Das Ministerium für Gesundheit und Medizinindustrie legt die nationale Gesundheitspolitik fest und beaufsichtigt Prävention, psychiatrische und psychologische Dienste, Arzneimittel, Notfall- und Fachversorgung, Rehabilitation, Familienmedizin, Zulassungen und Telemedizin. Regionale Gesundheitsverwaltungen und öffentliche Behandlungs- und Präventionseinrichtungen bieten Leistungen im Welayat- und Etrap-System an. Die Grundversorgung beginnt in der Regel in einer Poliklinik oder bei einem Hausarzt. Der formelle Weg kann von der Grundversorgung an ein Etrap- oder Bezirkskrankenhaus und dann an ein Stadt-, Welayat- oder zentrales klinisches Krankenhaus führen. Eine stationäre Aufnahme erfolgt im Allgemeinen nach Überweisung, außer in Notfällen und bei einigen kostenpflichtigen Angeboten. Einheitliche aktuelle landesweite Aufnahmeregeln, Gebühren und Wartezeiten sind nicht in einer einzigen öffentlichen Quelle zuverlässig zusammengefasst. Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf staatlich garantierte kostenlose medizinische Versorgung und Leistungen. Ausländische Staatsangehörige und Staatenlose sind grundsätzlich ebenfalls erfasst, sofern ein Gesetz oder Vertrag nichts anderes bestimmt. Üblicherweise wählen Menschen eine Grundversorgungseinrichtung oder einen Hausarzt entsprechend ihrem Wohnort; ein Wechsel ist in der Regel einmal jährlich möglich. Patientinnen und Patienten haben Rechte auf Gesundheitsversorgung, sichere und hochwertige Behandlung sowie Vertraulichkeit ihrer Gesundheitsdaten. Kostenpflichtige Versorgung kann daneben in Anspruch genommen werden; Arzneimittelvergünstigungen richten sich nach amtlichen Listen. Zur Prävention gehören Gesundheitserziehung, Früherkennung, Impfungen sowie Hausbesuche bei Müttern und Kindern. Für 2023 wurden offiziell folgende Impfquoten gemeldet: DTP3 98 %, zweite Dosis eines masernhaltigen Impfstoffs 99 %, BCG 98 % und dritte Hepatitis-B-Dosis 98 %. Eine HPV-Impfung wurde für Mädchen und Jungen eingeführt. Bei Vorsorge und Geburtshilfe wird eine hohe fachkundige Betreuung gemeldet: 99,9 %; zugleich erhielten 6 % der Frauen im ersten Trimester keine Schwangerschaftsvorsorge. Aktuelle Kennzahlen nennen eine Sterblichkeit unter Fünfjähriger von 39 je 1.000 Lebendgeburten, eine Säuglingssterblichkeit von 30 je 1.000 und eine Neugeborenensterblichkeit von 22 je 1.000. Die Kapazität für Hausbesuche durch Pflegekräfte bleibt unzureichend; 2024 wurden Sauerstoffanlagen in den Mutter-Kind-Krankenhäusern von Aşgabat und Dasoguz eröffnet. Notfall-Erste-Hilfe-Zentren sind unter 03 erreichbar. Laut WHO-Material zum Länderdialog entfallen etwa zwei Drittel der Todesfälle auf chronische Krankheiten; Sterblichkeitsdaten und Erhebungen zu Risikofaktoren sind jedoch unvollständig. Tabakkontrolle, Zugang zu Medikamenten bei chronischen Atemwegserkrankungen und integrierte Angebote für nichtübertragbare Krankheiten sind nicht überall gleich entwickelt. Tuberkulose, einschließlich arzneimittelresistenter Tuberkulose, bleibt ein Schwerpunkt. Das nationale elektronische TB-RRIS-Register und das Nationale Tuberkulose-Referenzlabor unterstützen die Nachverfolgung. Psychische Gesundheit fällt in den formellen Zuständigkeitsbereich des Ministeriums; jüngere Schulungen behandelten Depression, Selbstverletzung und Suizidprävention, Substanzkonsum sowie Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen. Daten zur Abdeckung von Diensten und zu Stigmatisierung sind begrenzt. Arzneimittel werden über Systeme bereitgestellt, die vom Ministerium und dem Zentrum für Arzneimittelregistrierung und staatliche Qualitätskontrolle beaufsichtigt werden. Die amtliche Arzneimittelliste hilft, zugelassene Produkte zu bestimmen; landesweite Daten zur Versorgungssicherheit, zu Preisen und Zugangsproblemen sind jedoch begrenzt. Ausgaben außerhalb des kostenlosen Pakets können erheblich sein: Für 2021 wurden direkte Haushaltsausgaben auf etwa 79 % der laufenden Gesundheitsausgaben geschätzt; rund 30 % der Einrichtungen finanzierten sich ganz oder teilweise selbst. Der Zugang im ländlichen und abgelegenen Raum, Personalverfügbarkeit, Qualität, Arzneimittelversorgung und Nachsorge bei chronischen, psychischen und Infektionskrankheiten beeinflussen daher, wie leicht eine kontinuierliche Versorgung erreichbar ist. Die WHO weist auf eine unvollständige Registrierung von Todesfällen und eine nur mäßige Qualität der Todesursachendaten hin; modellierte Sterblichkeits- und Lebenserwartungswerte sind daher mit Vorsicht zu interpretieren.
Gesundheit in Turkmenistan
Turkmenistan verfügt über ein staatliches Gesundheitssystem, das auf medizinischer und sanitärer Grundversorgung, Hausärzten, Polikliniken und Krankenhäusern beruht. Öffentliche Gesundheitsdienste umfassen Prävention, Impfungen, Untersuchungen, Behandlung, Arzneimittel, Notfallversorgung, Rehabilitation und Palliativversorgung. Daneben gibt es kostenpflichtige Leistungen. Der Zugang kann je nach Ort unterschiedlich sein; Zuzahlungen und direkte Ausgaben bleiben ein erhebliches praktisches Hindernis.
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