São Tomé und Príncipe besteht aus zwei Hauptinseln und vier kleinen Inseln. Die vulkanische Landschaft umfasst den 2.024 Meter hohen Pico de São Tomé, den 663 Meter hohen Pico Cão Grande, ursprüngliche Tiefland- und Bergwälder, Nebelwald, Savanne, Flüsse, Kraterseen, Feuchtgebiete, Mangroven, Strände und Küstengewässer. Auch die Agroforstwirtschaft, bei der Kakao und Kaffee zwischen Bäumen angebaut werden, prägt die Landschaft. Auf den Inseln gibt es etwa 1.200 Pflanzenarten, darunter 148 endemische Arten, die natürlicherweise nur in diesem Land vorkommen. Außerdem leben dort 109 Schmetterlingsarten, 89 Schneckenarten, 28 endemische Vogelarten, sieben endemische Säugetierarten, acht Amphibienarten und 17 Reptilienarten. Zu den vom Aussterben bedrohten Arten zählen der São-Tomé-Ibis, der Newton-Würger und der São-Tomé-Gimpel. Vier Meeresschildkrötenarten nutzen die Strände zur Eiablage. Lebensraumverlust, Ausweitung der Landwirtschaft, illegaler Holzeinschlag, Brände, Holzkohleproduktion, invasive Säugetiere, unkontrollierte Jagd und sinkende Beutetierbestände bedrohen diese Artenvielfalt. Ein Schutzgebiet ist ein gesetzlich verwalteter Ort, an dem Land oder Gewässer besonderen Naturschutzregeln unterliegen. São Tomé und Príncipe schützt 447,82 Quadratkilometer, also 44,74 Prozent seiner 1.001 Quadratkilometer Landfläche. Die wichtigsten Gebiete sind der Naturpark Obô de São Tomé (Parque Natural Obô de São Tomé, PNOST) mit 252,74 Quadratkilometern, der Naturpark Obô do Príncipe (Parque Natural Obô do Príncipe, PNP) mit 71,24 Quadratkilometern sowie 21 besondere Schutzgebiete (Reservas Especiais) auf São Tomé mit 123,84 Quadratkilometern. Der Meeresschutz umfasst derzeit 93,02 Quadratkilometer, einen kleinen Anteil an der etwa 160.000 Quadratkilometer großen ausschließlichen Wirtschaftszone des Landes. Das durch Gesetzesdekret 02/2026 geschaffene Meeresnetzwerk und das Netzwerk für São Tomé nach Gesetzesdekret 03/2026 werden teilweise noch umgesetzt. Das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ erkannte 2025 die Inseln São Tomé und Príncipe zusammen als Biosphärenreservat an. Diese Auszeichnung verbindet Naturschutz, nachhaltige Entwicklung und Bildung im gesamten Staatsgebiet; sie begründet jedoch nicht automatisch ein gesetzlich geschütztes Gebiet. Ilhéus Tinhosas ist außerdem das Ramsar-Feuchtgebiet des Landes. Es umfasst 23 Hektar und wurde am 21. Dezember 2006 ausgewiesen. Das Umwelt-, Jugend- und Tourismusministerium für nachhaltige Entwicklung, die Direktion für Forstwirtschaft und biologische Vielfalt sowie die Direktion für Umwelt und Klimaschutz tragen nationale Verantwortung. Auf Príncipe spielt die Autonome Region Príncipe eine eigene Rolle; an Fischerei und anderen Sektoren sind Stellen wie DPA/Fisheries und CNMC beteiligt. An der Verwaltung von Parks und Schutzgebieten wirken außerdem Gemeinden, Ranger, Öko-Guides und lokale Gemeinschaften mit. Gesetz 6/2006 begründet PNOST, Gesetz 7/2006 PNP und das Gesetzesdekret 08/2023 regelt die besonderen Schutzgebiete. Gesetzesdekret 10/2025 legt interne Vorschriften für PNOST fest. Menschen nutzen Wälder und Küstenökosysteme für Kakao- und Kaffeeanbau, Nahrungspflanzen, Heil- und Zierpflanzen, Holz und andere Waldprodukte, handwerkliche Fischerei und