Eswatini verfügt über ein etabliertes Mediensystem in Rundfunk, Presse, Streaming und sozialen Medien. Das Land hat vier Regionen und eine überwiegend ländliche Bevölkerung; etwa 76 % der Menschen leben auf dem Land. Radio bleibt weit verbreitet: Radiosignale erreichen etwa 89 % der Haushalte, während 46,7 % der Haushalte ein Radio besitzen. Mobiltelefone sind der wichtigste Zugang zu Online-Informationen. Für 2024 wurden die Internetnutzung auf 63,4 %, der Mobiltelefonbesitz auf 83,6 %, aktive Mobilbreitbandanschlüsse auf 116 je 100 Personen und die LTE- oder WiMAX-Abdeckung auf 87 % geschätzt. Die 5G-Abdeckung lag bei etwa 5 %. ESCCOM verzeichnete 2024 21 Internetdienstanbieter, drei Mobilfunkanbieter und fünf Rundfunkveranstalter. Außerdem meldete die Behörde 38.828 Festnetz-Breitbandanschlüsse, 1.473.487 Breitbandanschlüsse und 963.990 Smartphone-Verbindungen. Die Internetabdeckung in Haushalten wurde 2022 auf 67 % geschätzt: 70 % in Städten und 63 % auf dem Land. Erschwinglichkeit bleibt ein großes Hindernis; einen einzigen aktuellen Verbrauchertarif für alle Dienste gibt es nicht. Die Eswatini Communications Commission (ESCCOM) reguliert Kommunikation, Rundfunklizenzen, Frequenzen, Inhaltsstandards, Verbraucherangelegenheiten, Cybersicherheit und Datenschutz. Das Ministry of Information, Communications and Technology legt die nationale Medien- und Informationspolitik fest. Die Eswatini Broadcasting and Information Services (EBIS) und die Eswatini Television Authority (ESTVA) bieten staatlichen Rundfunk; ihre geplante Zusammenlegung zur Eswatini Broadcasting Corporation wird nach dem Broadcasting Act 2023 vorbereitet. Weitere etablierte Sender sind University of Eswatini FM, Voice of the Church (VOC) und Q Channel Yemaswati. Der Broadcasting Act 2023 erfasst öffentlich-rechtliche, kommerzielle, gemeinschaftliche, abonnementbasierte und abonnementverwaltete Dienste, Online-Inhalte und Aggregationsdienste. Radio-, Fernseh- und Online-Dienste benötigen eine Lizenz; für die Nutzung von Frequenzen ist zusätzlich eine eigene Lizenz erforderlich. Gemeinschaftsrundfunk ist eine gemeinnützige Möglichkeit zur lokalen Beteiligung. Ein Antragsteller darf nicht vollständig in ausländischem Besitz sein, muss Eignungsanforderungen erfüllen, darf keine einschlägige Verurteilung und keine widersprüchlichen Medieninteressen haben. Bei Genehmigung gilt die Lizenz zehn Jahre. Mitglieder der Gemeinschaft sollen am Betrieb beteiligt sein; der Dienst muss lokale Kultur, Sprache, Bevölkerungsstruktur und Anliegen der Basis berücksichtigen. Der endgültige Gebührenplan nennt eine Antragsgebühr von E1.500 und eine anfängliche Gebühr von E5.000 für einen landesweiten Gemeinschaftsdienst. Danach fallen jährlich E75.000 oder 4,5 % des Umsatzes sowie weitere 1,5 % für den Universal Service and Access Fund (UASF) an. Ein Antrag für einen landesweiten kommerziellen UKW-Sender kostet E5.000. Eine Aufforderung von ESCCOM zur Bewerbung um kommerzielle und gemeinschaftliche frei empfangbare Radio- und Fernsehlizenzen wurde bis zum 17. Februar 2026 verlängert; bis zum 12. September 2026 war jedoch keine verlässliche amtliche Bekanntgabe von Lizenzvergaben bestätigt. Lokale Inhaltsregeln verlangen im Allgemeinen, dass mindestens sechs von sieben Kriterien des Broadcasting Code erfüllt werden. Dazu gehören die Verwendung von siSwati oder einer anderen Amtssprache, Produktion und Nachbearbeitung in Eswatini, lokale Relevanz, mindestens 50 % Swati-Hauptbesetzung, Nebenbesetzung oder technisches Team, Dreharbeiten in Eswatini, ein Swati-Autor sowie ein in Eswatini ansässiges oder mindestens zu 50 % Swati-eigenes Produktionsunternehmen. Der Broadcasting Code 2020, die Broadcasting Guidelines 2017 und die Content Guidelines 2022 dienen der Überwachung und Einhaltung. Zur Presse gehören die Times of Eswatini, die älteste etablierte Zeitung des Landes, und die Tageszeitung Eswatini Observer, die mit Tibiyo Taka Ngwane verbunden ist. EBIS verbreitet ebenfalls staatliche Informationen. Es gibt unabhängige Print- und Online-Medien, doch Eigentumskonzentration, Selbstzensur und Druck im Zusammenhang mit der Monarchie beeinflussen die Berichterstattung. Im World Press Freedom Index 2025 belegte Eswatini Platz 98 von 180 Ländern mit einer Punktzahl von 52,86. Afrobarometer zufolge hielten 26 % der Befragten die Medien für teilweise oder vollständig frei, 71 % widersprachen. 