Die formale Bildung beginnt je nach Einrichtung mit der Vorschulerziehung (Educação Pré-Escolar). Dazu gehören Kinderkrippen für Kinder im Alter von etwa drei Monaten bis drei Jahren, Kindergärten oder gemeinschaftliche Kinderzentren für Kinder im Alter von ungefähr drei bis fünf Jahren sowie die Vorbereitungsklasse (Classe de Iniciação) für Kinder im Alter von ungefähr fünf bis sechs Jahren. Die Vorbereitungsklasse kann auch an einer Primarschule stattfinden. Gemeinschaftliche Vorschuleinrichtungen richten sich insbesondere an Kinder in ländlichen und abgelegenen Gebieten und sollen kostenlos angeboten werden. Etwa 19 Prozent der drei- bis fünfjährigen Kinder besuchen eine Vorschule. Für die Einschreibung darf eine Geburtsregistrierung ausnahmsweise bis zum zweiten Trimester fehlen; das Fehlen eines Eintrags darf kein Grund für Diskriminierung sein. Der Übergang von der Vorschule in die Primarschule erfolgt nicht automatisch. Die Primarschule (Ensino Primário) dauert sechs Jahre und umfasst die Klassen 1 bis 6. Drei Lernzyklen verbinden jeweils die Klassen 1 und 2, 3 und 4 sowie 5 und 6. Das übliche Alter liegt zwischen sechs und elf Jahren; die Vorbereitungsklasse ist für die Aufnahme in Klasse 1 nicht erforderlich. In den ersten vier Klassen unterrichtet eine Lehrkraft normalerweise mehrere Fächer. In den Klassen 5 und 6 kann eine weitere Lehrkraft hinzukommen. Der Unterricht umfasst mindestens 24 Stunden pro Woche und konzentriert sich auf Lesen, Schreiben, Rechnen und grundlegende Naturwissenschaften. Der Abschluss der Primarschule ermöglicht den Zugang zur allgemeinen Sekundarschulbildung. Die allgemeine Sekundarschulbildung (Ensino Secundário Geral) besteht aus zwei Zyklen. Der erste Zyklus umfasst die Klassen 7 bis 9 und ist normalerweise für Schülerinnen und Schüler im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren vorgesehen. Es sind mindestens 30 Wochenstunden und 900 Unterrichtsstunden pro Jahr vorgesehen. Der zweite Zyklus umfasst die Klassen 10 bis 12 und ist normalerweise für Jugendliche im Alter von fünfzehn bis siebzehn Jahren vorgesehen; hier sind mindestens 750 Unterrichtsstunden pro Jahr vorgesehen. Im zweiten Zyklus können sich Schülerinnen und Schüler unter anderem auf physikalische und biologische Wissenschaften, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Geisteswissenschaften oder Bildende Künste konzentrieren. Danach sind ein Hochschulstudium oder der Eintritt in das Berufsleben möglich; Einzelheiten zu Hochschulbildung und Berufsausbildung gehören nicht zum Umfang dieses Themas. Die Vorbereitungsklasse, die Primarschule und der erste Zyklus unterliegen gesetzlich der Schulpflicht. Staat, Gesellschaft, Familien und Unternehmen tragen hierfür gemeinsam Verantwortung. Einschreibung und regelmäßiger Schulbesuch sind in diesen Stufen verpflichtend. Unentschuldigte Fehlzeiten dürfen höchstens das Dreifache der wöchentlichen Unterrichtsstunden betragen; die Eltern sollten gewarnt werden, sobald die Hälfte dieses Grenzwerts erreicht ist. Bei einer weiteren Überschreitung können ein Ausschluss oder eine Wiederholung folgen. Im zweiten Zyklus kann unentschuldigtes Nichtbestehen zum Verlust des Rechts auf erneute Einschreibung führen; es bleibt dann nur eine weitere Prüfungsmöglichkeit. Für die erstmalige Einschreibung in die Primarschule werden normalerweise ein Formular, eine Geburtsurkunde oder ein Identitätsdokument, etwa eine Identitätskarte (cédula), sowie zwei Passfotos benötigt. Für die Sekundarschule kommen ein Nachweis über die zuvor besuchte Schulstufe, eine Kopie des Identitätsdokuments und vier Passfotos hinzu. Eine erneute Einschreibung erfolgt