Der Zensus von Barbados aus dem Jahr 2021 wurde vom Statistischen Dienst von Barbados (Barbados Statistical Service) durchgeführt und erfasste 136.365 Antworten zur religiösen Zugehörigkeit. Insgesamt gaben 62.000 Befragte, also etwa 45,5 Prozent, keine religiöse Zugehörigkeit an; der Statistikdienst weist darauf hin, dass dies nicht automatisch als Atheismus verstanden werden sollte. Der Zensus erfasste unter anderem anglikanische, baptistische, Church-of-God-, methodistische, mährische, nazarenische, römisch-katholische und siebenten-tags-adventistische Gemeinschaften, verschiedene Pfingstkirchen, Jehovas Zeugen, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die Brethren, die Heilsarmee, sonstige christliche Gemeinschaften, Baha’i, Hinduismus, Islam, Judentum und Rastafari. Christliche Kirchen, historisch insbesondere protestantische Kirchen, verfügen über die stärkste institutionelle Struktur. Die Anglikanische Diözese von Barbados (Anglican Diocese of Barbados) umfasst mehr als 54 Gemeinden in 11 Verwaltungsbezirken und mehr als 200 Gemeinschaften. Auch Einrichtungen der Church of God, der römisch-katholischen, baptistischen, methodistischen, mährischen, adventistischen und pfingstkirchlichen Tradition sind in Barbados dokumentiert. Muslimische Gebetsstätten wie die Jama Mosque und die Madina Masjid, die Nidhe Israel Synagogue und die jüdische Gemeinschaft von Barbados in Bridgetown sowie hinduistische, Baha’i- und Rastafari-Gemeinschaften bieten jeweils eigene Formen von Gebet, Lehre, Festen und Gemeinschaftsleben an. Die heutige Größe kleinerer Gemeinschaften lässt sich nicht zuverlässig vergleichen. Die Verfassung von Barbados schützt die Gewissens-, Gedanken- und Religionsfreiheit sowie öffentliche und private Gottesdienste, religiöse Lehre, Ausübung und Beachtung. Religiöse Gemeinschaften dürfen auf eigene Kosten Bildungseinrichtungen gründen und verwalten sowie religiösen Unterricht anbieten. Niemand darf ohne Zustimmung verpflichtet werden, am Unterricht oder an Zeremonien einer anderen Religion teilzunehmen; für Personen unter 21 Jahren ist die Zustimmung der erziehungsberechtigten Person vorgesehen. Eine allgemeine staatliche Pflicht zur Registrierung einer Religion ist nicht dokumentiert. Eine freiwillige Registrierung als eigenständige juristische Person beim Amt für Unternehmens- und geistiges Eigentum (CAIPO) kostet für eine Gesellschaft BDS$750. Das Ministerium für Bildungsumgestaltung (Ministry of Education Transformation) nimmt religiöse und moralische Bildung (Religious and Moral Education) für die Klassen 1 bis 4 in den Lehrplan staatlicher Grundschulen auf. Das staatliche Schulverzeichnis umfasst unter anderem die Al-Falah Muslim Primary/Secondary School und Schulen der Barbados Seventh Day Adventist Church. Konfessionelle und private Schulen sowie unabhängiger Religionsunterricht sind verfassungsrechtlich zulässig, vorbehaltlich des Schutzes vor religiösem Unterricht einer anderen Religion. Gesetzliche religiös geprägte Feiertage sind im Gesetz über gesetzliche Feiertage (Public Holidays Act) aufgeführt: Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag und der erste Weihnachtstag. Schulen bleiben an gesetzlichen Feiertagen im Allgemeinen geschlossen; daraus entsteht jedoch keine Pflicht zur Teilnahme an religiösen Aktivitäten. Ramadan, Eid, Diwali und Rosch ha-Schana sind im Feiertagsgesetz nicht als gesetzliche Feiertage aufgeführt. Emancipation Day und Kadooment Day gehören zum Bereich der öffentlichen Feiertage und Traditionen, nicht zur Regelung religiöser Feiertage. Religiöse Trauungen können von einem zugelassenen Heiratsbeamten (Marriage Officer) durchgeführt werden. Der ordinierte Geistliche muss einer religiösen Konfession angehören, und der Antrag muss über deren Leitung gestellt werden; außerdem ist eine Genehmigung des Innenministeriums (Ministry of Home Affairs) erforderlich. Eine dauerhafte Zulassung setzt unter anderem einen Wohnsitz in Barbados, eine registrierte Kirche oder Moschee, eine Ordination, die Unterstützung der Konfession, mindestens 50 Mitglieder und eine seit mindestens einem Jahr bestehende Gebetsstätte voraus. Eine gültige Heiratsanzeige oder Heiratserlaubnis (Marriage Licence) ist erforderlich. Die Heiratserlaubnis ist drei Monate gültig und kostet für Einwohner oder Staatsangehörige BDS$200 zuzüglich einer Stempelgebühr von BDS$10 beziehungsweise für Nichtstaatsangehörige BDS$25. Eine Heiratsurkunde kostet BDS$10 beziehungsweise BDS$20 für Nichtstaatsangehörige; Anbieter oder Konfessionen legen zusätzliche Kosten für die Zeremonie selbst fest. Religiöse Beerdigungen werden normalerweise von der jeweiligen Gemeinschaft und der Familie organisiert. Die staatliche Registrierung des Todes wird getrennt von der Registrierungsbehörde (Registration Department) bearbeitet. Eine Kopie der Sterbeurkunde kostet BDS$5, eine Bescheinigung über die Todesursache BDS$10; die reguläre Bearbeitung dauert ungefähr fünf bis sieben Arbeitstage. Für Taufe, Konfirmation und andere religiöse Riten gibt es keine einheitliche landesweite staatliche Regelung. Der Staat hat den Austausch mit Glaubensgemeinschaften unter anderem durch die Abrahamic Conference von 2019 und eine Konsultation mit glaubensbasierten Organisationen von 2023 unterstützt. Das Ministerium für Arbeit, soziale Sicherheit und den Dritten Sektor ist für Kirchenangelegenheiten zuständig. Ein interreligiöser Rat von Religions for Peace Barbados, dessen Entwicklung 2021 berichtet wurde, ist als Dialogansatz dokumentiert; eine vollständig institutionalisierte aktuelle Struktur ist nicht bestätigt. Im Jahr 2026 können registrierte Wohltätigkeitsorganisationen, gemeinnützige Unternehmen und Organisationen des Dritten Sektors auf ein Förderprogramm für glaubensbasierte Organisationen (Faith-based Organisations Special Fund Grant Facility) in Höhe von BDS$5 Millionen pro Jahr zugreifen. Zu den Voraussetzungen gehören unter anderem eine mindestens dreijährige Registrierung sowie Jugend- oder Gemeinschaftsprogramme; Einzelpersonen, Stipendien und einmalige religiöse Veranstaltungen sind nicht abgedeckt.
Religion in Barbados
Religion in Barbados umfasst christliche, nichtchristliche und nichtreligiöse Lebensweisen. Christliche, insbesondere protestantische Gemeinschaften prägen das religiöse Leben, während etwa 45,5 Prozent der Befragten im Zensus 2021 keine religiöse Zugehörigkeit angaben. Religiöse Gemeinschaften bieten Gottesdienste, Gebet, Lehre, soziale Dienste sowie Begleitung bei Lebensereignissen wie Hochzeiten und Beerdigungen an.
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