Kultur in Kiribati

Die Kultur in Kiribati wird durch das Inselleben, familiäre Beziehungen, die gemeinsame Geschichte, den Glauben, die Sprache sowie das Wissen über Meer und Land geprägt. Sie zeigt sich in Lebensphasen, Kunst, Religion, Traditionen und alltäglichen Formen des Zusammenlebens. Die Praktiken unterscheiden sich zwischen den Gilbert-, Phoenix- und Line-Inseln sowie zwischen Familien, Gemeinschaften und Kirchen.

Lebensphasen

Menschen in Kiribati durchlaufen Kindheit, Bildung, Jugend, Erwerbsalter, Familienverantwortung und höheres Alter und können dabei mit Behinderung oder Pflegebedarf konfrontiert sein. Das Unterstützungssystem ist zersplittert. Zuständig sind Ministerien, Inselräte, Kirchen, Nichtregierungsorganisationen, Großfamilien und Gemeinschaften. Öffentliche Dienste sind in South Tarawa deutlich besser erreichbar als auf den Außeninseln. Die Unterstützung reicht von Kinderschutz, Schule und Beschäftigungshilfe bis zu Altersleistungen, Behindertenhilfe und Katastrophenschutz, deckt aber nicht jeden Bedarf durch formelle Dienste ab.

Geschichte

Die Geschichte Kiribatis umfasst die Besiedlung, den Wandel der Inselgesellschaften, die Kolonialherrschaft, den Krieg, Atomwaffentests, die Dekolonisierung und die staatliche Unabhängigkeit der Gilbert-, Phoenix- und Line-Inseln. Die frühen Besiedlungsdaten und Migrationswege sind teilweise umstritten; mündliche Überlieferungen, Archäologie, Genealogien und Kolonialakten liefern unterschiedliche Arten von Belegen. Banaba, Tarawa, Kiritimati und die weiteren Inselgruppen verbinden die lokale Geschichte mit Phosphatabbau, Militäroperationen, Vertreibung und globalen Ereignissen.

Kunst

Die Kunst in Kiribati wurzelt in traditionellem Handwerk, Flechtkunst, Musik, Tanz, mündlichen Überlieferungen und materieller Kultur. Ein mwaneaba, ein traditionelles gemeinschaftliches Versammlungshaus, ist eine bedeutende Kulturform. Zeitgenössisches künstlerisches Schaffen ist dagegen stärker zersplittert und wird oft von Familien, Gemeinschaften und informellen Gruppen organisiert. Te Umwanibong, das Kiribati Museum in Bikenibeu, bewahrt und zeigt Artefakte, Fotografien, Dokumente, Lieder und Geschichten.

Religion

Religion gehört in Kiribati zum Gemeinschaftsalltag: Bei der Volkszählung 2020 gaben mehr als 99 % der Bevölkerung eine Religionszugehörigkeit an. Die größten Gruppen sind römisch-katholische, kiribatische vereinigte und kiribatische protestantische Gemeinden, daneben gibt es kleinere christliche, Bahá’í- und muslimische Gemeinschaften. Religionsfreiheit, Gottesdienste, Bildung, Feiertage und Lebensereignisse werden sowohl von nationalem Recht als auch von örtlichen Gepflogenheiten auf den Inseln geprägt.

Sprache

Englisch und Gilbertese, örtlich Te Kiribati oder einfach Kiribati genannt, sind die Amtssprachen Kiribatis. Te Kiribati prägt Familien- und Gemeindeleben, Kultur und Parlamentsdebatten. Englisch wird häufiger in schriftlicher Behördenkommunikation, Handel, Technologie, Wissenschaft und internationalen Kontakten verwendet. Englischkenntnisse sind in Tarawa und städtischen Gebieten im Allgemeinen weiter verbreitet als auf den äußeren Inseln.

Traditionen

Traditionen in Kiribati sind überlieferte und gemeinschaftlich gelebte Praktiken, die sich in Familienleben, Gemeindetreffen, Musik, Tanz, Handwerk, Essgewohnheiten und Wissen über Land und Meer zeigen. Der lokale Begriff katei umfasst Bräuche und kulturelle Praktiken. Ein maneaba ist ein traditionelles Gemeindehaus, das für Versammlungen, Beratung, Gastfreundschaft und die Weitergabe von Wissen genutzt wird. Die Praktiken unterscheiden sich nach Insel, Dorf, Familie und religiöser Geschichte; ein einheitliches landesweites Protokoll für Traditionen gibt es daher nicht.

Zusammenleben

Das Zusammenleben in Kiribati wird durch Verfassungsrechte, Regeln der lokalen Räte, Gemeinschaftstreffen und traditionelle Praktiken geprägt. Inselräte, Maneaba und Gemeinschaftsgruppen befassen sich mit Fragen des öffentlichen Raums, der Beteiligung, Vielfalt und Konflikten. Die Regelungen unterscheiden sich zwischen South Tarawa, Betio, Kiritimati und den äußeren Inseln, da Bevölkerungsdichte, Infrastruktur und Zugang zu Dienstleistungen variieren.

VivAVia kann Fehler machen. Überprüfe wichtige Informationen.