Das zuständige Ministerium ist das Bildungsministerium für Vorschulbildung und Alphabetisierung (Ministère de l’Enseignement Pré-Universitaire et de l’Alphabétisation, MEPUA); es beaufsichtigt Vorschul-, Grund- und Sekundarschulbildung, Alphabetisierung und außerschulische Bildung. Das Nationale Institut für Bildungsforschung und Bildungsmaßnahmen (Institut National de Recherche et d’Action Pédagogique, INRAP) entwickelt Lehrpläne und Lernmaterialien. Erwachsenen-Alphabetisierungs- und Nachalphabetisierungsprogramme laufen über die Nationale Direktion für Alphabetisierung und Förderung der Nationalsprachen (Direction Nationale de l’Alphabétisation, de l’Éducation Non Formelle et des Langues Nationales, DNAENF/PLN). Ein Jugendprogramm unter Beteiligung der Nationalen Direktion für Jugend und Heranwachsendenbildung unterstützt einige Menschen, die nicht zur Schule gehen; lokale Anlaufstellen und Gebühren sind landesweit nicht vollständig dokumentiert. Im formellen Schulunterricht ist Französisch weiterhin die Hauptsprache. Guinea erprobt auch zweisprachige Ansätze: Das ELAN-Pilotprojekt verwendet Soso und Französisch an Schulen in der Region Kindia. Es begann 2018/19 mit zehn Schulen und wurde 2023/24 um sechs erweitert. Die gemeldeten Pilotzahlen umfassen 53 Lehrkräfte und 1.510 Schülerinnen und Schüler, darunter 810 Mädchen. Zum Pilotprojekt gehören acht angepasste Lerninhalte und eine für den Unterricht aufbereitete Sprache. Eine Ausweitung nach Region und Sprache ist geplant; das Pilotprojekt begründet jedoch keinen landesweiten Standard für das Sprachenlernen. Neue Grundschulprogramme für CP1 und CP2 im Schuljahr 2025/26 sehen die Förderung der Nationalsprachen als Schulfach vor. Ein Entwurf von 2026 unter dem Nationalen Übergangsrat nennt Kissié, Pèlè, Lomagoi, Maninkakan, Poular und Sossokhui für Bildung und Institutionen. Sein Status im Gesetzgebungsverfahren belegt keine landesweite Umsetzung. Erwachsene können Alphabetisierungs- und Nachalphabetisierungsprogramme, gemeinschaftliche Projekte, private Anbieter und Kultureinrichtungen nutzen. Das Institut français de Guinée bietet fortgeschrittenes Französisch, Verwaltungsfranzösisch, Französisch für bestimmte Zwecke (français sur objectifs spécifiques, FOS), berufliches Englisch und Alphabetisierungskurse an. FOS bedeutet Französischunterricht für einen festgelegten beruflichen oder arbeitsbezogenen Zweck. Zum Angebot gehören Gruppenunterricht zweimal wöchentlich für je zwei Stunden, Einzelunterricht, Unterrichtseinheiten dreimal pro Woche, ein kostenloser Einstufungstest und individuelle Alphabetisierungskurse über 30 Stunden. Die verfügbaren Informationen enthalten keine veröffentlichten Kursgebühren. CLAPT bietet in Conakry und Kamsar private Englischkurse mit beruflichem Schwerpunkt an; aktuelle Preise und staatliche Anerkennung sind nicht belegt. Öffentliche Kurse in Nationalsprachen und Alphabetisierungsangebote hängen von lokalen Projekten, Schulen oder Institutionen ab. Qualifikationen in Französisch sind stärker standardisiert als in Nationalsprachen. Guinea hat ein Prüfungszentrum für DELF und DALF; dort gab es 2024 insgesamt 219 Anmeldungen, 17 autorisierte Prüfende oder Korrekturfachkräfte und eine ausbildende Person. Kandidatinnen und Kandidaten melden sich in der Regel ohne vorheriges Zertifikat direkt an. Prüfungstermine und Gebühren hängen vom Zentrum ab; DELF- und DALF-Diplome sind lebenslang gültig. DILF wird nur in Frankreich angeboten. Verlässliche Belege für ein landesweit standardisiertes Zertifikat für Nationalsprachen liegen nicht vor. Digitales Lernen breitet sich aus, hängt jedoch von Geräten, Internetverbindung und Verfügbarkeit vor Ort ab. Guinea Learning Passport bietet Online-Materialien für Grundschule, Collège und Lycée. Zu den Materialien für grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten und CE1 gehören Audio, französisches Lesen, Grammatik und schriftlicher Ausdruck; INRAP hat die Inhalte geprüft. Im Januar 2023 startete UNICEF in zwei Grundschulen in Conakry ein Pilotprojekt mit Tablets, die offline genutzt werden können. MEPUA Smart Schools verwendet SMS und Audio auf Französisch und in Nationalsprachen. Ein Konnektivitätsprojekt von 2025 zielte auf 2.200 öffentliche Grundschulen; für etwa 600 Schulen waren Materialien gemeldet, doch der Zugang bleibt regional und technisch unterschiedlich. Die Fernfortbildung für Lehrkräfte IFEF/IFADEM FAD für 2023 bis 2026 richtet sich an 10.000 Lehrkräfte und Schulleitungen. Sie umfasst elf Selbstlernmodule und eine Plattform und stärkt vor allem Unterrichts- und sprachbezogene berufliche Kompetenzen, statt einen allgemeinen Fremdsprachenkurs anzubieten. Ein landesweit einheitlicher Preisplan für öffentliche Sprach- oder Alphabetisierungsprogramme ist nicht bestätigt. Frage private Anbieter und das Institut français vor der Anmeldung nach aktuellen Gebühren, Zeitplan, Anwesenheitsbedingungen und dem Wert eines etwaigen Zertifikats. Gebühren für DELF und DALF sind beim Prüfungszentrum zu erfragen. Der passende Weg hängt daher vom Ziel ab: formelle Bildung, Erwachsenen-Alphabetisierung, Teilhabe in einer lokalen Sprache, Französisch oder Englisch im Beruf, Prüfung und Zertifikat oder digitales Selbststudium.
Sprachenlernen in Guinea
Sprachenlernen in Guinea umfasst Französisch als Amtssprache und Arbeitssprache sowie das Lernen von National- und Fremdsprachen. Der formelle Schulunterricht findet überwiegend auf Französisch statt. Alphabetisierung in Nationalsprachen, zweisprachige Pilotprojekte, Erwachsenenprogramme, Privatkurse und digitale Angebote eröffnen weitere Wege. Zugang, Gebühren, Anerkennung und Verfügbarkeit unterscheiden sich je nach Programm und Ort. Ein landesweites Sprachenlernportal, ein einheitliches Kurspreissystem oder ein nationales Sprachzertifikat gibt es nicht.
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