Die meisten Haushalte kombinieren mehrere Nahrungsquellen, statt sich auf ein einziges Versorgungssystem zu verlassen. Etwa 80 bis 95 % der Menschen sind direkt oder indirekt auf Landwirtschaft, Viehhaltung, Fischerei, Wildpflanzen und -tiere, lokale Märkte oder importierte Lebensmittel angewiesen. Für 2025 wurde die nationale Getreideproduktion auf 1.213.100 Tonnen geschätzt; der Getreidebedarf für 2026 lag bei etwa 1,53 Millionen Tonnen. Daraus ergab sich ein Defizit von rund 317.300 Tonnen. Sorghum, in manchen Zusammenhängen auch dura genannt, machte laut einem FAO-Profil von 2022 rund 76 % der nationalen Lebensmittelversorgung aus; etwa 80 % der Haushalte bauten es an. Die Maniokproduktion erreichte 2025 rund 2,04 Millionen Tonnen, die Erdnussproduktion etwa 274.000 Tonnen. Weizen ist besonders importabhängig; Mais, Reis, Bohnen, Sesam und Gemüse ergänzen die wichtigsten Grundnahrungsmittel. Die Ernährungsgewohnheiten unterscheiden sich nach Region. Greater Equatoria verwendet Maniok häufig als bevorzugtes Grundnahrungsmittel und als Sicherheitsreserve; außerdem werden Erdnüsse, Mais, Bohnen, Sesam und Gemüse verbreitet genutzt. Dort sind zwei Ernten möglich. Für Western Equatoria wurde 2026 ein Getreideüberschuss von etwa 93.404 Tonnen geschätzt; Central Equatoria hatte ein geschätztes Defizit von etwa 72.612 Tonnen und Juba County von etwa 49.959 Tonnen, bedingt durch die Nachfrage in der Stadt. Greater Bahr el Ghazal erzeugt Sorghum, Erdnüsse und Maniok; das Aweil Rice Scheme trägt zur Reisproduktion bei. Greater Upper Nile ist auf Sorghum, Fisch, Wildnahrung und Vieh angewiesen, ist aber stark von Konflikten, Überschwemmungen und Marktrisiken betroffen. Die geschätzten Getreidedefizite 2026 betrugen etwa 193.914 Tonnen in Jonglei, 96.224 Tonnen in Upper Nile und 88.272 Tonnen in Unity. Ernte und Nachernteaktivitäten finden im Allgemeinen etwa von Dezember bis März statt; April bis Juli ist oft die knappere Zeit. Im Februar 2026 lagen die Getreidepreise in Juba etwa 46 % über dem bereits hohen Niveau vom Februar 2025. Eine Erhebung Ende 2025 ergab, dass Mais mehr als doppelt so teuer war, Sorghum etwa dreimal so teuer und importierter Weizen etwa 50 % teurer als ein Jahr zuvor. Einige Getreidepreise lagen bis zum Fünffachen des Niveaus vom Februar 2024. Treibstoff, Transport, Unsicherheit auf Straßen, Währungsabwertung und geringe lokale Versorgung treiben die Lebensmittelkosten. Ein Feldbericht aus Yida vom Dezember 2025 nannte 20.000 südsudanesische Pfund für eine Dose Sorghum; das war ein lokal gemeldeter Preis und kein landesweiter Richtwert. Haushalte bereiten häufig Brei, Eintöpfe und Suppen zu, indem sie Lebensmittel kochen, braten, räuchern oder trocknen. Für Brei werden Sorghum-, Mais-, Maniok- oder Wasserlilienmehl verwendet; Erdnusspaste kann den Energiegehalt erhöhen. Milch, Joghurt, Butter, Fisch, Fleisch, Okra, Dodo und andere lokale Blattgemüse, Zwiebeln, Tomaten, Limetten, Kürbis und Simsim sind häufige Zutaten. Walwal ist ein dicker Brei; Walwal akob kombiniert Brei mit Milch; Kisra ist ein lokales Fladenbrot; Asida ist ebenfalls ein Brei; Shaya ist gegrillter Fisch. Bei Nuer bezeichnet Kob ein Gericht aus fermentiertem Weizen- oder Maismehl, das mit Fisch oder Fleisch serviert wird, auch für Gäste oder lange Reisen. Diese Namen und Zubereitungsarten unterscheiden sich nach Region und Sprache; ein einheitliches landesweites Rezept gibt es nicht. Zum Kochen werden