Der portugiesische Begriff für den Arbeitsmarkt lautet Arbeitsmarkt (mercado de trabalho). Die amtliche Beschäftigungserhebung (IEA) des Nationalen Statistikamts (Instituto Nacional de Estatística (INE)) erfasste im zweiten Quartal 2026 10.171.244 erwerbstätige Menschen ab 15 Jahren, 6,4 Prozent mehr als im ersten Quartal. Gleichzeitig waren 2.790.821 Menschen arbeitslos; die Arbeitslosenquote stieg um 7,6 Prozent auf 21,5 Prozent. Die Beschäftigungsquote lag in Städten bei 48,2 Prozent und in ländlichen Gebieten bei 35,6 Prozent. Bei Männern lag sie bei 47,0 Prozent, bei Frauen bei 41,6 Prozent und bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren bei 21,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug 19,8 Prozent bei Männern, 23,3 Prozent bei Frauen und 40,5 Prozent bei jungen Menschen. Die neue methodische Reihe beginnt im vierten Quartal 2025, daher sind ältere Zahlen nicht unmittelbar vergleichbar. Im vierten Quartal 2025 erfasste die Erhebung 8.876.650 erwerbstätige Menschen. Davon arbeiteten 6.973.261 informell, also 78,6 Prozent. Der informelle Anteil lag in Städten bei 75,7 Prozent und in ländlichen Gebieten bei 93,2 Prozent, bei Männern bei 69,5 Prozent und bei Frauen bei 88,7 Prozent. Unter den Menschen zwischen 15 und 24 Jahren erreichte er 94,1 Prozent. Die zeitbezogene Unterbeschäftigung lag bei 4,7 Prozent, während die gesamte Unterauslastung des Arbeitsangebots 46,9 Prozent betrug. Informelle Arbeit bedeutet in der Regel, dass ein Vertrag sowie rechtlicher, steuerlicher, gewerblicher und sozialer Schutz fehlen. Nach Wirtschaftssektoren entfielen 33,3 Prozent der Beschäftigung auf Groß- und Einzelhandel sowie Reparaturen, 16,8 Prozent auf Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei, 6,2 Prozent auf Verkehr und Lagerung, 6,0 Prozent auf öffentliche Verwaltung und Verteidigung, 5,7 Prozent auf das Baugewerbe und 4,8 Prozent auf das verarbeitende Gewerbe. Nach Berufsprofil dominierten Verkauf und Dienstleistungen mit 41,9 Prozent, gefolgt von qualifizierter Arbeit in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei mit 15,9 Prozent sowie Handwerks- und verwandten Berufen mit 11,8 Prozent. Im Jahr 2025 lebten 65,6 Prozent der Bevölkerung in städtischen Gebieten. Die IEA veröffentlicht nationale und provinzbezogene Zahlen sowie Vergleiche zwischen Stadt und Land. Pflichtmäßig bei der Sozialversicherung (Segurança Social) registrierte Arbeitsverhältnisse sind jedoch nur ein Näherungswert für formelle Beschäftigung und decken den gesamten Arbeitsmarkt nicht ab: Im ersten Halbjahr 2025 wurden 109.563 Brutto- und 106.330 Nettoeintritte erfasst. Auf Luanda entfielen 53 Prozent, auf Benguela 7 Prozent, auf Huíla 5 Prozent und auf Cuanza Sul 4 Prozent; auf Bié, Cuando Cubango und Lunda Norte entfielen jeweils ungefähr 1 Prozent. Die neue Provinzstruktur ist mit älteren Klassifikationen in den INSS-Daten noch nicht vollständig vergleichbar. Das Nationale Institut für Beschäftigung und berufliche Bildung (Instituto Nacional de Emprego e Formação Profissional (INEFOP)) stellt Kurskataloge, Interessenbekundungen für Kurse, Kurskalender und Teilnahmeaufzeichnungen bereit. Das Nationale Qualifikationsinstitut (Instituto Nacional de Qualificações (INQ)) stellt ein nationales Qualifikationssystem bereit; die IEA veröffentlicht derzeit keine aktuelle, verlässliche Rangordnung nach Bildungsqualifikation. Das landesweite AYEOP-Programm richtet sich an Menschen zwischen 16 und 35 Jahren, die arbeitslos, nicht erwerbstätig oder in einer Beschäftigung mit niedriger Produktivität sind. Es verbindet marktorientierte