Die Abteilung für Unternehmens- und Gesellschaftsregulierung (Business & Companies Regulatory Division, BCRD) bearbeitet Geschäftsnamens- und Firmenregistrierungen nach dem Registration of Business Names Act 1988 und der Companies Ordinance Cap10A. Eine veröffentlichte Gebührenordnung nennt 50 $ für die Reservierung eines Firmennamens sowie Gründungsgebühren, die sich nach dem genehmigten Aktienkapital richten; für die ersten 10.000 $ beträgt die Mindestgebühr 250 $. Aktuelle Formulare und Gebühren sollten direkt geprüft werden. Ein registriertes Unternehmen benötigt außerdem für jede Zuständigkeit und Tätigkeit eine Gewerbeerlaubnis der zuständigen örtlichen Lizenzbehörde. Lizenzen müssen normalerweise jährlich erneuert werden. Ein veröffentlichter Leitfaden für ausländische Investoren nennt eine Antragsgebühr von 5 $ und eine Verspätungsgebühr von 50 $ nach März; der endgültige Betrag hängt von Tätigkeit, Kategorie und Umsatz ab. Die Steuerabteilung des Finanz- und Wirtschaftsministeriums stellt eine Steueridentifikationsnummer (Taxpayer Identification Number, TIN) aus, die das Unternehmen für die Steuerverwaltung kennzeichnet. Laut veröffentlichtem Leitfaden ist die TIN-Registrierung kostenlos und kann bis zu drei Tage dauern. Je nach Tätigkeit können Verbrauchsteuern, Lohnsteuer (Pay As You Earn, PAYE), Mehrwertsteuer (Value Added Tax, VAT) und Einkommensteuer anfallen. Die VAT beträgt auf die meisten steuerpflichtigen Lieferungen 12,5 %; eine Registrierung ist erforderlich, wenn diese Lieferungen in einem Steuerjahr 100.000 $ übersteigen. VAT-Erklärungen und Zahlungen sind vierteljährlich innerhalb von 15 Tagen nach Quartalsende fällig. PAYE wird im Allgemeinen monatlich innerhalb von 15 Tagen nach Monatsende abgeführt; jährliche PAYE- und Einkommensteuererklärungen sind innerhalb von drei Monaten nach Jahresende fällig. Ein Unternehmen, das monatlich bezahlte Beschäftigte einstellt, muss sich, sofern solche Beschäftigten eingestellt werden, innerhalb von zehn Tagen nach Betriebsaufnahme als Arbeitgeber beim Kiribati-Vorsorgefonds (Kiribati Provident Fund, KPF) registrieren. Beschäftigte werden im Allgemeinen innerhalb von 30 Tagen registriert. Die KPF-Beiträge betragen insgesamt 15 % des Lohns, gleichmäßig auf Arbeitgeber und Beschäftigte aufgeteilt, und sind bis zum 15. des Folgemonats einzureichen. Ausländische Investoren müssen vor Aufnahme der Tätigkeit bei der Abteilung für Investitionsförderung ein Auslandsinvestitionszertifikat (Foreign Investment Certificate) einholen. Es gelten eingeschränkte, vorbehaltene und verbotene Sektoren. Der veröffentlichte Leitfaden sieht für einen vollständigen Antrag bis zu 30 Arbeitstage vor. Bei Investitionen über 250.000 $ kann eine Empfehlung des Kabinetts erforderlich sein; die endgültige Entscheidung bleibt vorbehalten. Das Zertifikat kann erlöschen, wenn die Tätigkeit nicht innerhalb eines Jahres aufgenommen wird. Innerhalb von drei Monaten kann beim Investitionsbeschwerdeausschuss (Investment Appeal Panel) Berufung eingelegt werden. Einwanderungs- und Arbeitsgenehmigungen können ebenfalls nötig sein. Zu den sektorbezogenen Anforderungen können Vorschriften für Lebensmittel, Fischerei, Tourismus, Transport, Umwelt, Zoll, Verbraucherschutz und geistiges Eigentum gehören. Eine Registrierung berechtigt nicht automatisch zu jeder Tätigkeit. Das Zentrum für Unternehmensförderung (Business Promotion