Das technische und berufliche Sekundarbildungssystem (Subsistema de Ensino Secundário Técnico-Profissional, ESTP) wird über das Bildungsministerium (Ministério da Educação) verwaltet. Die vollständige portugiesische Bezeichnung lautet Subsistema de Ensino Secundário Técnico-Profissional (ESTP). Es umfasst die Grundlegende Berufsausbildung (Formação Profissional Básica) nach der Primarschulbildung, die mittlere technische Ausbildung (Formação Média-Técnica) nach dem ersten Zyklus der Sekundarschulbildung sowie ergänzende Programme nach der allgemeinen Sekundarschulbildung. Grundlegende Programme dauern gewöhnlich drei Jahre, mittlere technische Programme vier Jahre und ergänzende Programme 1 bis 2 Jahre. Kurze Kurse dauern normalerweise höchstens 500 Stunden. Für Erwachsene und Abendformate kann eine angepasste Dauer gelten. Das nationale System der Berufsausbildung (Sistema Nacional de Formação Profissional, SNFP) wird über die zuständige Koordinationsstelle (MAPTSS) und die zuständige Berufsbildungsstelle (INEFOP) koordiniert. Die vollständige portugiesische Bezeichnung lautet Sistema Nacional de Formação Profissional (SNFP). Es bietet anfängliche und fortlaufende Berufsausbildung in öffentlichen, privaten, öffentlich-privaten und genossenschaftlichen Einrichtungen an. Die Ausbildung kann in Präsenz, kombiniert oder im Fernunterricht sowie durch mobile und wandernde Angebote stattfinden. Die Stufen 1 bis 5 entsprechen den Stufen 2 bis 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens (QNQ), und modulare Kurse können eine Ansammlung oder Übertragung von Leistungspunkten ermöglichen. Der Zugang hängt von der Stufe ab: Die Voraussetzungen reichen von Primarschulbildung oder einer niedrigeren Schulbildung bis zu einem Sekundarabschluss oder einer früheren beruflichen Stufe. Das allgemeine Mindestalter beträgt 14 Jahre, wobei manche Kurse höhere Altersgrenzen festlegen. Die Ausbildungsbereiche folgen kompetenzbasierten Qualifikationen (CNQP) sowie den vom zuständigen INQ aufgeführten Berufsfamilien und produktiven Sektoren. Verfügbare Kurse, Plätze, Beginntermine und die Abdeckung der Provinzen hängen vom Anbieter und vom jeweiligen Zeitpunkt ab. INEFOP berichtet über ein Netzwerk aus Berufsbildungszentren, CINFOTEC-Zentren (CINFOTEC), mobilen Zentren, Handwerks- und Gewerbepavillons (Pavilhões de Artes e Ofícios) und ländlichen Schulen. Die aktuellen Zahlen sollten jedoch vor der Anmeldung überprüft werden. Das Lernen verbindet allgemeine, wissenschaftliche, technische und praktische Elemente. In der mittleren technischen Ausbildung umfasst das letzte Jahr 20 Stunden beaufsichtigte Praxis pro Woche. Danach folgt eine technische Prüfung oder eine berufliche Eignungsprüfung (Prova de Aptidão Profissional) mit einem praktischen Produkt, einem Bericht und einer Prüfungskommission. Grundlegende und mittlere technische Programme führen im Allgemeinen zu einer Doppelqualifikation: einem schulischen Abschluss und einem Berufsabschluss auf einer QNQ-Stufe. Ergänzende Programme führen zu einer beruflichen Stufe, während kurze Kurse normalerweise eine Teilnahme- oder Abschlussbescheinigung und nur ausnahmsweise eine formale Qualifikationsstufe vermitteln. Ein gesonderter schriftlicher Ausbildungsvertrag (Contrato de Aprendizagem) ist ein Arbeitsvertrag für einen Auszubildenden im Alter von 14 bis 17 Jahren. Er nennt den Beruf, die Dauer, den Ort, die Vergütung sowie gegebenenfalls Regelungen zu Verpflegung oder Unterkunft und bezieht den gesetzlichen Vertreter ein. Innerhalb von fünf Tagen müssen Kopien an die Arbeitsinspektion (Inspecção Geral do Trabalho) und das zuständige Arbeitsvermittlungszentrum (Centro de Emprego) geschickt werden. Der Arbeitgeber bietet eine schrittweise berufliche Ausbildung, sichere Aufgaben, Zeit für den Schulbesuch und eine Abschlussbescheinigung; der Auszubildende muss Anweisungen befolgen und die Ausbildung umfassend nutzen. Die Mindestvergütung beträgt im ersten, zweiten und dritten Jahr jeweils 30 %, 50 % und 75 % des beruflichen Lohnsatzes. Dieser Vertrag sollte nicht automatisch auf jedes staatlich geförderte Ausbildungsprogramm angewendet werden. Ein Berufspraktikum (Estágio Profissional) unterscheidet sich von einem Ausbildungsvertrag, weil es kein Arbeitsverhältnis begründet. Es erfordert eine schriftliche Vereinbarung und einen individuellen Plan, unterliegt den Regeln zu Arbeitszeit, Ruhezeiten und Arbeitsschutz und endet mit einer Bescheinigung. Es dauert normalerweise drei oder sechs Monate; ein dreimonatiges Praktikum mit Stipendium kann einmal um weitere drei Monate verlängert werden. Die Anerkennung früher erworbener Kompetenzen (RVCC) kann Fähigkeiten bescheinigen, die durch Arbeit, Ausbildung, Familie, Gemeinschaft und andere Erfahrungen erworben wurden, und kann daher für Erwachsene und berufliche Quereinsteiger infrage kommen. Ausländische Berufsqualifikationen können durch berufliche Gleichwertigkeit bewertet werden. Anbieter müssen über die erforderliche Lizenz verfügen, und Kurse, die Qualifikationen verleihen, benötigen eine Akkreditierung. Kosten, Gebühren, Plätze, Transport, Unterkunft und Beginntermine hängen vom Anbieter ab. In der verfügbaren Forschung wird für Angola weder eine einheitliche nationale Gebührenordnung noch ein allgemeiner Anspruch festgestellt. Die Finanzierung kann vom Staat, von Unternehmen sowie aus nationalen oder internationalen Mitteln kommen. Die Finanzierungsinitiative (FUNEA) veröffentlicht Finanzierungsinitiativen und Ausbildungszuschüsse für einige sechsmonatige Kurse. Die nationale Strategie plant einen weiteren Ausbau von ESTP und SNFP, stärkere Verbindungen zu Unternehmen, mehr Inklusion und digitale Formate. Ihre Zahlen für 2037 sind jedoch Zielwerte und keine bereits erzielten Ergebnisse.
Berufsausbildung in Angola
Die Berufsausbildung in Angola verbindet schulische technische Ausbildung, berufliche Kurse und arbeitsbezogenes Lernen. Die wichtigsten Systeme sind ESTP und SNFP. Je nach Bildungsweg können Lernende einen schulischen Abschluss, einen Berufsabschluss oder beides erwerben.
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