normalerweise automatisch. Dies gilt jedoch nicht beim Übergang in die Primarschule oder vom ersten in den zweiten Zyklus; bei einem Schulwechsel muss die aufnehmende Schule zunächst bestätigen, dass ein Platz verfügbar ist. Für Kinder außerhalb des üblichen Altersbereichs gibt es Aufholprogramme, gefolgt von Bildungsangeboten für Jugendliche und Erwachsene, die als Bildung für Jugendliche und Erwachsene (Educação de Jovens e Adultos, kurz EJA) bezeichnet werden. Dieser Unterricht kann tagsüber, abends oder in flexiblen Formen stattfinden. Auf Primarschulstufe umfasst die Erwachsenenbildung Alphabetisierung für die Klassen 1 und 2 sowie anschließende Alphabetisierung für die Klassen 3 bis 6. Die öffentliche Primarschulbildung ist gesetzlich kostenlos. Dies umfasst Einschreibung, Unterricht, Schulmaterialien und soziale Unterstützung. Der Staat soll außerdem kostenlose Vorbereitungsklassen und einen kostenlosen ersten Zyklus sowie Schülertransport, schulische Gesundheitsversorgung und Schulmahlzeiten bereitstellen. Für die Sekundarschule können Eltern oder Schülerinnen und Schülern Gebühren und Materialkosten berechnet werden; die tatsächliche Belastung hängt vom Ort und von der Schule ab. Private Vorschulen und Schulen erheben Gebühren. Das Primarschulzeugnis ist kostenlos, während für Zeugnisse und Diplome der Sekundarschule Gebühren anfallen können. Eine Schuluniform ist in der Sekundarschule verpflichtend. Bedürftige Kinder in der Primarschule dürfen nicht ausgeschlossen werden, weil ihnen eine Uniform fehlt; die Gemeinde soll solche Uniformen bereitstellen. Das Bildungsministerium (Ministério da Educação), auch MED genannt, legt die Bildungspolitik und den Lehrplan fest, führt Inspektionen durch und ist für Prüfungen und Zertifizierungen zuständig. Der nationale Lehrplan ist für öffentliche, private und öffentlich-private Schulen verbindlich und sieht zusätzlich 20 Prozent lokale Inhalte vor. Staatliche Verwaltungsstellen auf lokaler Ebene sind unter anderem für Budgets, Gebäude und Ausstattung zuständig. Die Gemeindeverwaltung beaufsichtigt die Vorschulerziehung und kann öffentliche Vorschuleinrichtungen gründen oder verwalten. Innerhalb einer Schule arbeiten die Schulleitung, das Sekretariat, der pädagogische Rat, der Schulrat und der Elternausschuss zusammen. Der Schulrat soll Beteiligung und transparente Entscheidungen ermöglichen. Die Bewertung erfolgt fortlaufend und berücksichtigt kognitive, psychomotorische und sozioaffektive Leistungen. Zusätzlich gibt es Prüfungen am Ende der Primarschule, des ersten Zyklus und des zweiten Zyklus. Zu den Abschlussdokumenten gehören das Zertifikat über literarische Qualifikationen (Certificado de Habilitações Literárias) sowie im ersten beziehungsweise zweiten Zyklus das Abschlussstudien-Diplom (Diploma de Final de Estudos). Ausländische Schulzeugnisse gelten für eine weitere Ausbildung erst nach Anerkennung oder Gleichwertigkeitsfeststellung. Die Unterrichtssprache ist im Allgemeinen Portugiesisch. Angolanische Sprachen können nach den geltenden Regeln ebenfalls verwendet werden. Für Kinder mit Hörbehinderungen steht die angolanische Gebärdensprache (Língua Gestual Angolana) zur Verfügung; blinde Kinder können Braille verwenden. Englisch und Französisch werden politisch gefördert, ohne den Schwerpunkt des Schulsystems auf Sprachunterricht zu verlagern. Sonderpädagogische Unterstützung ist eine schulformübergreifende Form innerhalb der Primar- und Sekundarschulen. Es sollte eine geeignete Schule in zumutbarer Entfernung gesucht werden; bei bestehendem Unterstützungsbedarf können Altersgrenzen angepasst werden. Vorgesehen sind Barrierefreiheit, angepasste