Der Straßenverkehr befördert den Großteil der Passagiere und Fracht in Tadschikistan. Statistiken für 2024 verzeichneten mehr als eine Milliarde Personenbewegungen über verschiedene Verkehrsmittel; 99,9 Prozent entfielen auf den Landverkehr. Rund 95 Prozent der Fracht wurden auf der Straße transportiert. Das Verkehrsministerium verantwortet die nationale Verkehrspolitik und straßenbezogene Dienste. Die Staatliche Automobilinspektion im Innenministerium übernimmt wichtige Fahrzeug- und Verkehrskontrollaufgaben. Duschanbe verfügt über ein gemischtes öffentliches Verkehrssystem aus Bussen, Oberleitungsbussen und Marschrutkas, also geteilten Kleinbussen auf gängigen innerstädtischen Strecken. Kommunale Anbieter haben seit 2018 den regulären Bus- und Oberleitungsbusverkehr ausgebaut; einige Kleinbuslinien wurden reduziert oder ersetzt. In kleineren Städten verkehren Busse oft weniger regelmäßig und sind stärker überfüllt. Daher können Marschrutka, Taxi oder Privatwagen praktischer sein. Duschanbe nutzt außerdem elektronische Fahrkarten und weitere Smart-City-Elemente. Veröffentlichten Fahrpreisen von 2021 zufolge kosteten bargeldlose Fahrten 1,80 TJS im Bus, 1,50 TJS im Oberleitungsbus und 2,50 TJS in der Marschrutka. Diese Angaben sind veraltet und nicht als aktuell landesweit geltende Tarife zu verstehen. Der Bahnverkehr ist landesweit etabliert, spielt aber im alltäglichen Binnenverkehr eine begrenzte Rolle. Veröffentlicht wurden unter anderem die Strecken Duschanbe–Taschkent einmal wöchentlich, Duschanbe–Kanibadam, Kulob–Duschanbe und täglich Duschanbe–Pahtaabad sowie Fernzüge nach Wolgograd und Moskau. Verfügbarkeit und Betriebsstatus hängen von der konkreten Strecke ab. Fahrkarten können online mit Bankkarte gekauft werden; ein elektronischer Kontrollschein allein berechtigt jedoch nicht zum Einstieg. Das erforderliche Reisedokument muss ebenfalls vorgelegt werden. Der Flugverkehr bietet eine weitere Möglichkeit für lange Strecken, ohne einheitlichen nationalen Fahrplan oder Tarif. Straßen sind auch die wichtigste Verbindung für internationalen Reise- und Güterverkehr. Beispiele für Grenzübergänge sind Dusti–Sariosiyo nach Usbekistan, Karamik–Karamik und Kizil-Art–Saritosch nach Kirgisistan, Kulma–Qarasu nach China und Nischni Pjandsch–Sherkhon Bandar nach Afghanistan. Genehmigungen für internationalen Personen- und Güterstraßenverkehr werden über e-transport.tj abgewickelt. Preise im Straßenverkehr werden grundsätzlich vertraglich vereinbart; Grenzverfahren, Unterlagen, Entfernung und gewählter Übergang beeinflussen Gesamtkosten und Reisezeit. Das geltende Straßenverkehrsgesetz der Republik Tadschikistan und die durch Regierungsbeschluss 323 vom 29. Juni 2017 erlassenen Verkehrsregeln bilden den zentralen Rechtsrahmen. Änderungen des Straßenverkehrsgesetzes wurden am 3. Januar 2024 und 11. Februar 2025 verzeichnet. In Tadschikistan herrscht Rechtsverkehr. Fahrer und Mitfahrer müssen Sicherheitsgurte anlegen; Fahrer und Mitfahrer auf Motorrädern müssen Helme tragen. Für Kraftfahrzeuge einschließlich ausländischer Fahrzeuge ist eine jährliche verpflichtende staatliche technische Prüfung vorgeschrieben. Sie umfasst unter anderem technischen Zustand, Zulassung, medizinische Nachuntersuchung, Pflicht-Haftpflichtversicherung und Fahrzeugsteuer. Das Verkehrsministerium nennt für das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts eine Strafe von 0,5 bis 1 Berechnungsindikator, entsprechend 36 bis 72 TJS seit dem 1. Januar 2024. Zu Fuß gehen und Radfahren sind möglich, doch die Infrastruktur ist fragmentiert und stark von Stadt und Projekt abhängig. Der Grüne Korridor der Asiatischen Entwicklungsbank zwischen Dangara und Guliston ist 49 Kilometer lang und umfasst geplante Radwege, Gehwege, Beleuchtung, markierte Übergänge und barrierefreie Elemente; der Abschluss ist für 2030 geplant. Ein landesweites Fahrradverleihsystem oder dichtes Radwegenetz ist nach den verfügbaren Erkenntnissen nicht eingerichtet. Gebirgs- und Randgebiete sind besonders auf den Straßenverkehr angewiesen. Tadschikistans Umfassendes Programm zur Entwicklung des Elektroverkehrs 2022–2026 soll Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen senken, das städtische Umfeld verbessern und die Verkehrssicherheit stärken. Planungsunterlagen sehen einen Anteil von Elektrofahrzeugen von 15 Prozent am Fahrzeugbestand sowie Ladeinfrastruktur vor. Oberleitungsbusse in Duschanbe bieten eine emissionsärmere innerstädtische Möglichkeit. Projekte betreffen außerdem batterieelektrische Busse, Ladeausrüstung, Busvorrang, Parkraummanagement und Fuß- und Radverkehrsanlagen. Außerhalb größerer Städte ist der Zugang zu Ladestationen begrenzt; das Projekt Grüner Korridor umfasst zwei Pilotladestationen. Ältere Marschrutka-Flotten bleiben eine relevante Quelle von Stickoxiden, Kohlenmonoxid, flüchtigen organischen Verbindungen, Kohlendioxid und Feinstaub.
Verkehr in Tadschikistan
Der Verkehr in Tadschikistan nutzt vor allem Straßen, da das Land keine Meeresküste hat und gebirgig ist. Busse, Oberleitungsbusse, geteilte Kleinbusse, sogenannte Marschrutkas, Taxis und private Autos dienen dem Alltag; Bahn und Flugverkehr decken ausgewählte längere Strecken ab. Bedingungen, Fahrpläne und Erreichbarkeit unterscheiden sich erheblich zwischen Duschanbe, kleineren Städten und abgelegenen Regionen.
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