Die Berufsbildung, üblicherweise VET genannt, wird durch das Gesetz über Berufsbildung im Amtsblatt der Republik Nordmazedonien Nr. 3/25 und seine Änderung Nr. 74/25 geregelt. Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft (МОН), das Zentrum für Berufsbildung (ЦРСО), Berufsbildungsschulen, regionale Zentren, Arbeitgeber, Kammern und Gemeinden teilen sich die Zuständigkeiten. Das Zentrum für Erwachsenenbildung (ЦОВ) unterstützt Erwachsenenprogramme und die Anerkennung außerhalb formaler Bildung erworbener Kenntnisse. Ein landesweit eigenständiges Ausbildungssystem, das einem gesonderten Rechtsweg entspricht, ist nicht belegt. Das wichtigste örtliche Äquivalent ist die duale Bildung, дуално образование, zusammen mit учење преку работа, also Lernen am Arbeitsplatz. Lernende besuchen eine Schule und absolvieren praktische Ausbildung bei einem Arbeitgeber. Arbeitgeber und Schule schließen vor Beginn der Praxis einen schriftlichen Dreiparteienvertrag; bei Minderjährigen unterschreibt ein Elternteil oder Vormund. Der Arbeitgeber wird überprüft. Eine betreuende Person am Arbeitsplatz verfügt normalerweise über mindestens drei Jahre einschlägige Branchenerfahrung und eine Mentorenschulung. Wer eine Meisterprüfung abgelegt hat, kann ohne diese Schulung als Mentor tätig sein. Berufsbildung verbindet allgemeinbildenden Unterricht, berufstheoretische Inhalte und praktische Ausbildung. Programme gibt es unter anderem in Elektrotechnik und Informationstechnologie, Bau, Gesundheit und Sozialpflege, Landwirtschaft, Maschinenbau, Transport und Lagerung, Textilien, Gastronomie und Tourismus, Forst- und Holzwirtschaft, Handel sowie Chemie und Technologie. Die wichtigsten Wege unterscheiden sich nach Dauer und Anschlussmöglichkeiten. Eine Berufsausbildung dauert bis zu zwei Jahre. Bewerben können sich Personen mit abgeschlossener Grundbildung oder in bestimmten Fällen mit nicht abgeschlossener Grundbildung in Verbindung mit parallelem Grundbildungsunterricht; sie führt zu Qualifikationsstufe 1. Ein dreijähriges Ausbildungsprogramm steht nach der Grundbildung offen, umfasst Unterricht in Schule und Betrieb und führt zu Stufe 2. Ein vierjähriges technisches Programm ist nach Grundbildung oder Berufsausbildung möglich, führt zu Stufe 3 und kann in postsekundäre oder höhere Berufsbildung übergehen. Für den Hochschulzugang ist die staatliche Matura erforderlich. Die postsekundäre Berufsbildung folgt auf die Sekundarbildung und führt zu Stufe 4, einschließlich Fach- und Meisterwegen. Sie garantiert weder automatisch einen Studienplatz noch eine Beschäftigung. Die Aufnahme an öffentlichen Schulen erfolgt nach einer jährlichen Ausschreibung. Die Ausschreibung 2026/27 wurde vom МОН veröffentlicht. Verfügbare Profile, Plätze, Rangordnung, Unterrichtssprache und Standort hängen von Schule und Gemeinde ab. Für das gewählte Programm muss die aktuelle Bekanntmachung geprüft werden. Der Qualifikationsleitfaden ist unter kvalifikacii.crso.gov.mk verfügbar. Ein dreijähriges Programm endet normalerweise mit einer Abschlussprüfung. Ein vierjähriges Programm endet entweder mit staatlicher Matura oder Abschlussprüfung. Zu den anerkannten Dokumenten gehören Bescheinigung über Berufsausbildung, Abschlussprüfungsdiplom, Maturadiplom sowie Fach- und Meisterdiplom. Bei dualer Ausbildung legt der Vertrag die Ausbildungsvergütung fest. Die Änderung von 2025 hob die frühere feste Formel von 6 %, 9 % und 12 % auf; die aktuelle Höhe ist daher durch diese Formel nicht festgelegt. Der Arbeitgeber stellt den Praxislehrplan, Sicherheitsmaßnahmen, Betreuung und Vergütung bereit. Lernende genießen arbeitsrechtlichen und arbeitsschutzrechtlichen Schutz, Winter- und Sommerferien sowie vertraglich geregelte Beendigungsbedingungen. Sie sollen regelmäßig an der praktischen Ausbildung teilnehmen, rechtmäßige Anweisungen von Schule und Betrieb befolgen, interne und externe Prüfungen absolvieren, vertrauliche Informationen schützen und Sicherheitsregeln einhalten. Erwachsene können eine erste Berufsqualifikation durch formale Programme an anerkannten Einrichtungen oder durch nichtformale modulare Programme auf Grundlage von Berufs- und Qualifikationsstandards erwerben. Erwachsenenprogramme regeln Dauer, Pflichten und Gebühren im Teilnahmevertrag. Öffentliche Ausschreibungen können ausgewählte Programme der Erwachsenenbildung fördern. Teilnehmende sind grundsätzlich mindestens 16 Jahre alt; eine Ausnahme gilt ab 15 Jahren, wenn sie keine Grundschule besucht haben. Regionale Zentren und ЦОВ können nichtformales und informelles Lernen anerkennen. Bescheinigung und Ergänzung führen abgeschlossene Module und Lernergebnisse auf. Die Anerkennung ist qualifikationsbezogen und bedeutet weder automatische Gleichwertigkeit noch eine Beschäftigungsgarantie. Sieben regionale Zentren wurden in Bitola, Tetovo, Kumanovo, Veles, Ohrid, Strumica und Štip identifiziert; ein achtes ist bis 2028 geplant. Im Schuljahr 2025/26 waren 43.187 Lernende in der Berufsbildung eingeschrieben, darunter etwa 13.371 in dualer Bildung, ungefähr 30 %. Es gab 76 Berufsbildungsschulen, davon 67 mit dualen Klassen, und rund 700 Unternehmen hatten Kooperationsvereinbarungen. Duale Bildung wurde für 2026/27 priorisiert. Diese Zahlen beziehen sich auf die jeweiligen Schuljahre und garantieren nicht, dass in jedem Beruf oder jeder Gemeinde ein dualer Platz verfügbar ist.
Berufsausbildung in Nordmazedonien
Ausbildung in Nordmazedonien wird vor allem durch duale Berufsbildung und Lernen am Arbeitsplatz angeboten. Lernende verbinden schulischen allgemeinbildenden und berufstheoretischen Unterricht mit praktischer Ausbildung in einem geprüften Unternehmen. Die Wege reichen von bis zu zweijähriger Berufsausbildung über dreijährige Ausbildungsprogramme und vierjährige technische Ausbildung bis zur postsekundären Berufsbildung.
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