Lehrpläne, Sonderprüfungen, individuelle Unterstützungspläne und Hilfsmittel wie die angolanische Gebärdensprache und Braille. Das Statut legt für inklusive Klassen höchstens 25 Schülerinnen und Schüler fest, darunter höchstens fünf mit besonderem Unterstützungsbedarf; ein Dekret von 2023 legt höchstens 26 und ebenfalls höchstens fünf fest. Dieser Unterschied sollte vor Ort mit der zuständigen Schule oder Bildungsstelle geklärt werden. Das Nationale Institut für Sonderpädagogik, das Bildungsministerium und die Schule tragen gemeinsam Verantwortung, auch wenn die praktische Ausstattung hinter dem gesetzlichen Anspruch zurückbleiben kann. Zum Schulleben gehören Uniformen, die Beteiligung von Eltern und Gemeinschaft sowie Sport, Kultur und Arbeitsgemeinschaften. Privatunterricht (explicações) besteht aus informellen Unterrichtsstunden, die beispielsweise in Kirchen, Wohnungen oder provisorischen Räumen stattfinden können. Er ist nicht reguliert und ersetzt keine formale Schulbildung. Der nationale Kalender gilt für öffentliche, private und öffentlich-private Schulen. Im Referenzjahr 2025/26 lief der Unterricht vom 2. September 2025 bis zum 31. Juli 2026, mit 48 Schulwochen, 193 Schultagen, 41 Unterrichtswochen und 182 Unterrichtstagen in drei Trimestern. Für neue Aufnahmen waren die Auswahl vom 27. Juli bis zum 12. August 2026 und die Einschreibung vom 17. bis zum 21. August 2026 vorgesehen; der offizielle Beginn des Schuljahres 2026/27 war der 1. September 2026. Ein Tagesplan darf höchstens sechs Unterrichtsstunden umfassen. Der Zugang bleibt die größte praktische Herausforderung. Laut Volkszählung von 2024 besuchten landesweit 62,1 Prozent der sechs- bis elfjährigen Kinder die Primarschule; in städtischen Gebieten waren es 75,1 Prozent und in ländlichen Gebieten 40,3 Prozent. Bei den Zwölf- bis Achtzehnjährigen lag die Besuchsquote der Sekundarschule bei 41,9 Prozent, verglichen mit 55,2 Prozent in städtischen und 15,1 Prozent in ländlichen Gebieten. 34,2 Prozent der Jugendlichen im Alter von fünfzehn bis achtzehn Jahren waren außerhalb des Schulsystems; in ländlichen Gebieten waren es 61,9 Prozent. 24,2 Prozent der Bevölkerung ab fünf Jahren hatten nie eine Schule besucht; in städtischen Gebieten lag der Anteil bei 12,9 Prozent und in ländlichen Gebieten bei 47,0 Prozent. Die Alphabetisierungsrate der Bevölkerung ab fünfzehn Jahren betrug 72,6 Prozent, darunter 79,6 Prozent bei Männern und 66,0 Prozent bei Frauen. UIS modellierte die Abschlussquoten für 2024 auf 63,5 Prozent in der Primarschule, 38,9 Prozent in der unteren Sekundarstufe und 20,0 Prozent in der oberen Sekundarstufe. Eine UNICEF-Seite nennt andere Zahlen, darunter eine Nettoeinschulungsquote von 82 Prozent in der Primarschule, eine Abschlussquote von 64 Prozent und einen Anteil von 17 Prozent außerhalb des Schulsystems. Diese Zahlen beziehen sich offenbar auf unterschiedliche Jahre oder Messgrößen und dürfen nicht addiert werden. Fehlende Gebäude und Plätze, lange Wege, Armut, entgangene Arbeitsmöglichkeiten, ungleich verteilte Lehrkräfte und Materialien sowie regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede prägen den Zugang zu Bildung in Angola.
Schule in Angola
Das Schulsystem in Angola umfasst Vorschule, sechs Jahre Primarschule und sechs Jahre allgemeine Sekundarschule. Staatliche Primarschulbildung ist gesetzlich kostenlos, doch Zugang, Plätze, Ausstattung und tatsächliche Kosten unterscheiden sich stark zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Die Schulpflicht reicht von der Vorbereitungsklasse bis zum ersten Sekundarschulzyklus.
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