Die Volkszählung 2020 erfasste 119.438 Menschen in Kiribati. 70.333 Menschen oder 58,9 % waren römisch-katholisch; 25.322 oder 21,2 % gehörten der Kiribati Uniting Church (KUC) an; 10.016 oder 8,4 % der Kiribati Protestant Church (KPC); 6.720 oder 5,6 % der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage; und 2.542 oder 2,1 % den Siebenten-Tags-Adventisten. Zur Bahá’í-Gemeinschaft gehörten 2.454 Menschen oder 2,1 %. Die Volkszählung erfasste außerdem 102 Muslime und 120 Menschen ohne Religion. Zu den kleineren Gemeinschaften zählen Assemblies of God, Jehovas Zeugen, All Nations, United Pentecostal Church International, Church of God, Baptisten und Te Ran. Zu den lokalen Bezeichnungen gehören Aro oder Ekareria für eine Religionsgemeinschaft, Taromauri für Gottesdienst, mwaneaba für einen Versammlungsort und Te Atua für Gott. Überlieferte Vorstellungen von Ahnen oder Geistern bestehen neben christlichen Praktiken fort. Kirchen und Religionsgemeinschaften sind auf den Inseln und in den Dörfern vertreten. Die katholische Kirche und die KUC sind wichtige Anlaufstellen für Seelsorge. Die KUC unterstützt zudem Jugendgruppen, Sonntagsschulen, Frauenarbeit, Seemannsmissionen, Seelsorge, berufliche Bildung und weiterführende Schulen. Die katholische Kirche ist auf den nördlichen Inseln stärker vertreten; auf den südlichen Inseln sind protestantische Gemeinschaften präsenter. Die KUC entstand 2014 durch die Zusammenführung mehrerer protestantischer Kirchen. KPC und KUC arbeiten heute parallel. Auf Arorae und Tamana gibt es traditionell die Praxis, nur eine Kirche zuzulassen. Andere Glaubensgruppen können daher auf Hausgottesdienste angewiesen sein; öffentliche Treffen oder Missionierung können die Zustimmung vor Ort erfordern. Missionarinnen und Missionare sind im Allgemeinen aktiv und zugelassen, der tatsächliche Zugang hängt jedoch von Insel und Gemeinschaft ab. Die Verfassung schützt Gewissens-, Gedanken- und Religionsfreiheit. Dazu gehören das Recht, die Religion zu wechseln und den Glauben durch Gottesdienst, Lehre, Praxis und Einhaltung religiöser Gebote zu bekunden. Ebenso schützt sie davor, entgegen der eigenen Überzeugung zu religiösem Unterricht oder Zeremonien verpflichtet oder zur Ablegung eines damit unvereinbaren Eids gezwungen zu werden. Einschränkungen sind nur zulässig, soweit sie im Verhältnis zum Schutz von Verteidigung, öffentlicher Sicherheit, Ordnung, Moral, Gesundheit oder den Rechten anderer stehen. Eine Religionsgruppe, der laut letzter Volkszählung mindestens 2 % der Bevölkerung angehören, muss sich registrieren lassen. Anträge gehen an das Ministry of Women, Youth, and Social Affairs und müssen die Unterschrift der Leitung und von fünf Mitgliedern, die Zahl der Anhängenden, die Konfession und den vorgeschlagenen Namen enthalten. Für eine fehlende Registrierung wurden keine Rechtsfolgen berichtet. Ein Bericht von 2023 erklärte, dass die Registrierung der KPC wegen eines Streits oder Widerstands noch ungeklärt war; ein neuerer ortsspezifischer Status wurde nicht verifiziert. Öffentliche Schulen sind nach dem Education Act 2013 im Allgemeinen nicht konfessionell und weltlich. Ein Religionsvergleich kann unterrichtet werden, während der Religionsunterricht gesondert geregelt werden kann. Lehrkräfte dürfen nicht verpflichtet werden, entgegen ihrem Gewissen zu unterrichten. Ein elterlicher Antrag auf Befreiung vom Religionsunterricht ist zu respektieren. 2023 wurde für öffentliche Schulen kein verpflichtender Religionsunterricht gemeldet. Mehrere Konfessionen konnten Unterricht anbieten; wer nicht teilnahm, konnte eine beaufsichtigte Lernzeit besuchen. Religionsgemeinschaften können eigene Schulen gründen und finanzieren und dort eigenen Religionsunterricht erteilen. Konfessionsschulen sind besonders auf der weiterführenden Stufe dokumentiert. Zu den gesetzlichen Feiertagen des Jahres 2026 gehören Karfreitag am 3. April, Ostermontag am 6. April, Gospel Day am 10. Juli und Weihnachten am 25. Dezember. Gospel Day ist ein gemeinsamer christlicher und glaubensbezogener Gottesdienst mit Kirchen und religiösen Organisationen. Der Präsident und die Regierung fördern außerdem den interreligiösen Zusammenhalt; Kirchen leisten Beiträge zu Friedensarbeit, Sozialarbeit, Jugendarbeit, Bildung und Seelsorge. Taufen, kirchliche Trauungen, Beerdigungen und Trauerbegleitung werden weiterhin von Konfessionen und örtlichen Gemeinschaften organisiert. Ein landesweit einheitliches religiöses Verfahren, Gebührenverzeichnis oder Fristensystem wurde nicht verifiziert. Die örtliche Gemeinde, ein Pastor oder eine katholische Pfarrei ist meist die erste Anlaufstelle. Mitgliedschaft, Vorbereitung, Termine und Kosten müssen direkt bestätigt werden. Entfernungen zwischen den Inseln, wenige Dienste vor Ort und Traditionen mit nur einer Kirche können den Zugang erschweren. Religiöse Veranstaltungen und Dienste werden nicht von einer zentralen staatlichen Stelle für Religionsangelegenheiten geregelt.
Religion in Kiribati
Religion gehört in Kiribati zum Gemeinschaftsalltag: Bei der Volkszählung 2020 gaben mehr als 99 % der Bevölkerung eine Religionszugehörigkeit an. Die größten Gruppen sind römisch-katholische, kiribatische vereinigte und kiribatische protestantische Gemeinden, daneben gibt es kleinere christliche, Bahá’í- und muslimische Gemeinschaften. Religionsfreiheit, Gottesdienste, Bildung, Feiertage und Lebensereignisse werden sowohl von nationalem Recht als auch von örtlichen Gepflogenheiten auf den Inseln geprägt.
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