häufig offene Feuer, Dreisteinfeuer, Holzkohle oder Brennholz verwendet. Eine Haushaltserhebung von 2010 erfasste eine Nutzung fester Brennstoffe von 99 %, darunter 81 % Holz und 14 % Holzkohle; ein aktueller landesweiter Brennstoffmix wurde nicht bestätigt. Der Zugang zu Brennstoff beeinflusst die Mahlzeiten unmittelbar: Wenn Brennstoff zu teuer wird, kochen Haushalte möglicherweise kürzer, lassen Mahlzeiten aus oder lassen Speisen nicht durchgaren. Projekte mit brennstoffsparenden Kochherden in Yei, Aweil und Nasir meldeten Einsparungen von etwa 20 bis 50 % gegenüber einem gut betriebenen offenen Feuer. In einem Beispiel aus Nasir von 2025 sanken die gemeldeten Brennholzkosten nach Einführung eines etwa 15.000 südsudanesische Pfund teuren Kochherds von 4.000 auf 1.500 Pfund. Diese Zahlen sind nicht auf das ganze Land übertragbar. Zubereitete Speisen gibt es vor allem in städtischen Gebieten, insbesondere in Juba, in formellen Restaurants, Cafés, Hotels und Geschäften. Daneben gibt es Marktstände, Anbieter gekochter Speisen, Teestände und Straßenverkauf. Eine städtische Markterhebung von 2019 erfasste Marktstände mit gekochtem Essen, Tee sowie getrocknetem oder geräuchertem Fisch; eine verlässliche landesweite Speisekarte oder Preisliste gibt es nicht. Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit ändern sich nach Ort, Sicherheitslage, Haushaltseinkommen und täglichem Marktangebot. Ernährungsprobleme betreffen sowohl Menge als auch Qualität der Lebensmittel. UNICEF und die Ernährungsbeobachtung meldeten 2024 eine Mindestspeisenhäufigkeit von 7,5 %, eine Mindestvielfalt der Ernährung von 16,5 % und eine akzeptable Mindesternährung von 2,1 %. Konflikte, Vertreibung, Krankheiten, unsicheres Wasser, unzureichende Sanitärversorgung, Lebensmittelpreise und schwache Praktiken bei der Säuglingsernährung tragen dazu bei. Praktische Unterstützung umfasst Beratung zu Ernährung von Müttern und Kleinkindern, Muttergruppen, ehrenamtliche Ernährungshelfer in Gemeinden, Küchengärten, Kochvorführungen, Untersuchung und Überweisung sowie die Behandlung schwerer akuter Mangelernährung. Bargeldprogramme deckten 2025 sieben Bundesstaaten und ein Verwaltungsgebiet ab und erreichten rund 13.058 Betreuungspersonen, besonders schwangere oder stillende Frauen und Betreuungspersonen von Kindern unter zwei Jahren. Der Zugang hängt vom jeweiligen Programm, Partner und einer Bedürftigkeitsprüfung ab; es gibt keinen allgemeinen Lebensmittelanspruch. Zu den für Lebensmittelsicherheit zuständigen Institutionen gehören die South Sudan Drug and Food Authority, das South Sudan National Bureau of Standards, das Gesundheitsministerium, das Landwirtschafts- und Ernährungssicherheitsministerium, das Ministerium für Viehhaltung und Fischerei sowie das National Codex Committee. Workshops in Juba sollten 2025 nationale Codex-Strukturen aktivieren oder umgestalten. Eine WHO-Bewertung nannte die nationale Überwachung von lebensmittelbedingten Krankheiten und Kontaminanten als Ziel für 2026; laut Stand vom November 2025 hatte die Umsetzung noch nicht begonnen. Benötigte Kapazitäten umfassen Prüfungen auf Krankheitserreger, Aflatoxin, Pestizide und Antibiotikarückstände, nationale Meldungen, Ereignisüberwachung und schnelle Warnungen. WHO-Wassertests von 2021 bis 2023 fanden Verunreinigungen in 683 von 1.186 Proben, rund 56,7 %. Ein verifiziertes landesweites System zur Kontrolle von Verkäufern oder zur Meldung von Verbraucherbeschwerden