Ausbildung, Kompetenzzertifizierung, Praktika, Arbeitsvermittlung, Mentoring, digitale Arbeit und Unternehmertum und soll ungefähr 500.000 Teilnehmende erreichen, auch entlang des Lobito-Korridors. Der nationale Mindestlohn (Salário Mínimo Nacional) beträgt seit dem 16. September 2025 grundsätzlich 100.000 Kz pro Monat. Für Kleinstunternehmen und Start-ups gilt grundsätzlich ein allgemeiner Betrag von 50.000 Kz pro Monat; ein Tarifvertrag kann einen höheren Betrag vorsehen. Eine vorübergehende Zahlung unter diesem Niveau ist nur mit offizieller Genehmigung zulässig. Das von ILOSTAT für 2021 gemeldete durchschnittliche Monatseinkommen von 90.678,80 Kz beschreibt nicht den aktuellen Durchschnitt des gesamten angolanischen Arbeitsmarkts. Die Arbeitsvermittlung von INEFOP ist über ein Bürgerkonto zugänglich. Für die Registrierung sind Name, Geburtsdatum, Personalausweis (Bilhete de Identidade (BI)), Mobiltelefonnummer und die Auswahl zwischen Beschäftigung (emprego) und Praktikum (estágio) erforderlich. Im ersten Halbjahr 2025 meldete INEFOP 65.080 Bewerbungen, 35.901 offene Stellen und 35.737 Vermittlungen; 76 Prozent der vermittelten Bewerber waren Männer und 24 Prozent Frauen. Zusätzlich wurden im August 2026 126 private Vermittlungsagenturen und 182 Unternehmen, die Arbeitskräfte bereitstellen, erfasst. INEFOP beaufsichtigt diese Anbieter, doch viele Berichte sind unvollständig. Es gibt keine offiziellen Informationen zu Registrierungsgebühren, Bearbeitungszeiten oder einer Vermittlungsgarantie. Das Arbeitsgesetz (Lei 12/23) gilt für formelle Verträge in öffentlichen, privaten, gemischten, genossenschaftlichen, sozialen und internationalen Organisationen. Die Aufnahme in das INSS-System des obligatorischen Sozialschutzes (Protecção Social Obrigatória) und die Aufsicht durch die Arbeitsinspektion IGT unterscheiden formelle Arbeit von informellen Tätigkeiten. Das reale Wirtschaftswachstum betrug 2024 4,4 Prozent, hauptsächlich getragen von der Erholung der Ölwirtschaft sowie von Bergbau, Handel und Landwirtschaft. Für 2025 bis 2027 wird ein Wachstum von ungefähr 2,9 Prozent erwartet; die Schaffung neuer Arbeitsplätze bleibt jedoch schwach und erfolgt überwiegend informell. Diversifizierung, Kompetenzentwicklung, Digitalisierung und der Lobito-Korridor gelten als wichtige Hebel. Im Jahr 2024 lebten ungefähr 676.500 internationale Migranten in Angola, rund 1,8 Prozent der Bevölkerung. Für 2025 wurde eine Nettoauswanderung von 3.524 Menschen geschätzt. Der rechtliche Rahmen umfasst Artikel 25 der Verfassung (Constituição), Gesetz (Lei 13/19), Präsidialdekret (Decreto Presidencial 163/20), das Arbeitsgesetz und Präsidialdekret (Decreto Presidencial 49/25) für ausländische Arbeitnehmer ohne Wohnsitz. Diese Beschäftigung betrifft berufliche, technische oder wissenschaftliche Qualifikationen und erfolgt für einen begrenzten Zeitraum. Eine nationale Politik zur Arbeitsmigration war 2025 noch nicht abgeschlossen; Angola und die Internationale Organisation für Migration (OIM) starteten hierzu ein politisches Projekt. Aktuelle, verlässliche Zahlen zu ausländischen Arbeitnehmern nach Migrationsstatus und Geschlecht liegen nicht vor.
Arbeitsmarkt in Angola
Der Arbeitsmarkt in Angola verbindet formelle und informelle Arbeit, wobei die informelle Beschäftigung den größten Anteil ausmacht. Im zweiten Quartal 2026 lag die Beschäftigungsquote der Menschen ab 15 Jahren bei 44,2 Prozent und die Arbeitslosenquote bei 21,5 Prozent. Handel, Landwirtschaft, Verkehr, öffentliche Verwaltung, Baugewerbe und Industrie prägen die Beschäftigungsstruktur.
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