Das spanische Strafrecht beruht hauptsächlich auf gesetzlich festgelegten Straftatbeständen und Verfahren. Ein Verhalten muss einen gesetzlichen Straftatbestand erfüllen, also eine Straftat (delito) darstellen, bevor eine strafrechtliche Sanktion verhängt werden kann. Ein Strafverfahren kann durch polizeiliche Informationen, eine Strafanzeige (denuncia), eine förmliche Strafklage (querella) oder die unmittelbare Kenntnis einer Behörde beginnen. Eine denuncia meldet Tatsachen, während eine querella eine förmlichere Einreichung bei Gericht ist, durch die sich die einreichende Person als anklagende Partei beteiligen kann. Die Polizei ermittelt und sichert Beweise, Staatsanwälte fördern die Gesetzmäßigkeit und Strafverfolgung, und Richter treffen gerichtliche Entscheidungen. Ermittlungsrichter überwachen häufig das gerichtliche Ermittlungsverfahren, während der Prozess von einem anderen Gericht entschieden werden kann. Eine Person, gegen die ermittelt wird, kann als Person im Ermittlungsverfahren (investigado) bezeichnet werden. Spätere Begriffe wie die angeklagte Person (acusado) beziehen sich auf eine andere Verfahrensphase; keiner dieser Begriffe bedeutet, dass die Schuld bereits festgestellt wurde. Die beschuldigte Person hat unter anderem Anspruch auf rechtlichen Beistand, Informationen über den Vorwurf, Schweigen, Verteidigung und die Unschuldsvermutung. Bei Bedarf muss eine Verdolmetschung verfügbar sein, damit eine wirksame Beteiligung möglich ist. Opfer können Tatsachen anzeigen, Beweise vorlegen, Informationen erhalten, Schutz beantragen und im gesetzlichen Rahmen Entschädigung verlangen. Spezialisierte Unterstützung ist bei Fällen von Gewalt, bei Kindern, Menschenhandel oder Sexualstraftaten besonders wichtig. Beweise können Zeugenaussagen, Dokumente, Aufzeichnungen, digitale Materialien, Sachverständigenanalysen und körperliche Gegenstände umfassen. Ihre rechtmäßige Erhebung, Zuverlässigkeit und Verbindung zu den behaupteten Tatsachen sind maßgeblich. Verfahren können durch Einstellung, ein Urteil oder eine andere gesetzlich zulässige Entscheidung enden. Eine Verurteilung kann Strafen nach sich ziehen und außerdem eine Entschädigung für den entstandenen Schaden erforderlich machen. Strafrechtliche Angelegenheiten können Freiheit, Sicherheit, Ruf, Aufenthaltsrecht, Arbeit und Familienleben beeinträchtigen. Wer festgenommen oder beschuldigt wurde oder sich in unmittelbarer Gefahr befindet, sollte unverzüglich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Strafrecht in Spanien
Das Strafrecht in Spanien definiert Straftaten, Ermittlungen, Gerichtsverfahren, Strafen und den Schutz aller Beteiligten. Polizei, Staatsanwaltschaft, Ermittlungsrichter, Gerichte, Rechtsanwälte, Opfer und beschuldigte Personen haben unterschiedliche Aufgaben. Eine Strafanzeige beweist in Spanien nicht an sich die Schuld.
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