ist nicht dokumentiert. Sichere Wasserquellen, Händewaschen, saubere Utensilien, vollständiges Garen und sichere Lagerung bleiben daher praktische Schutzmaßnahmen; die Durchsetzung unterscheidet sich örtlich. Haushalte beziehen Lebensmittel aus eigener Erzeugung, durch Kauf, Tausch, Teilen in Familie oder Gemeinschaft, Fischerei, Wildnahrung und Hilfsleistungen. WFP und Partner verteilen Lebensmittel, Geld oder lokal eingekaufte Waren; die Hilfe kann wegen Finanzierung, Logistik, Unsicherheit oder Überschwemmungen unterbrochen werden. Im August 2025 meldete WFP allgemeine Nahrungsmittelhilfe für rund 1,8 Millionen Menschen. Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf Lebensmittel oder ein einziger landesweiter Versorgungsweg ist nicht bestätigt. Das Landwirtschafts- und Ernährungssicherheitsministerium, die Landwirtschaftsministerien der Bundesstaaten, County-Beratungsdienste und Gemeindestrukturen unterstützen Pflanzenbau und Frühwarnung. Das Ministerium für Viehhaltung und Fischerei ist für Viehhaltung und Fischerei zuständig; das Gesundheitsministerium für Ernährung und Überwachung lebensmittelbedingter Krankheiten; das Ministerium für humanitäre Angelegenheiten und Katastrophenschutz koordiniert humanitäre Maßnahmen. Klima- und Lebensgrundlagenrisiken wirken sich langfristig auf die Lebensmittelversorgung aus. Überschwemmungen, Trockenperioden, Schädlinge sowie Krankheiten von Vieh und Fischen können die Erzeugung senken. Maniok braucht etwa 18 bis 24 Monate bis zur Reife, bietet aber eine nützliche Sicherheitsreserve; Erdnüsse sind eine kürzer wachsende Nahrungs- und Marktfrucht. Das geschätzte jährliche Fischfangpotenzial des Südsudan beträgt etwa 265.000 Tonnen und sichert rund 1,7 Millionen Menschen eine Lebensgrundlage. Dennoch werden mehr als 70 % des Fangs geräuchert oder getrocknet, und die Verluste nach dem Fang liegen bei über 60 %. Das nachhaltige Potenzial für Wildfisch wird auf etwa 300.000 Tonnen jährlich geschätzt. Für 2025 wurde der Viehbestand auf rund 36,5 Millionen Tiere geschätzt, darunter etwa 12 Millionen Rinder, 12,4 Millionen Ziegen und 12,1 Millionen Schafe. Saisonale Weidewanderungen finden häufig etwa von November bis Mai statt. Klimafeste Landwirtschaft, überschwemmungsangepasste Gemüsebeete, Küchengärten, bessere Lagerung, verbesserte Trocknung und Verarbeitung, brennstoffsparende Kochherde, Holzbestände, Agroforstwirtschaft und lokale Einkäufe können den Druck auf den Lebensmittelzugang mindern.
Essen im Südsudan
Lebensmittel im Südsudan stammen aus Haushaltslandwirtschaft, Viehhaltung, Fischerei, Wildpflanzen und -tieren, lokalen Märkten, Importen und humanitärer Hilfe. Sorghum, Mais, Maniok, Weizen, Erdnüsse, Bohnen, Reis, Sesam und Gemüse sind wichtige Grundnahrungsmittel. Der Zugang verändert sich jedoch stark je nach Jahreszeit, Konflikt, Überschwemmungen, Straßenverhältnissen, Treibstoffkosten und Währungsabwertung. FAO- und IPC-Bewertungen zufolge waren von April bis Juli 2026 etwa 7,8 Millionen Menschen, rund 55 % der Bevölkerung, von einer Ernährungskrise oder einer noch schlimmeren Lage betroffen; in vier Counties in Jonglei und Upper Nile bestand Hungersnotrisiko. Zu den üblichen Mahlzeiten gehören Brei, Eintöpfe, Fisch, Milch und lokales Blattgemüse. Lebensmittelpreise, Brennstoff zum Kochen, Ernährungsdienste und sicheres Wasser beeinflussen, was Haushalte essen können.
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