Getreide bildet die Grundlage vieler Mahlzeiten im Tschad. Sorghum, Hirse, Mais, Reis, Maniok, Bohnen, Erdnüsse, Sesam und Gemüse sind vor allem im Süden und in der Sudan-Zone verbreitet. Im zentralen Sahel spielen Hirse, Sorghum, Hülsenfrüchte, Vieh und Milch eine größere Rolle. Nördliche Gemeinschaften sind stärker auf Viehhaltung und Oasenanbau angewiesen; in der Tschadsee- und Flussregion kommen frischer, getrockneter oder geräucherter Fisch, Mais, Gartenbau und Spirulina hinzu. Regionale Lebensmittel sind nicht beliebig austauschbar, da Straßen, Niederschläge, Sicherheitslage und Marktverbindungen beeinflussen, was die einzelnen Orte erreicht. Getreide wird häufig gemahlen oder gestampft und als Brei, fester Getreidekloß oder boule, Fladen oder fermentierte Speise serviert. Saucen und Eintöpfe können Okra, Sauerampfer, Moringa, kawal, Tomaten, Pfeffer, Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Erdnusspaste oder -öl, Fleisch, Fisch oder Milch enthalten. Zu den für Abéché dokumentierten Gerichten gehören Hirseballen mit Okrasauce, Maisballen mit Sauerampfer- oder Moringasauce, Reisballen mit Sauce aus rotem Fleisch sowie Hirseballen mit kawal-Sauce und Trockenfleisch, charmoute genannt. Fisch wird häufig frisch, getrocknet oder geräuchert zubereitet. Gegrillter Fisch, kanda und Fisch mit Reis sind Beispiele für städtisches Straßenessen in N’Djamena. Die Zubereitung zu Hause ist weiterhin vorherrschend. Häufige Methoden sind Kochen, Schmoren, Grillen, Trocknen und Räuchern. Frauen spielen bei vielen Tätigkeiten der häuslichen und marktbezogenen Lebensmittelverarbeitung eine zentrale Rolle; dies gilt jedoch nicht einheitlich für jeden Haushalt oder jede Tätigkeit. Der Zugang zu sauberem Kochen lag 2022 bei etwa 9 %. Brennstoffknappheit und -kosten sowie Rauchbelastung können deshalb die Zubereitung und Lebensmittelpreise beeinflussen. In Städten nutzen die Menschen außerdem Tee- und Kaffeestände, kleine Restaurants und Straßenverkäufer, besonders wenn preisgünstige Mahlzeiten nötig sind. Gemeinschaftsmahlzeiten und Gastfreundschaft umfassen häufig eine gemeinsame Platte, Essen mit der Hand und Händewaschen vor dem Essen. Die Gepflogenheiten unterscheiden sich jedoch je nach Gemeinschaft, Alter, Geschlecht, Religion und Haushalt. Der Zugang zu Lebensmitteln hängt eng mit Regen- und Magerzeiten zusammen. Die Regenzeit dauert gewöhnlich von Juli bis November; die Magerzeit belastet Haushalte häufig zwischen Juni und August am stärksten. Überschwemmungen, Dürren, schlechte Lagerung, hohe Treibstoffkosten, Unsicherheit und unterbrochener Transport können örtliche Engpässe verursachen, auch wenn die nationale Produktion ausreicht. Die Getreideproduktion wurde für 2025 auf etwa 3 Millionen Tonnen geschätzt, rund 10 % über dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Aussichten für 2026 blieben wegen unregelmäßiger Niederschläge, Trockenperioden, begrenzter Düngemittel und Unsicherheit jedoch ungewiss. Von Mai bis Juli 2026 stiegen die örtlichen Sorghum- und Hirsepreise in beobachteten Märkten um bis zu etwa 15 % beziehungsweise 20 %, lagen in den meisten dieser Märkte aber weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Niedrigere Preise garantieren keine Erschwinglichkeit, wenn die Kaufkraft der Haushalte schwach ist. Getreidelastige Mahlzeiten können Energie liefern, enthalten aber möglicherweise zu wenig Eiweiß oder Mikronährstoffe, wenn die Saucen keine Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Milch, Eier, Fleisch, Fisch