Centre, BPC) bietet Beratung und Schulungen und unterstützt unter anderem Investitionen, lokale Industrie, Handel, Qualität, Genossenschaften und Kreditgenossenschaften. Die Unterstützung ist verstreut; ein universeller Gründungszuschuss oder eine einzige umfassende Unternehmensbehörde ist nicht belegt. Die Abteilung für Regulierung von Genossenschaften und Kreditgenossenschaften (Cooperative & Credit Union Regulatory Division) registriert, prüft, beaufsichtigt, schult und berät Genossenschaften und Kreditgenossenschaften nach der Cooperative Societies Ordinance 1977 und dem Kiribati Credit Union Act 1990. Veröffentlichte Registrierungsgebühren betragen 25 $ für eine Primärgenossenschaft, 50 $ für eine Sekundärgenossenschaft, 25 $ für eine Kreditgenossenschaft und 50 $ für einen Verband. Die Entwicklungsbank von Kiribati (Development Bank of Kiribati, DBK) bietet unter anderem kleine und große Entwicklungsdarlehen, Unterstützung für ländliche Gebiete, Finanzierungen für lokale Erzeugnisse und Kunsthandwerk sowie Geschäftskredite an. Veröffentlichte Beispiele umfassen höchstens 1.500 $ für die Finanzierung lokaler Erzeugnisse oder Kunsthandwerk mit einer Antragsgebühr von 20 $ sowie höchstens 10.000 $ für einen neuen oder bestehenden Geschäftskredit. Ein Geschäftsplan, Finanzunterlagen, KPF-Bedingungen und Sicherheiten können erforderlich sein. Sicherheiten, abgelegene Lage und Fracht können den Zugang erschweren. Die größte Geschäftskonzentration findet sich in South Tarawa; eine MTCIC-Filiale in Kiritimati verbessert dort den Zugang. Zum Handel auf den Außeninseln gehören häufig Kopra, Fischerei, frische Lebensmittel, Kunsthandwerk, Einzelhandel, Transport, Tourismus und Dienstleistungen, auch informell oder von zu Hause aus. Ein Unternehmen muss Steuerunterlagen, Rechnungen, Erklärungen und Zahlungsnachweise aufbewahren und beim Import von Waren Zollvorschriften einhalten. Nachfrage, Überweisungen, Fischerei sowie öffentliche und entwicklungsbezogene Beschaffung können die Einnahmen beeinflussen. Kiribatis verstreute Inseln, große Entfernungen über rund 3,5 Millionen Quadratkilometer Ozean, eingeschränkte Vernetzung, Abhängigkeit von importierten Betriebsmitteln, Frachtverzögerungen, Dürren, Stürme und der Anstieg des Meeresspiegels beeinflussen Gründung und laufenden Betrieb. Bei Schließung, Übertragung oder Verkauf sollten Eigentümer Steuer-, Lizenz-, Gläubiger-, Beschäftigten- und KPF-Pflichten, Vermögenswerte, Zollangelegenheiten und Registrierungsunterlagen regeln. Es können Vorschriften zu Insolvenz oder Liquidation von Unternehmen gelten; informelle Vermögens-, Pacht- und Landvereinbarungen erschweren mitunter die Dokumentation einer Übertragung.
Unternehmen in Kiribati
Unternehmen in Kiribati reichen von förmlich registrierten Firmen und zugelassenen Dienstleistungen bis zu informellem Kleinsthandel von zu Hause aus, besonders auf den Außeninseln. Für einen formellen Betrieb sind üblicherweise eine Geschäfts- oder Firmenregistrierung, eine lokale Gewerbeerlaubnis, eine Steuerregistrierung und tätigkeitsbezogene Genehmigungen erforderlich. Häufige Bereiche sind Fischerei, Kopra, frische Lebensmittel, Kunsthandwerk, Einzelhandel, Transport, Tourismus und Dienstleistungen. Frachtkosten, kleine Märkte, eingeschränkte Vernetzung und Klimarisiken beeinflussen jedoch Kosten und Betriebskontinuität.
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