67 % befürworteten eine Kontrollfunktion der Medien und 72 % wollten Medien ohne staatlichen Einfluss. Streaming ist vor allem über ausländische Online-Dienste wie Netflix und Showmax verfügbar. Diese Dienste setzen eine stabile Internetverbindung voraus; 2025 stammten Berichten zufolge mehr als 70 % der genutzten Online-Inhalte von ausländischen Servern. In den verfügbaren Belegen ist kein lokal dominierender Video-on-Demand-Anbieter direkt nachgewiesen. Der Broadcasting Act 2023 und der Gebührenplan von 2025 erfassen dennoch Online-Inhalte, Online-Rundfunk und Aggregationsdienste. Staatliche Social-Media-Konten bieten Nachrichten und Möglichkeiten für Rückmeldungen, ersetzen aber keinen unabhängigen Journalismus. Ein Kabinettsbericht für 2025 nannte etwa 80.000 Facebook-Follower, 56.300 auf X, 19.300 auf Instagram und 8.000 auf LinkedIn. 19 von 20 Ministerien hatten einen Social-Media-Kanal. Soziale Medien können die Beteiligung erweitern, doch die allgemeine Beteiligung ist begrenzt. Abschnitt 24 der Verfassung schützt Meinungsfreiheit, Presse und Medien sowie den Empfang und die Weitergabe von Ideen und Informationen. Einschränkungen können öffentliche Sicherheit, öffentliche Ordnung, Moral, Gesundheit, Ruf und Privatsphäre, vertrauliche Informationen, die Autorität der Gerichte und technische Medienregulierung betreffen. Zum aktuellen Rechtsrahmen gehören der Communications Commission Act 2013, Electronic Communications Act 2013, Broadcasting Act 2023, Electronic Communications and Transactions Act 2022, Computer Crime and Cybercrime Act 2022 und Data Protection Act 2022. Auch ältere Gesetze, darunter der Sedition and Subversive Activities Act 1938, Books and Newspapers Act 1963 und Suppression of Terrorism Act 2008, tragen zum rechtlichen Risiko bei. In der Praxis können Angst, Einschüchterung und Selbstzensur die Berichterstattung einschränken, besonders zum Thema Monarchie. Die Eswatini Data Protection Authority (EDPA) verwaltet die Datenschutzrechte nach dem Data Protection Act 2022. Dazu gehören Auskunft, Zugang, Löschung, Berichtigung, Widerspruch, Datenübertragbarkeit, Schutz vor automatisierten Entscheidungen und Einschränkung der Verarbeitung. Für Anfragen gilt im Allgemeinen eine Antwortfrist von etwa 30 Tagen. Die Child Online Safety Guidelines von ESCCOM und das National Computer Security Incident Response Team (NCSIRT) befassen sich mit Cybermobbing, Grooming, Catfishing, übermäßigem Teilen und schädlichen Inhalten für Kinder, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen. Die Kinder-Hotline 116 und die National Cybersecurity Strategy 2022–2027 unterstützen Schutz- und Aufklärungsarbeit. Beteiligung kann über ESCCOM-Konsultationen zu Inhalts- und Lizenzregeln, Anträge auf Gemeinschaftsrundfunklizenzen und freiwillige berufliche Mitarbeit im Eswatini Editors Forum (EEF) erfolgen. An einem Runden Tisch von EEF, UNESCO und den Vereinten Nationen im Jahr 2024 ging es um Selbstregulierung, Ethik, Journalistenausbildung und öffentliche Beteiligung. Ein eigenständiges Informationszugangsgesetz und ein unabhängiger Medienrat konnten in den verfügbaren Primärquellen nicht bestätigt werden. Praktisch geht es bei Medien in Eswatini daher um verlässlichen Zugang, Erschwinglichkeit, Unabhängigkeit von Quellen, Sicherheit von Journalisten, Online-Sicherheit junger Menschen und den Unterschied zwischen formellen Rechten und ihrer tatsächlichen Nutzung.
Medien in Eswatini
Medien in Eswatini umfassen Radio, Fernsehen, Zeitungen, Online-Nachrichten, Streamingdienste und soziale Medien. Radio und mobiles Internet bieten die größte Reichweite; Kosten, ländliche Netzabdeckung und begrenzter Wettbewerb beeinflussen jedoch, wer die einzelnen Kanäle nutzen kann. Verfassungsrechtlicher Schutz für Medien und Meinungsäußerung besteht neben gesetzlichen Einschränkungen, Selbstzensur und Bedenken hinsichtlich staatlichen Einflusses.
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