Etwa 80 % Turkmenistans sind von der Karakum-Wüste bedeckt. Ihre Sand-, Ton-, Kies- und Salzwüsten beherbergen Saksaul sowie Salsola- und Artemisia-Vegetation. Das Kopetdag-, Büyük-Balkan-, Kiçi-Balkan- und Köýtendag-Gebirge umfasst Schluchten, Höhlen, Quellen, Karstformationen und Wacholderwälder. Amu Darja, Murgab und Tejen stützen Uferlebensräume und bewässerte Oasen. Die Kaspische Küste umfasst flache Buchten, Dünen und Inseln; in den Gebieten am Aralsee und bei Altyn Asyr herrscht erheblicher Wasser- und Salzstress. Zu den natürlichen Prozessen gehören Trockenheit, wandernder Sand, saisonale Vogel- und Huftierwanderungen, wechselnde Fluss- und Küstenwasserstände, die Neubildung von Karstwasser, Versalzung und Desertifikation. Aýratyn goralýan tebigy ýerler, auch OOPT oder besonders geschützte Naturgebiete genannt, umfassen staatliche Naturschutzgebiete, Biosphärenreservate und Wildschutzgebiete. Die neun staatlichen Naturschutzgebiete sind Köpetdag, Bereketli Garagum, Bathyz, Amyderya, Köýtendag, Repetek, Gaplangyr, Hazar und Sünt-Hasardag. Zugehörige Schutzgebiete sind Meana-Chaacha, Guryhowdan, Ogurjaly, Sarykamysh, Shasenem, Kelif, Garlyk, Hojapil, Hojagarawul, Hojaburjabelent, Kyzyljar, Pulhatyn und Chemenabit. Die turkmenischen Bestandteile des UNESCO-Welterbes „Kalte Winterwüsten von Turan“ umfassen Bereketli Garagum, Gaplangyr, Repetek und Yeradzhi. Repetek gehört auch zum UNESCO-Netzwerk Mensch und Biosphäre. Die Bucht von Turkmenbashi im Gebiet Hazar ist ein Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und umfasst 267.124 Hektar. Geschützte Arten sind in der vierten Ausgabe des 2024 veröffentlichten Gyzyl kitap, des Roten Datenbuchs, aufgeführt. Beispiele sind Kulan, Kropfgazelle, turkmenische Wildziege, Mufflon, Asiatischer Leopard, Schneeleopard, Streifenhyäne, Saiga, Kaspische Robbe, Russischer Stör, Kragentrappe, Großtrappe, Sakerfalke, Schmutzgeier, Weißkopf-Ruderente und Steppenschildkröte. Zu den geschützten Pflanzen gehören Pistazien, Wacholder, weißer und schwarzer Saksaul sowie endemische oder reliktische Arten. Während des Vogelzugs kann Hazar fünf bis acht Millionen Wasservögel und im Winter bis zu etwa 0,8 Millionen Vögel beherbergen; die Zahlen schwanken jedoch nach Jahreszeit und Erhebung. Das Ministerium für Umweltschutz, seine Abteilung für Flora- und Faunaschutz, die Umweltschutzagentur, der hydrometeorologische Dienst, das Nationale Institut für Wüste, Flora und Fauna und die Akademie der Wissenschaften übernehmen verschiedene Aufgaben in Schutz, Überwachung und Forschung. Regionale und Distriktverwaltungen, lokale Räte, die Fischereibehörde und die Wasseraufsicht beeinflussen ebenfalls Zugang und Nutzung. Forschung umfasst Biodiversitätsarbeiten in Altyn Asyr, Phytoremediation versalzener Gebiete, Studien zu den Kaspischen Wüsten und der zentralen Karakum sowie Arbeiten im Kopetdag und in Agrarlandschaften. Das Naturrecht schützt Böden, Wasser, Luft, Wälder, Flora, Fauna und Ökosysteme. Schutzgebietsregeln können Eingriffe in die Hydrologie, neue Bauwerke und Verkehr, Sammeln, Chemikalieneinsatz, Viehtrieb und Fahren abseits der Wege untersagen. Aufseher dürfen die Aufenthaltsgenehmigung eines Besuchers überprüfen. Wildpflanzen sind Staatseigentum, außer auf Privatland; das Sammeln von Pflanzen aus dem Roten Datenbuch ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen für Wissenschaft, Kultivierung und Vermehrung erfordern eine Genehmigung. Die Nutzung von Wildtieren erfordert die entsprechende Lizenz oder Erlaubnis. Fischbestände sind Staatseigentum; der Fischfang kann durch Genehmigungen, Quoten, Schonzeiten, Gebiete, Ausrüstung und Fangmengen begrenzt sein. Arten des Roten Datenbuchs im Wasser dürfen nicht gefangen werden, außer für genehmigte Forschung oder Bestandskontrolle. Vorhaben, die Fischgewässer beeinträchtigen, erfordern fischereifachliche Expertise und eine staatliche Umweltprüfung. Die Nutzung von Schutzgebieten sowie von Pflanzen- und Wasserressourcen kann gebührenpflichtig sein. Die verfügbare Recherche bestätigt jedoch weder aktuelle öffentliche Tarife noch allgemeine Antragsfristen oder Online-Antragswege. Ein Fischereivertrag legt Gebiet, Laufzeit, erlaubte Tätigkeit, Schutzbedingungen, Gebührenhöhe und Zahlungstermine fest. Naturtourismus kann Wandern, Bergsteigen, Radfahren, Reiten, Kamelreiten, Wassersport und Trekking umfassen, etwa in Köýtendag, den Karlyuk-Höhlen, Bathyz, Repetek und an der Kaspischen Küste. Besuche müssen das jeweilige Schutzregime einhalten und können genehmigungspflichtig sein. Tourismus darf den Ort nicht beschädigen oder dessen Tragfähigkeit überschreiten. Ein verifiziertes, in Betrieb befindliches Nationalparksystem wurde nicht festgestellt, obwohl Nationalparks als Rechtskategorie vorgesehen sind. Zu den wichtigsten Belastungen zählen Dürre, extreme Hitze, Wassermangel, Überweidung, Vegetationsverlust, Wind- und Sandstürme, Erosion und Versalzung. Ölverschmutzung beeinträchtigt die Kaspische Küste. Straßen, Eisenbahnen, Kanäle, Grenzzäune und Industrievorhaben können Lebensräume zerschneiden und Wanderungen unterbrechen. Zu den Schutzmaßnahmen zählen Patrouillen, Monitoring, Zonierung von Schutzgebieten, Pufferzonen, Saksaul-Anpflanzung, Maßnahmen gegen Bodendegradation und Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Gemeinden. Umweltbildung findet durch Forschung in Schutzgebieten, die Naturchronik, ökologische Arbeiten, Fischereiausbildung und Ranger-Schulungen statt. Öffentliche Kurs- und Führungskalender sind jedoch nicht bestätigt.
Natur in Turkmenistan
Die Natur Turkmenistans umfasst die Karakum-Wüste, Gebirge, Flussoasen, die Kaspische Küste sowie die Gebiete um den Aralsee und Altyn Asyr. Neun staatliche Naturschutzgebiete, Wildschutzgebiete, das Rote Datenbuch und Monitoringprogramme schützen wichtige Ökosysteme und Arten. Wasserknappheit, Desertifikation, Versalzung, Lebensraumfragmentierung, Umweltverschmutzung und Wilderei beeinträchtigen die Natur stark. Landwirtschaft, Weidewirtschaft, Fischerei, Forschung und Naturtourismus unterliegen ortsspezifischen Regeln und häufig Genehmigungspflichten.
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