Kriminalitätsdaten aus dem Jemen ergeben kein vollständiges nationales Bild, weil Autoritäten und Meldesysteme geteilt sind. In von der Regierung kontrollierten Gebieten erfasste das Innenministerium 2023 insgesamt 16.532 Straftaten und meldete 10.479 gelöste Fälle, also 63 %. 6.053 Fälle wurden in das Jahr 2024 übernommen. Für das erste Quartal 2026 wurden 3.064 Straftaten oder Ereignisse, 2.721 gelöste Fälle, 1.990 an die Staatsanwaltschaft weitergeleitete Angelegenheiten, 455 Vergleiche oder Verzichtserklärungen, 81 geschlossene Fälle, 97 anderweitig übertragene Fälle, 81 laufende Ermittlungen und 200 Fälle mit unbekannten Tätern erfasst. Diese Zahlen beschreiben Verwaltungsdaten aus regierungskontrollierten Gebieten, nicht die landesweite Verbreitung oder den wahrscheinlichen Ausgang für Einzelpersonen. Erfasste Beispiele umfassen Diebstahl an der Küste Hadramauts, in Aden, Shabwa, Al Mahrah und im Hadramaut-Tal sowie vorsätzliche Körperverletzung in Taiz und Ma'rib und vorsätzlichen Mord in Abyan. Zu den alltäglichen Risiken gehören Autodiebstahl unter Gewaltandrohung, Raub, Erpressung und Entführung. Daran können kriminelle Gruppen, bewaffnete Stämme und mit AQAP verbundene Akteure beteiligt sein; Streit um Land und Stammeskonflikte können bewaffnete Auseinandersetzungen auslösen. Waffen sind weit verbreitet. Auch im Golf von Aden besteht das Risiko von Piraterie und bewaffnetem Raub. Das britische Außen-, Commonwealth- und Entwicklungsministerium rät von allen Reisen in den Jemen ab. Unvermeidbare Fahrten sollten begrenzt, mit aktuellen lokalen Sicherheitsinformationen geplant, wenn möglich variiert und unauffällig durchgeführt werden. Unnötige Nachtfahrten außerhalb größerer Städte zu vermeiden und Reisepläne nicht in sozialen Medien zu veröffentlichen, kann die Gefährdung verringern; keine Maßnahme gewährleistet Sicherheit. Ein formeller Meldeweg beginnt üblicherweise bei der nächsten Polizeidienststelle oder Polizeiwache, auf Arabisch قسم الشرطة oder مركز الشرطة, oder bei einer Polizeiverwaltung. Zu den Polizeiaufgaben gehören Prävention, Ermittlung, gesetzmäßige Festnahme und der Schutz von Menschen und Eigentum. Ein Fall kann anschließend von der Polizei an die Generaldirektion für kriminalpolizeiliche Ermittlungen, البحث الجنائي, und die Staatsanwaltschaft, النيابة العامة, weitergeleitet werden. Das Justiz- und Menschenrechtsministerium führt einen Dienst zur Meldung einer begangenen Straftat, الإبلاغ بوقوع جريمة, sowie Informationen über den Widerspruch gegen Entscheidungen der Staatsanwaltschaft auf, einen Fall aufzubewahren oder zu schließen. Die Polizeinummer 199 wird örtlich genannt; manche ausländischen Reisehinweise führen zusätzlich 194 auf, US-Hinweise nennen 199. Da Notdienste stark eingeschränkt oder unzuverlässig sein können, sollten die richtige Nummer und eine erreichbare Dienststelle für das Gouvernement geprüft werden. Bewahren Sie Nachrichten, Fotos, medizinische Unterlagen, Ausweisdokumente und Angaben zu Zeugen auf. Konfrontieren Sie eine verdächtige Person nicht, wenn dadurch unmittelbare Gefahr entstehen könnte. Eine allgemeine Gebühr für Strafanzeigen, eine landesweit geltende Meldefrist oder eine einheitliche Reaktionszeit ist nicht bestätigt; Kosten für Transport, Sicherheit, Übersetzung und Rechtsberatung variieren. Vergleiche in Familien, Stammesvermittlung und Gewohnheitsrecht können praktisch einflussreich sein, besonders bei geschlechtsspezifischer Gewalt. Ihre Rechtswirkung ist begrenzt; sie ersetzen weder dringenden Schutz noch eine formelle Anzeige, wenn jemand unmittelbar gefährdet ist. Im ersten Quartal 2026 erfasste das Innenministerium 455 Vergleiche oder Verzichtserklärungen. Das zeigt, dass neben formellen Ermittlungen informelle oder ausgehandelte Lösungen vorkommen. Geschlechtsspezifische Gewalt bringt aufgrund von Stigmatisierung, Konflikt, Vertreibung und schwacher Infrastruktur erhebliche Zugangs- und