Das Ministerium für öffentliche Gesundheit und Prävention, örtlich als Ministère de la Santé publique et de la Prévention (MSPP) bezeichnet, arbeitet mit den Gesundheitsdelegationen der Provinzen und den Gesundheitsbezirken zusammen. Der vierte Nationale Gesundheitsentwicklungsplan, PNDS 4, gilt für 2022–2030 und soll die allgemeine Gesundheitsversorgung und die primäre Gesundheitsversorgung ausbauen. Er umfasst 43 strategische Ausrichtungen, 96 erwartete Ergebnisse und 288 Maßnahmen. Dennoch bestehen erhebliche Lücken beim Zugang, bei Gesundheitsfachkräften, Infrastruktur und Finanzierung. Eigenzahlungen sind hoch. Die verfügbaren Belege weisen weder landesweit kostenlose Versorgung noch eine obligatorische Krankenversicherung, einen einheitlichen nationalen Gebührentarif, eine landesweite Notrufnummer für medizinische Notfälle oder eine integrierte Patientenakte nach. Primäre Gesundheitsversorgung bezeichnet die erste Anlaufstelle für häufige Erkrankungen, Vorsorge, Früherkennung und Überweisungen. Ein typischer Weg beginnt bei einem relais communautaire, einer kommunalen Gesundheitskraft, die Gesundheitsaufklärung, Hausbesuche, Impfnachsorge, Betreuung von Mutter und Kind, Ernährungsscreening und Unterstützung bei Überweisungen anbieten kann. Die Versorgung kann dann in einem poste de santé oder centre de santé und anschließend in einem hôpital de district, einem Sekundärkrankenhaus oder bei Bedarf einer tertiären Überweisungseinrichtung fortgesetzt werden. Menschen können auch direkt eine Gesundheitsstation oder ein Krankenhaus aufsuchen. Mobile und aufsuchende Angebote erreichen nomadische Gemeinschaften, abgelegene Gebiete und Flüchtlingssiedlungen. Entfernungen, Sicherheitslage, Überschwemmungen und Regenzeit können Transport und Überweisungen jedoch verzögern. Zu den Vorsorgeangeboten zählen Routine- und Kampagnenimpfungen, Screenings auf Malaria, Tuberkulose, HIV und Mangelernährung, die Versorgung von Mutter und Kind, sexuelle und reproduktive Gesundheitsdienste, Familienplanung, Wasser- und Sanitärmaßnahmen sowie Choleraprävention. Der Tschad nahm 2024 Impfstoffe gegen Malaria, Rotaviren und Pneumokokken in die Routineimpfung auf. WHO und UNICEF schätzten die Routineimpfquote 2024 auf etwa 68 Prozent. Vier Polio-Kampagnen zielten 2025 auf ungefähr fünf Millionen Kinder im Alter von 0–59 Monaten. Gesundheitskräfte in den Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen unterstützen Schwangerschaftsvorsorge, fachkundige Geburtsbegleitung, Nachsorge nach der Geburt, die Betreuung von Neugeborenen und Kinderuntersuchungen. Ein Projekt unterstützte Familienplanungsangebote in 45 Gesundheitseinrichtungen. Die Versorgung akuter Erkrankungen umfasst die Betreuung von Müttern, Neugeborenen und Kindern, Malaria, Tuberkulose, HIV, akute Mangelernährung, psychische Gesundheit sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit. Die gemeindenahe Behandlung akuter Mangelernährung, bekannt als CMAM, kann ambulant oder stationär erfolgen; bei schweren Fällen wird überwiesen. Angebote für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung sind eher über humanitäre Programme als über einen gleichmäßig verteilten nationalen Dienst verfügbar. Unentbehrliche Medikamente, Diagnosetests, Impfstoffe und Sauerstoff sind nicht überall zuverlässig verfügbar. Vier von der WHO unterstützte Sauerstoffanlagen tragen zur Versorgung bei. Bestand, Preis, Öffnungszeiten und Personal sollten dennoch bei der ausgewählten Einrichtung erfragt werden. Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften können über humanitäre Partnernetzwerke versorgt werden, die mit dem MSPP und dem Health Cluster abgestimmt sind. 2025 umfasste das Partnernetzwerk des UNHCR für Flüchtlinge und Aufnahmebevölkerung 20 Gesundheitszentren, sieben Gesundheitsposten und zwei Sekundärkrankenhäuser. Von Januar bis Juni 2025 wurden 569.834 Konsultationen erfasst; 21 Prozent entfielen auf Aufnahmegemeinschaften. Außerdem wurden 1.247 Gesundheitskräfte eingestellt. Zum Netzwerk gehörten auch 130 geflüchtete Gesundheitskräfte, darunter 20 Ärztinnen und Ärzte, deren Berufsausübung genehmigt worden war. Diese Angebote hängen von Provinz, Partnerprogramm und verfügbarer Finanzierung ab und sind nicht als landesweiter Anspruch zu verstehen. Die Nachsorge kann kommunale Gesundheitskräfte, Termine in Einrichtungen, nachgeholte Impfungen, Vor- oder Nachsorge rund um eine Geburt, Hausbesuche bei Neugeborenen und Kindern, Ernährungsüberwachung sowie die fortgesetzte Tuberkulose- oder HIV-Behandlung umfassen. Gesundheitsprogramme nutzen Systeme wie DHIS2, eine digitale Plattform für Gesundheitsberichte, und den TB/HIV Tracker. Die Dokumentation ist jedoch uneinheitlich. Die WHO berichtete, dass der Reifegrad des digitalen Gesundheitssystems von 25 Prozent Ende 2022 auf 50 Prozent Ende 2024 stieg; das Ziel für 2025 lag bei 70 Prozent. Dieses Ziel belegt nicht, dass jede Einrichtung eine vollständige Patientenakte führt. Bei akuter Gefahr solltest du direkt zum nächstgelegenen centre de santé oder Krankenhaus gehen oder eine Überweisung durch einen relais communautaire erbitten. Für den Tschad ist keine landesweite Notrufnummer oder ein einheitliches Triage-System bestätigt. Transport und Rettungsdienstkapazitäten unterscheiden sich; bei einem Ausbruch oder einer Überschwemmung können Verzögerungen zunehmen. Während des Choleraausbruchs 2025, der erstmals am 13. Juli gemeldet und am 24. Juli offiziell ausgerufen wurde, zeigten Todesfälle in Gemeinden die Folgen verspäteter Versorgung. Maßnahmen zu Infektionsschutz, Isolation und Ausbruchsbekämpfung richten sich nach der Einrichtung und der örtlichen Lage. Informelle und traditionelle Anbieter gibt es, doch die ausgewerteten Belege erfassen sie nicht ausreichend, um sie formellen Gesundheitseinrichtungen gleichzustellen.
Gesundheit im Tschad
Die Gesundheitsversorgung im Tschad erfolgt über ein formelles nationales System, doch Zugang und Finanzierung sind stark zersplittert. Die primäre Versorgung beginnt meist bei einem relais communautaire, einem poste de santé oder einem centre de santé und kann in einem Bezirks- oder Überweisungskrankenhaus fortgesetzt werden. Personal, Medikamente, Diagnostik, Sauerstoff, Transport, Öffnungszeiten und Gebühren unterscheiden sich je nach Einrichtung, Provinz und Jahreszeit erheblich.
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