oder Blattgemüse enthalten. Der Ernährungsbedarf ist besonders hoch bei Kindern von 6 bis 23 Monaten sowie bei schwangeren und stillenden Frauen. Gesundheitseinrichtungen und Partnerorganisationen bieten in ausgewählten Gebieten Untersuchungen, Beratung zu Säuglings- und Kleinkindernährung, Kochvorführungen, Muttergruppen, mobile Angebote und Behandlungsprogramme mit gebrauchsfertiger therapeutischer Nahrung an. Diese Angebote sind kein universeller Anspruch auf Lebensmittel. Lebensmittelsicherheit hängt stark von Wasser, Hygiene, Lagerung und Zubereitung ab. Der nationale Hygiene-Kodex, das Centre de Contrôle de Qualité des Denrées Alimentaires (CECOQDA), das Comité National du Codex Alimentarius (CNCA) und andere Behörden gehören zu einem Lebensmittelsicherungssystem, das weiter ausgebaut wird. Gewerbliche Lebensmittelbetriebe müssen Hygiene- und Handhabungspflichten erfüllen; Anforderungen zur Mehlanreicherung gelten, sofern die einschlägige Anordnung das Produkt erfasst. Wählen Sie an Straßenständen Speisen, die vollständig gegart und heiß serviert werden. Meiden Sie Lebensmittel, die Staub oder Fliegen ausgesetzt sind, prüfen Sie die Sauberkeit von Besteck und Servierflächen und bevorzugen Sie sicheres Trinkwasser. Trennen Sie rohe und gekochte Lebensmittel, kühlen oder konservieren Sie leicht verderbliche Produkte rasch, soweit dies möglich ist, und seien Sie nach Überschwemmungen oder bei verunreinigtem Wasser besonders vorsichtig. Eine Studie in N’Djamena stellte bei untersuchten Verkäufern häufig Hygieneprobleme fest; ihre datierten und stadtspezifischen Ergebnisse belegen jedoch keine landesweite Quote. WFP kann Lebensmittelpakete oder Bargeld bereitstellen, wenn die Märkte funktionieren. Schulmahlzeiten, Hilfe der FAO, Unterstützung durch UNICEF und andere Programme richten sich an bestimmte von Krisen betroffene oder besonders gefährdete Gruppen. Unterstützung kann von Standort, Vertreibung, Ernährungsunsicherheit, Verwundbarkeit der Haushalte und verfügbaren Programmmitteln abhängen. Eine universelle landesweite Lebensmittelkarte oder feste Subvention wurde nicht festgestellt. Formelle und humanitäre Angebote ergänzen daher Haushaltserzeugung, Markteinkäufe und informelle Lebensmittelwege, statt sie zu ersetzen. Langfristige Ernährungsresilienz hängt von klimaresistentem Saatgut, Bewässerung und Poldern, Wassermanagement, Lagerung, Straßen, Viehschutz, Fischerei- und Milchwirtschaftsketten, Gartenbau und besserer Konservierung ab. Solarpumpen, Gefriergeräte sowie getrocknete oder geräucherte Produkte können saisonale Verluste verringern. Projekte im Westen des Tschad haben mehr als 2.400 Hektar Polder wiederhergestellt, Landstraßen verbessert und Fischerei, Milch und Spirulina unterstützt. Diese Maßnahmen bleiben jedoch lokal oder projektspezifisch und sind nicht landesweit verfügbar.
Essen im Tschad
Die Ernährung im Tschad beruht auf Haushaltsküche, kleinbäuerlicher Landwirtschaft, Viehhaltung, Fischerei, informellen Märkten und importierten Waren. Mahlzeiten und Verfügbarkeit unterscheiden sich zwischen dem südlichen Anbaugebiet, dem zentralen Sahel, den nördlichen Weide- und Oasengebieten, der Tschadseeregion und Städten wie N’Djamena und Abéché. Saisonale Ernten, Transport, Unsicherheit, Vertreibung und Haushaltseinkommen beeinflussen Preise, Ernährungsvielfalt und Zugang zu sicheren Lebensmitteln erheblich.
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