Schutzrisiken mit sich. Der Humanitäre Bedarfs- und Reaktionsplan für 2025 schätzte, dass 6,2 Millionen Frauen und Mädchen solchen Risiken ausgesetzt waren. Weniger als 5 % der Gesundheitseinrichtungen verfügten über eine klinische Versorgungskompetenz nach Vergewaltigung; in etwa 90 % der ländlichen Gebiete fehlte eine Reaktion auf geschlechtsspezifische Gewalt. Je nach Gouvernement und Präsenz von Partnern können sichere Räume und Unterkünfte von UNFPA, psychosoziale Unterstützung (MHPSS), medizinische Überweisungen, Fallbetreuung und Rechtsberatung verfügbar sein. Die Frauenunion des Jemen (YWU) bietet rechtliche Informationen und Überweisungen und kann Betroffene mit Polizei, Gesundheitsdiensten oder Unterkünften verbinden. Abdeckung, Vertraulichkeit, Finanzierung und physischer Schutz unterscheiden sich je nach Ort; eine landesweite Hotline für Betroffene ist nicht bestätigt. Kinder sind unter anderem durch Kinderarbeit, Kinderehen, geschlechtsspezifische Gewalt und Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen gefährdet. 2025 wurde bei etwa 7,4 Millionen Kindern ein Bedarf an Schutzunterstützung festgestellt. UNICEF, Sozialarbeitende und das Ministerium für Soziales und Arbeit bieten dort, wo verfügbar, Fallbetreuung, psychosoziale Unterstützung, sichere Räume, Bildungsüberweisungen und verwandte Angebote. Ein UNICEF-Ziel von 1,7 Millionen sicheren Meldewegen bezieht sich auf sexuelle Ausbeutung und Missbrauch durch Hilfspersonal; es ist keine allgemeine Meldestelle für Straftaten gegen Kinder. Online-Straftaten sind ein teilweise formalisierter, aber noch entstehender Bereich. Die Allgemeine Cybersicherheitsverwaltung veröffentlicht die App مكافحة الجرائم الإلكترونية, die am 18. Juni 2026 aktualisiert wurde. Sie bietet vertrauliche Meldungen, das Hochladen von Belegen, Fallverfolgung und Rechtsberatung. Genannte Beispiele sind Erpressung, Betrug, Hacking, Identitätsmissbrauch und schädliche Inhalte. Als Kontakt für Unterstützung ist +967714155155 angegeben; die Website lautet cyber.sis.gov.ye. Verfügbarkeit der App, Umgang mit Daten und wirksame Fallbearbeitung wurden jedoch nicht unabhängig geprüft. Die Financial Intelligence Unit in Aden nimmt Verdachtsmeldungen zu Finanztransaktionen entgegen und analysiert sie, ist aber keine allgemeine Meldestelle für Betroffene. Migranten auf der Durchreise durch den Jemen können Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch, Menschenhandel, erzwungener Weiterreise und unbezahlter Arbeit ausgesetzt sein. Von der IOM unterstützte Anlaufstellen für Migranten, mobile Teams, Patrouillen, Fallbetreuung, Gesundheits- und Schutzüberweisungen, Maßnahmen gegen Menschenhandel, Alternativen zur Inhaftierung und Unterstützung beim Zugang zur Justiz können praktische Hilfe bieten, sofern Finanzierung und lokaler Zugang es erlauben. Die Verfügbarkeit hängt vom Aufenthaltsort und der dort tätigen Organisation ab. Formelle Polizei- und Staatsanwaltschaftswege, humanitäre Dienste sowie Familien- oder Stammesvermittlung haben unterschiedliche Aufgaben und Rechtswirkungen; sie sind nicht austauschbar.
Kriminalität im Jemen
Kriminalität im Jemen umfasst Diebstahl, Raub, Erpressung, Entführung, Gewalt, geschlechtsspezifische Gewalt, Ausbeutung von Kindern, Menschenhandel und Online-Straftaten. Risiken und Meldewege unterscheiden sich stark zwischen von der Regierung kontrollierten Gouvernements und Huthi- beziehungsweise De-facto-Gebieten. Eine verlässliche landesweite Kriminalitätsrate oder ein einheitliches Beschwerdesystem gibt es nicht. Wo die Dienste funktionieren, bearbeiten Polizei und Staatsanwaltschaft formelle Anzeigen; humanitäre Partner leisten Schutz, Vermittlung und rechtliche Unterstützung. Waffen, bewaffnete Gruppen, Stammesstrukturen, Konflikt und schwache Infrastruktur können die Gefahr erhöhen und den Zugang zu Hilfe einschränken.
VivAVia kann Fehler machen. Überprüfe wichtige Informationen.

