Die jüngste öffentlich auffindbare Übersicht zur Religionszugehörigkeit stammt aus der Volkszählung von 2011, bei der 47.195 Menschen erfasst wurden. Sie verzeichnete 7.842 Anglikaner, 7.447 Methodisten, 5.081 Angehörige von Pfingstkirchen, 3.495 Mitglieder der Church of God, 2.801 römisch-katholische und 2.564 baptistische Gläubige, 2.554 Siebenten-Tags-Adventisten, 2.506 Mitglieder von Wesleyan-Holiness-Kirchen und 2.265 Mährer. Außerdem wurden 4.141 Menschen ohne Religionszugehörigkeit sowie 860 Hindus, 661 Zeugen Jehovas, 608 Rastafari und 244 Muslime erfasst. Bei der Volkszählung von 2022 wurden 51.320 Menschen gezählt; eine neuere öffentlich auffindbare Aufschlüsselung nach Religion lag jedoch nicht vor. Die Tabelle von 2011 ist daher weiterhin das jüngste veröffentlichte Religionsprofil. Auf Nevis gibt es mehr als 50 Kirchen, die rund 11 Konfessionen vertreten. Gottesdienste finden üblicherweise sonntags oder samstags statt; manche Kirchen bieten außerdem Gebets- oder Bibelstunden unter der Woche an. Kirchen heißen Besuchende im Allgemeinen willkommen. Abschnitt 11 der Verfassung schützt Gewissens-, Gedanken- und Religionsfreiheit. Dazu gehören der Religionswechsel sowie öffentliche oder private Gottesdienste, Lehre, Ausübung und Einhaltung religiöser Bräuche. Die Verfassung schützt Menschen außerdem vor unerwünschten religiösen Eingriffen und davor, im Bildungs-, Strafvollzugs- oder Verteidigungsbereich zur Teilnahme am Religionsunterricht oder an einer religiösen Zeremonie einer anderen Religion gezwungen zu werden. Niemand darf zu einem Eid verpflichtet werden, der mit der eigenen Religion oder Weltanschauung unvereinbar ist. Abschnitt 15 schützt vor Benachteiligung wegen des Glaubens. Einschränkungen sind nur innerhalb der verfassungsrechtlichen Grenzen zulässig, etwa zum Schutz der öffentlichen Sicherheit, Ordnung, Moral und Gesundheit, der Rechte anderer, zur Regelung des Bildungswesens und soweit sie in einer demokratischen Gesellschaft notwendig sind. Das Department of Ecclesiastical and Faith-Based Affairs, das zum für Bildung und Soziales zuständigen Ministerium gehört, vermittelt zwischen Regierung und Religionsgemeinschaften in Fragen des Glaubens, des Zusammenhalts, ethischer Werte und des sozialen Friedens. Auf Nevis koordiniert die Inselverwaltung entsprechende Angelegenheiten. Vorliegenden Berichten zufolge ist die gewöhnliche Registrierung religiöser Gruppen über das Ministerium freiwillig; die dafür maßgebliche aktuelle lokale Rechtsgrundlage konnte jedoch nicht ermittelt werden. Eine allgemeine Registrierungspflicht sollte daher nicht angenommen werden. Zugang zu Gottesdiensten und religiösen Riten erfolgt üblicherweise über die jeweilige Kirche oder Konfession. Das Bildungsgesetz 2005 (Education Act 2005), Abschnitte 146 und 147, gilt für öffentliche und staatlich unterstützte Privatschulen. Der Schultag kann mit einem gemeinsamen Gottesdienst beginnen, darf aber nicht an eine einzelne Konfession gebunden sein. Religionsunterricht ist nach einem vereinbarten Lehrplan Teil des Unterrichts und keine konfessionelle Katechese oder festgelegte Kirchenliturgie. Eltern können ihr Kind vom Religionsunterricht oder von religiösen Feiern abmelden. Die Teilnahme an der Schulversammlung bleibt jedoch erforderlich. Ein Beratungsgremium kann den Lehrplan und seine Umsetzung unterstützen. Christliche Gemeinschaften arbeiten unter anderem im Christian Council zusammen, dem anglikanische, methodistische, mährische, römisch-katholische und Heilsarmee-Vertreter angehören. In der Evangelical Association sind die Church of God und Pfingstversammlungen vertreten; die Siebenten-Tags-Adventisten haben ihre eigene Organisation. Diese Zusammenschlüsse haben Aktionen für Toleranz an Schulen und in Gemeinden unterstützt. Bei einer Pastorenkonferenz 2023 kamen mehr als 50 Kirchenvertreter zusammen. Am Nationalen Gebetstag 2024 fanden von 12:00 bis 13:00 Uhr stille Gebete in Kirchen und am Abend ein Gottesdienst in der New Testament Church of God in Bath Village statt. Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag, der erste Weihnachtstag und Sonntage sind als Feiertage nach Common Law aufgeführt. Ihre Termine und Auswirkungen auf Arbeits- und Schulzeiten sind daher bei der Jahresplanung relevant. Die Ostertermine wechseln jährlich. Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen und Bestattungen richten sich nach den Regeln der jeweiligen Konfession; ein einheitliches landesweites religiöses Verfahren oder öffentliches Gebührenverzeichnis wurde nicht gefunden. Religionsgemeinschaften dürfen im Rahmen der Verfassung auf eigene Kosten Bildungseinrichtungen gründen und betreiben. Das Gesetz zur Anerkennung der Rechte von Rastafari 2023 (Rastafari Rights Recognition Act 2023) sieht vor, dass sich eine Rastafari-Gruppe und ihr Versammlungsort beim Ministerium registrieren lassen. Die Registrierung ist gebührenfrei und muss alle zwei Jahre erneuert werden. Volljährige Mitglieder einer registrierten Gruppe dürfen am eingetragenen Versammlungsort Cannabis anbauen, ernten, trocknen, schneiden, verarbeiten und besitzen, wenn es dort als Sakrament zur geistigen Erbauung oder Förderung verwendet wird. Es können auch vom Kabinett gewährte Vergünstigungen gelten. Im Jahr 2026 waren die Formulare über das Ministerium im Neville Building in Buckley's und über die Medicinal Cannabis Authority in der Princes Street erhältlich. Die Gebühren für Lizenzen für medizinisches Cannabis waren bis zum 31. Dezember 2026 ausgesetzt. Für eine rechtlich anerkannte religiöse Eheschließung kann ein ordinierter oder anerkannter christlicher Geistlicher zum Marriage Officer ernannt werden. Der Standesbeamte (Registrar-General) und Magistrate sind kraft Amtes Marriage Officers; ein Friedensrichter (Justice of the Peace) kann als besonderer Marriage Officer eingesetzt werden. Das Paar muss das gesetzliche Aufgebots- oder Genehmigungsverfahren einhalten und sicherstellen, dass die Eheschließung ins Register eingetragen wird. Eine religiöse Zeremonie, die den Anforderungen des Ehegesetzes nicht entspricht, gilt rechtlich nicht als Eheschließung. Geistliche können die üblichen Gebühren verlangen; ein einheitlicher landesweiter Gebührensatz wurde nicht gefunden.
Religion in Saint Kitts und Nevis
In Saint Kitts und Nevis ist die Bevölkerung überwiegend christlich. Zu den Gemeinschaften gehören Anglikaner, Methodisten, Pfingstkirchen, Church of God, römisch-katholische, baptistische, Siebenten-Tags-Adventisten, Wesleyan-Holiness- und mährische Gemeinden. Daneben gibt es kleinere hinduistische, muslimische und rastafarische Gemeinschaften sowie Zeugen Jehovas, Baháʼí, Brüdergemeinden, evangelikale und presbyterianische Gruppen und die Heilsarmee. Die Verfassung schützt Gewissens- und Religionsfreiheit einschließlich Gottesdienst, Lehre, Ausübung und Beachtung religiöser Bräuche. Öffentliche und staatlich unterstützte Privatschulen bieten überkonfessionellen Religionsunterricht mit einer Abmeldemöglichkeit für Eltern. Kirchen prägen Gottesdienste, den Austausch in der Gemeinschaft, bestimmte Feiertage und Ereignisse im Leben. Eine religiöse Trauung ist rechtlich jedoch nur wirksam, wenn sie dem Eherecht entspricht. Das Department of Ecclesiastical and Faith-Based Affairs und die Verwaltung der Insel Nevis dienen als öffentliche Anlaufstellen; den regulären Gottesdienst und religiöse Riten gestalten die örtlichen Konfessionen.
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