht beleuchtete Straßen und nächtliche Fahrten. Außerhalb Niameys sind Banditentum, Schmuggel, Entführungen und bewaffnete Angriffe besonders in Maradi, Tillabéri und Diffa sowie nahe der Grenzen zu Mali, Burkina Faso, Nigeria und Libyen relevant. Auf den Strecken Tahoua–Agadez und Agadez–Arlit kam es zu Angriffen, auch mit Todesopfern. Entführungen können von kriminellen Netzwerken oder bewaffneten Gruppen wie JNIM, ISSP und Boko Haram oder ISWAP ausgeführt werden. In Teilen von Diffa und Tillabéri kommt es besonders häufig zu Angriffen. Verringern Sie die Gefährdung, indem Sie möglichst bei Tageslicht unterwegs sind, vorhersehbare Reiserouten vermeiden und aktuelle Hinweise lokaler Behörden und verlässlicher Medien prüfen. Überqueren Sie Brücken in Niger nicht zu Fuß, wenn die Sicherheitslage das unsicher macht. Meiden Sie Menschenansammlungen, Märkte, große Verkehrsknotenpunkte, Hotels, Restaurants, religiöse Stätten, Lager und Nationalparks, wenn Warnungen auf ein erhöhtes Risiko hinweisen. Nutzen Sie nachts keine Geldautomaten; ein Hotelautomat kann, sofern verfügbar, sicherer sein. Tragen Sie Reisepässe, Telefone und andere Wertsachen nicht sichtbar, verriegeln Sie Autotüren und überqueren Sie Grenzen nicht nach Einbruch der Dunkelheit. Außerhalb Niameys sind Sicherheits- oder Militärbegleitungen vorgeschrieben, wenn die Sicherheitslage sie erfordert. Prüfen Sie vor der Abfahrt plötzliche Kontrollstellen, Straßensperren sowie Unterbrechungen von Kommunikation oder Grundversorgung. Die Police Nationale ist für allgemeine städtische Sicherheit und strafrechtliche Ermittlungen zuständig. Die Direction Générale de la Police Nationale (DGPN) umfasst die Police judiciaire (DPJ), die Straftaten unter gerichtlicher Aufsicht untersucht und dokumentiert. Die Division de la Cybercriminalité bearbeitet Fälle von Onlinekriminalität; die Division de la Protection des Mineurs et des Femmes (DPMF) konzentriert sich auf den Schutz von Kindern und Frauen. Die Garde Nationale unter dem Ministère de l’Intérieur spielt eine größere Rolle in ländlichen und Viehzuchtgebieten, bei territorialer Überwachung, Schutz und öffentlicher Ordnung. Eine bestätigte landesweite Notrufnummer der Gendarmerie wurde nicht gefunden. Für dringende Polizeihilfe rufen Sie 17 oder 83 83 an oder wenden Sie sich an die nächstgelegene Polizeistation. Bitten Sie um einen Polizeibericht und bei Bedarf um eine englischsprachige oder weibliche Polizeikraft oder eine dolmetschende Person. Melden Sie Sexualstraftaten möglichst umgehend und, sofern relevant, bevor Sie Niger verlassen. Bewahren Sie Kleidung, Nachrichten, Gegenstände, Zahlungsbelege und Gerätedaten als mögliche Beweismittel auf. In den verfügbaren Informationen fand sich keine landesweit veröffentlichte Standardfrist, Meldegebühr oder Fallverfolgung; in abgelegenen Gebieten ist der Zugang zu Polizeidiensten zudem eingeschränkter. Geschlechtsspezifische Gewalt (GBV), in französischsprachigen Angeboten auch VBG genannt, umfasst sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung, häusliche Gewalt, psychische Gewalt und das Vorenthalten von Ressourcen. Familiärer Druck, Stigmatisierung, Entfernung, Angst und informelle Einigungen können eine formelle Anzeige erschweren oder zu ihrem Rückzug führen. Gemeinschaftliche Schutz- und Vermittlungsstrukturen bieten praktische Unterstützung, ersetzen jedoch keine Notfallmeldung oder medizinische und psychosoziale Versorgung. SOS Femmes et Enfants Victimes de Violences Familiales (SOS FEVVF) ist unter +227 86 06 06 06 erreichbar. Der Dienst wird als kostenlos und rund um die Uhr verfügbar beschrieben und bietet Unterkunft, Beratung sowie Koordination mit Polizei, Krankenhäusern und Justizdiensten. FABA ist kostenlos und anonym unter 3333 rund um die Uhr erreichbar; das Angebot umfasst außerdem WhatsApp und eine Offline-Anwendung mit Verweisen an Rechts-, Medizin- und psychosoziale Zentren. Diese