Jagd. Wasserlebewesen liefern mehr als die Hälfte der Eiweißversorgung des Landes. Schätzungsweise 4.300 Fischende und 2.300 Händlerinnen und Händler waren 2021 an einem Fang von insgesamt etwa 15.000 Tonnen beteiligt. Der 2024 verabschiedete erste nationale Fischereibewirtschaftungsplan führt Maßnahmen zu Fischereiaufwand, Mitverwaltung, Fangdaten und Überwachung ein. Illegale Fischerei, zerstörerische Fanggeräte, der Fang von Jungfischen, beim Ringwadenfischen eingesetzte Steine sowie industrielle oder ausländische illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei sind verboten oder sollen kontrolliert werden. Fang und Vermarktung von Meeresschildkröten, das Sammeln von Eiern und Beifang sind nach Gesetzesdekret 8/2014 geregelt. Zu den Naturaktivitäten zählen Wandern, Vogelbeobachtung, botanische Besuche und ökologische Exkursionen. Der Botanische Garten Bom Sucesso und sein Herbarium sind ein wichtiger Zugang zum PNOST und unterstützen Umweltbildung, Forschung und Artenschutz. Auf Príncipe gibt es Wanderwege von D’OVYÔ; den Mangrovenwald Malanza kann man mit dem Kanu erkunden. Ein typischer Besuch dauert etwa zwei Stunden. Die Wege reichen von mittelschwer bis sehr anspruchsvoll. Für abgelegene und schwierige Routen, darunter Monte Carmo, wird ein qualifizierter Guide empfohlen oder ist örtlich vorgeschrieben. Für den Pico de São Tomé ist üblicherweise eine ein- oder zweitägige Tour erforderlich; bei der längeren Variante wird nahe Pico Mesa gezeltet. Es gelten Parkregeln, Zonierung und Bewirtschaftungspläne. Eine landesweit einheitliche Eintritts- oder Genehmigungsgebühr und eine Standardfrist für Vorausbuchungen wurden nicht ermittelt; Kosten für Guides, Transport und Buchungen unterscheiden sich örtlich. Überschwemmungen, Sturzfluten an Küsten und Flussmündungen, Stürme, Dürren, veränderte Starkregenmuster, längere Trockenzeiten, die als Gravana bezeichnet werden, Erdrutsche, Meeresspiegelanstieg, Salzwassereintritt und Küstenerosion betreffen Lebensräume und Lebensgrundlagen. Schäden an Mangroven, Stränden und Riffen, Bodenerosion und Lebensraumzerschneidung können den Druck erhöhen. Naturschutzziele können mit der Jagd als Quelle ländlicher Nahrung und Einkommen, dem Zugang zur Fischerei, der Waldnutzung, Landwirtschaft, Wasserkraft, Tourismus und Küstenentwicklung in Konflikt geraten. Praktikable Lösungen verbinden Schutzgebietsregeln mit Beteiligung der Gemeinschaften, Ausbildung von Rangern und Öko-Guides, Überwachung, Wiederaufforstung, Schutz von Nistplätzen, nachhaltiger Nutzung von Heilpflanzen und klar geregeltem Zugang.
Natur in São Tomé und Príncipe
Die Natur in São Tomé und Príncipe umfasst Vulkangebirge, Regen- und Nebelwälder, Feuchtgebiete, Mangroven, Küsten- und Meeresökosysteme sowie von Kakao- und Kaffee-Agroforstwirtschaft geprägte Landschaften. Das Land besitzt eine außergewöhnlich vielfältige endemische Tier- und Pflanzenwelt und schützt 44,74 Prozent seiner Landfläche durch Nationalparks und besondere Schutzgebiete; der Meeresschutz wird ausgebaut. Die Natur sichert Wasser, Nahrung, Lebensgrundlagen und Tourismus. Jagd, Lebensraumverlust, zerstörerische Fischerei und Klimarisiken führen jedoch zu konkurrierenden Schutz- und Nutzungsbedürfnissen.
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