Die Vorschule umfasst gewöhnlich zwei Jahre für Kinder von 3 bis 5 Jahren, häufig Baby Class, Middle Class und Top Class genannt. Der Abschluss der Vorschule ist keine Voraussetzung für die Aufnahme in Primary 1. Die Grundschule reicht von P1 bis P8 und richtet sich gewöhnlich an 6- bis 13-Jährige. Die Primary 8 Leaving Examination und das dazugehörige Certificate bilden üblicherweise die Grundlage für die Aufnahme in eine Sekundarschule. Die Sekundarschule reicht von S1 bis S4, gewöhnlich für 14- bis 17-Jährige, und endet mit der Unified South Sudan Secondary School Certificate Examination. Das formale Angebot umfasst allgemeinbildende Schulen sowie Zentren für technische und berufliche Bildung und Ausbildung. Eine Hochschulbildung beginnt erst nach der Sekundarschule. Das Alternative Education System umfasst Accelerated Learning Programmes, die für viele Lernende von 12 bis 18 Jahren acht Jahre Grundschule auf vier Jahre verdichten, Community-Based Girls Schools mit einem vierjährigen Grundschulprogramm über drei Jahre für Mädchen von 8 bis 12 Jahren sowie mobile Pastoralist Education Programmes. Diese Programme unterstützen ältere Lernende und manche ehemaligen Kämpfenden. Unterricht und Lernmaterialien sind kostenlos; Schuluniformen sind im Allgemeinen nicht erforderlich. Grundlegende oder funktionale Erwachsenenbildung gehört nur dann zu diesem schulbezogenen Bereich, wenn sie den Schulzugang oder Übergang unterstützt. Schulen können staatlich, gemeinschaftlich, privat, glaubensbasiert oder von NGOs unterstützt sein. Von den 2023 erfassten 7.737 Schulen waren 3.881 staatlich, 1.108 Gemeinschaftsschulen, 686 privat, 717 glaubensbasiert und 46 NGO-Schulen. Die Erhebung umfasste Vorschulen, Grund- und Sekundarschulen sowie Angebote des Alternative Education System; 1.281 Schulen waren nicht in Betrieb. Von den betriebenen Grund- und Sekundarschulen waren 98 % koedukativ. Rund 20 % teilten sich jedoch Räumlichkeiten mit einer anderen Schule und mussten häufig Schichtunterricht anbieten. Das Ministerium für allgemeine Bildung und Unterricht, kurz MoGEI, legt nationale Standards, Lehrplan, Lehrkräftepolitik sowie Prüfungs- und Inspektionsregeln fest. Landesbildungsministerien verwalten Bildung in ihren Bundesstaaten. Bezirksbildungsämter, Payam-Aufsichtspersonen und Bezirksinspektoren unterstützen die Umsetzung und Kontrolle. Schulleitungen führen den täglichen Betrieb; Schulverwaltungsausschüsse, Eltern-Lehrkräfte-Vereinigungen und Schulvorstände wirken an der Schulführung mit. Das National Curriculum Development Center entwickelt und überprüft Lehrpläne, der National Examinations Council koordiniert nationale Prüfungen. Der nationale Lehrplan ist kompetenzorientiert und umfasst Frieden, nationale Identität, Kultur und Staatsbürgerschaft. Der Unterricht kann auf Englisch und in nationalen Sprachen oder ausschließlich auf Englisch stattfinden. Zu den lokalen Sprachen gehören unter anderem Dinka, Nuer, Bari, Zande, Acholi und Arabisch. Lehrbücher sind knapp. Das Verhältnis von Schülerinnen und Schülern zu Lehrbüchern lag 2021 in Englisch und Mathematik bei ungefähr 8:1 sowie in Naturwissenschaften und Sozialkunde bei 9:1; angestrebt wurde 1:1. Neben den nationalen Prüfungen in P8 und S4 gibt es schulinterne Leistungsbewertung. Grundschulbildung ist gesetzlich kostenlos. Auch das bildungspolitische Ziel für 2017 bis 2027 sieht Sekundarschulbildung als kostenlos und verpflichtend vor. In der Praxis sind indirekte Gebühren und Umlagen, Uniformen, Materialien und andere Ausgaben weiterhin Hindernisse. Diese Kosten standen 2023 mit 21 % der berichteten Grundschulabbrüche und 24 % der Sekundarschulabbrüche in Verbindung. In 21 % der betriebenen Schulen gab es Schulspeisung; NGOs und andere Organisationen stellten 76 % dieser Unterstützung bereit. Etwa ein Drittel der Schulen hatte keinen Zugang zu Wasser, nur 4 % verfügten über eine Bibliothek. Der Schulzugang unterscheidet sich stark nach Ort und Lebenslage. Konflikt, Überschwemmungen, Vertreibung, Armut, lange Schulwege, Kinderehe, Schwangerschaft und die Mobilität von Viehhirten können den Schulbesuch unterbrechen. 2023 waren Schulschließungen besonders mit Lehrkräftemangel, Konflikt und Überschwemmungen verbunden. Ein landesweites Schultransportprogramm oder ein zentralisiertes Verfahren zur Wahl der Einzugsgebietsschule ist nicht belegt. Inklusive Bildung beruht auf einer Strategie der Eingliederung in Regelschulen, nicht auf einer eigenen nationalen Sonderstufe. 2023 meldeten 51 % der betriebenen Grund- und Sekundarschulen die Aufnahme von Lernenden mit Behinderungen; nur 42 % hatten jedoch behinderungsgerechte Merkmale. Auch psychosoziale Unterstützung, Lernmaterialien und gezielte Hilfen können Mädchen, vertriebene Lernende, Geflüchtete, Viehhirten-Gemeinschaften und Lernende mit Behinderungen unterstützen.
Schule im Südsudan
Der Südsudan hat ein formales Schulsystem der Stufen 2-8-4: zwei Jahre Vorschule, acht Jahre Grundschule und vier Jahre Sekundarschule. Grundschulbildung ist gesetzlich kostenlos und verpflichtend. Gebühren, Entfernung, Konflikt, Überschwemmungen, Vertreibung und Lehrkräftemangel schränken den tatsächlichen Zugang jedoch ein. Angebote des Alternative Education System bieten beschleunigte, mobile oder gemeinschaftsbasierte Wege für Lernende, die dem regulären Schulaufbau nicht folgen können.
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