Dienste konzentrieren sich vorwiegend auf Niamey und registrierte Zentren; regionale Verfügbarkeit sollte geprüft werden. Das Ministère de la Justice, DGDH-PJJ-AS, die Direction de l’Action Sociale und die Agence Nationale d’Assistance Juridique et Judiciaire sind zuständige öffentliche Stellen für rechtliche Unterstützung. Kostenlose Rechtshilfe kann Menschen zur Verfügung stehen, die Bedürftigkeit nachweisen. Minderjährige Opfer, die vor einem Strafgericht erscheinen, können beigeordnete Unterstützung erhalten. Digitale Kriminalität umfasst Onlinebetrug, Identitäts- oder Kontomissbrauch, Erpressung und Ausbeutung über soziale Medien. Das Gesetz 2019-33 ist ein einschlägiger nigrischer Bezugspunkt für Cyberkriminalität; die Police Nationale zählt Prävention und Ermittlung von Cyberkriminalität zu ihrem Auftrag. Speichern Sie Screenshots, URLs, Telefonnummern, Kontoauszüge, Wallet-Angaben und Transaktionsbelege. Bewahren Sie betroffene Geräte und Dateien möglichst unverändert auf und nutzen Sie die allgemeinen Polizeinummern 17 oder 83 83, da keine gesonderte landesweite E-Mail-Meldeplattform für Cyberkriminalität bestätigt wurde. Kinder sind in Konflikt- und Vertreibungsgebieten erhöhten Gefahren ausgesetzt, darunter Entführung, Rekrutierung oder Einsatz durch bewaffnete Gruppen, geschlechtsspezifische Gewalt, Trennung und Ausbeutung. Menschenhandel mit Kindern kann Talibés betreffen, von denen manche erst sechs Jahre alt sind und unter Quoten oder Strafandrohung zum Betteln gezwungen werden. Confiage, die vertrauensbasierte Unterbringung eines Kindes bei einem anderen Haushalt, kann bei unzureichenden Schutzmaßnahmen zu Zwangsarbeit oder sexueller Ausbeutung führen. Weitere gemeldete Ausbeutung betrifft Bergbau, Landwirtschaft, Hausarbeit, Straßenverkauf und Bauwesen. Mädchen sind nahe der nigerianischen Grenze und entlang der Strecke Birni N’Konni–Zinder von Sexhandel bedroht. Wahaya-Praktiken können Zwangsarbeit und sexuelle Ausbeutung umfassen; Kinderehen sind weiterhin verbreitet. Ein zitierter TIP-Bericht nennt 76 % der Mädchen, die vor dem 18. Geburtstag verheiratet wurden, und 28 %, die vor dem 15. Geburtstag verheiratet wurden. Die DPMF und 106 Schutzbrigaden wurden 2021 als bestehende Strukturen gemeldet; ihre heutige landesweite Verfügbarkeit ist nicht bestätigt. UNICEF und Partnerprogramme arbeiten mit Kinderschutzkomitees in Dörfern, Fallmanagement, Unterstützung für unbegleitete und von ihren Familien getrennte Kinder, psychosozialer Hilfe und GBV-Verweisangeboten, unter anderem in Maradi, Diffa und Tillabéri. Öffentliche nationale Kriminalstatistiken sind lückenhaft. Die Erhebung INS EHCVM 2021–2022 erfasst Erlebnisse wie Übergriffe, Meldungen und nicht gemeldete Vorfälle sowie das Vertrauen in Polizei, Gendarmerie, Gemeinschafts- und religiöse Führungspersonen. Der veröffentlichte Katalog enthält jedoch keine aggregierten Ergebnisse für alle Kriminalitätsarten. Die Zahl registrierter Fälle kann daher nicht als tatsächliche Kriminalitätsverbreitung gelten. Besonders wichtig sind aktuelle Informationen zu Entführungen, bewaffnetem Raub und Banditentum, Alltagsdiebstahl in Niamey, geschlechtsspezifischer Gewalt, Kinderhandel, konfliktbezogenen Straftaten, Cyberbetrug sowie Grenz- und Verkehrssicherheit.
Kriminalität in Niger
Kriminalität in Niger umfasst Diebstahl, Raub, Einbruch, Fahrzeugdiebstahl, Banditentum, Entführungen, geschlechtsspezifische Gewalt und Onlinebetrug. Die Risiken unterscheiden sich stark zwischen Niamey, ländlichen Gebieten, Grenzregionen und Reiserouten, auf denen bewaffnete Gruppen aktiv sind. Praktische Sicherheit hängt von Bewegung bei Tageslicht, dem Schutz von Wertgegenständen, aktuellen örtlichen Warnungen und einem klaren Melde- und Unterstützungsweg ab. Nationale Kriminalstatistiken sind lückenhaft; gemeldete Fälle erfassen daher nicht alle Vorfälle.
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