Das Katastrophenmanagement Boliviens beruht auf Ley N° 602 und Decreto Supremo N° 2342. Es unterscheidet natürliche, sozio-natürliche, technische und menschengemachte Gefahren und verbindet Risikominderung mit Notfallmanagement. Zur Risikominderung gehören prevención, mitigación und recuperación; das Notfallmanagement umfasst preparación, alerta, respuesta und rehabilitación. Vorrang hat der Schutz von Menschenleben, vor dem Schutz von Infrastruktur oder Eigentum. Der zentrale Begriff vor Ort ist Gestión de Riesgos. Das nationale System SISRADE verbindet öffentliche Stellen und Überwachungsstrukturen. Auf nationaler Ebene koordinieren das Ministerio de Defensa und das Viceministerio de Defensa Civil über CONARADE und das nationale Notfallzentrum COEN. Die Departamentos arbeiten über die Gobierno Autónomo Departamental, ihre Risikomanagementstelle und Strukturen wie CODERADE oder COED. Gemeinden nutzen die Gobierno Autónomo Municipal, ihre UGR und Strukturen wie COMURADE oder COEM. Indigene autonome Regierungen verfügen über eigene zuständige Institutionen. SENAMHI überwacht Wetter und Wasserstände, veröffentlicht Prognosen und gibt meteorologische und hydrologische Warnungen heraus. Die Warnstufen sind Gelb, Orange und Rot. Eine rote Warnung kann kritische Flusspegel oder eine unmittelbare Überschwemmungsgefahr anzeigen. Behörden können dann eine vorsorgliche Evakuierung anordnen. Folge den örtlichen Anweisungen und meide Flussufer, Erdrutschgebiete und vorrückende Feuerfronten. Bolivien hat weder einen einheitlichen nationalen Evakuierungsplan noch eine landesweit einheitliche Liste von Notunterkünften. Der örtliche Notfallplan und die zuständige Einsatzzentrale legen Sammelstellen, Transport und Bedingungen für eine Rückkehr fest. Bei einem unmittelbaren Notfall bietet 119 kostenlosen Zugang zu Bomberos für Brände, Rettungen und technische Hilfe. BOL110 verbindet allgemeine Notfälle mit der Polizei. Eine Meldung kann auch an die kommunale UGR oder COMURADE oder an die Abteilung für Risikomanagement und COED des Departamentos gehen. Überschreitet ein Ereignis die örtlichen Kapazitäten, kann die Unterstützung von der Gemeinde auf das Departamento und anschließend auf VIDECI oder COEN übergehen. ABC informiert über Sperrungen und Reparaturen im grundlegenden Straßennetz. Behörden können eine kommunale, regionale oder nationale emergencia ausrufen, wenn die Reaktionskapazität noch ausreicht oder überschritten wird. Eine desastre-Erklärung gilt, wenn die Schäden die Kapazität der zuständigen Regierungsebene übersteigen. Eine nationale Katastrophenerklärung erlässt der Präsident nach Empfehlung des CONARADE per Decreto Supremo. Sie aktiviert Notfallpläne, Maßnahmen zur Reaktion und Wiederherstellung sowie besondere Beschaffungsverfahren, garantiert aber weder eine Geldzahlung noch einen Liefertermin. VIDECI und das Ministerio de Defensa können Lebensmittel, Trinkwasser, Wasseraufbereitung, Matratzen, Decken, vorübergehende Unterkunft und Transport koordinieren. Hilfen beginnen üblicherweise mit einem Antrag über die UGR, Gemeinde oder das Departamento, gefolgt von einer technischen Schadens- und Bedarfsermittlung. Sektorbezogene Hilfe, insbesondere im Gesundheitswesen, kann eine vorherige kommunale oder regionale Erklärung voraussetzen. Die Wiederherstellung umfasst Rehabilitation, Erholung und Wiederaufbau und sollte vermeiden, dieselben Risiken erneut entstehen zu lassen. FORADE kann als Finanzierungsmechanismus dienen; Räumung von Straßen, Brückenreparaturen, Entwässerung und Überwachung liegen bei den jeweils zuständigen Behörden und Dienstleistern. Menschen haben das Recht, über Risiken und Ereignisse informiert zu werden und müssen Warnungen, Evakuierungsanordnungen und Sicherheitsanweisungen befolgen. Pflichten zur erbetenen Mitwirkung sowie zur Hilfe oder Rettung gelten im gesetzlichen Rahmen.
Katastrophen in Bolivien
Bolivien bewältigt Katastrophen mit Gestión de Riesgos, einem nationalen Rahmen für Prävention, Vorsorge, Warnungen, Notfallmaßnahmen und Wiederaufbau. Überschwemmungen, Erdrutsche, Dürren, Frost, Hagel, Stürme, Waldbrände und Erdbeben schaffen im Land unterschiedliche Risiken. Kommunalverwaltungen und ihre Risikomanagementstellen koordinieren Warnungen, Evakuierung, Rettung und Hilfe; nationale Unterstützung wird verfügbar, wenn die örtlichen Kapazitäten nicht ausreichen.
VivAVia kann Fehler machen. Überprüfe wichtige Informationen.

