Kiribati hat weder ein nationales Eisenbahnnetz noch einen Eisenbahnverkehr. Der Landverkehr konzentriert sich auf South Tarawa, wo Busse und Kleinbusse mit etwa 18 bis 20 Sitzplätzen auf der Hauptstraße zwischen Betio und Bonriki verkehren. Fahrgäste steigen normalerweise an ausgewiesenen Haltestellen ein; ein Bus kann mit Hupe oder Licht signalisieren, wenn er voll ist. Wer aussteigen möchte, ruft üblicherweise „ikai“. Busse dürfen unter Umständen nur an ausgewiesenen Haltestellen anhalten und die zugelassene Kapazität nicht überschreiten. Ein zuverlässiges landesweites Taxisystem oder ein offizieller nationaler Bustarif ist nicht belegt; Preise sollten vor Ort bestätigt werden. Die Verkehrsinfrastruktur von South Tarawa umfasst eine sanierte 36 Kilometer lange Hauptstraße, 9,2 Kilometer Neben- und Zufahrtsstraßen, 57 Kilometer Fußwege, 36 Bushaltestellen und 114 Bremsschwellen. Die Anlagen unterstützen Fuß- und Radverkehr ebenso wie motorisierte Fortbewegung. Auf vielen Außeninseln sind Straßen weniger gut ausgebaut, oft korallenbasiert, und manche Ausweichwege sind informell. Fahrräder sind auf den Außeninseln weit verbreitet; Motorräder, Lastwagen und örtlich organisierte Transporte bieten weitere praktische Möglichkeiten. Mietwagen gibt es hauptsächlich auf South Tarawa und Kiritimati. Auf Außeninseln können Hotels oder Inselräte bei der Organisation von Motorrädern, Fahrrädern oder Lastwagen helfen; Preise werden örtlich festgelegt. Luft- und Seeverkehr sind zwischen den Inseln unverzichtbar. Air Kiribati bietet Linienflüge von Tarawa zu 16 Zielen auf den Außeninseln der Gilbert-Inseln an. Auf den Line Islands verbinden Flüge Kiritimati mit Fanning und Washington Island; auch Charterflüge können verfügbar sein. Die beiden internationalen Flughäfen sind Bonriki auf South Tarawa und Cassidy Airport bei Banana auf Kiritimati. Zu den aufgeführten internationalen Verbindungen gehören Fiji Airways über Nadi und Nauru Airlines über Brisbane, Nauru, Suva, Majuro und Koror sowie die Verbindung Tarawa–Kiritimati. Flugpläne können sich je nach Saison und Betriebsbedingungen ändern und sollten vor der Reise bestätigt werden. Zu den Seeverbindungen gehört die Strecke vom Bairiki Wharf nach North Tarawa, die im Allgemeinen täglich außer samstags verkehrt. Veröffentlichte Zeiten liegen ungefähr zwischen 12 und 13 Uhr in die eine und zwischen 7 und 8 Uhr in die andere Richtung. Vom Hafen Betio aus bestehen außerdem Verbindungen nach Abaiang, Maiana und Marakei, unter anderem mit Kiribati Seas und Lyke It. Diese Überfahrten hängen von Gezeiten und Wetter ab. Veröffentlichte Erwachsenenpreise umfassen etwa 35 $ nach Abaiang, 40 $ nach Maiana und 65 $ nach Marakei; Kinderpreise unterscheiden sich je nach Anbieter. Die Kiribati National Shipping Line bietet gewöhnlich einen monatlichen Dienst für die Gilbert-Gruppe an; private Schiffe und Charterboote ergänzen die lokalen Kapazitäten. Zeiten und Preise sind nicht für alle Inseln garantiert. Das Ministerium für Information, Kommunikation, Verkehr und Tourismusentwicklung koordiniert den nationalen Verkehrssektor. Die Landverkehrsbehörde von Kiribati (Kiribati Land Transport Authority) ist für Fahrzeug- und Führerscheine zuständig. Die Flughafenbehörde von Kiribati verwaltet die Flughäfen, die Zivilluftfahrtbehörde von Kiribati reguliert die Zivilluftfahrt und die Hafenbehörde von Kiribati verwaltet Hafenbetrieb und Navigation. Die Marineabteilung bearbeitet Schiffssicherheit, die Registrierung kleiner Boote, Navigationshilfen und Bootsgenehmigungen. Inselräte können örtliche Land- oder Fährdienste organisieren. Straßenfahrzeuge müssen registriert sein. Eine Registrierung gilt im Allgemeinen ein Jahr für private Fahrzeuge oder Motorräder und sechs Monate für Busse oder Nutzfahrzeuge. Fahrzeuge, die älter als zehn Jahre sind, können nicht erstmals registriert werden. Fahrer benötigen die für das jeweilige Fahrzeug passende Führerscheinklasse. Das Mindestalter beträgt im Allgemeinen 18 Jahre für Motorräder, Privat- und Regierungsfahrzeuge sowie 25 Jahre für Busse und Nutzfahrzeuge. Die Nutzung eines ausländischen Führerscheins ist auf den geltenden vorübergehenden Zeitraum beschränkt, üblicherweise sechs Wochen oder höchstens drei Monate in einem Kalenderjahr; danach ist ein örtlicher Führerschein erforderlich. Bei einem Lernfahrausweis muss normalerweise eine führerscheinberechtigte Person beaufsichtigen; eine Ausnahme gilt beim Motorradlernen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung beträgt 40 km/h in bebauten Gebieten, 20 km/h auf Nebenstraßen, 30 km/h in der Nähe von Kirchen, Schulen, Bushaltestellen und Fußgängerzonen sowie 60 km/h auf anderen Straßen. Für schwere Fahrzeuge über fünf Tonnen gilt eine Grenze von 30 km/h. Fahrer und Fahrgäste ab 16 Jahren müssen Sicherheitsgurte tragen; Kinder zwischen 1 und 16 Jahren müssen eine Rückhaltevorrichtung nutzen, Motorradfahrende einen Helm. Fahrer dürfen das Telefon nur mit zugelassener Freisprecheinrichtung benutzen, während der Fahrt weder essen noch trinken und müssen an Fußgängerüberwegen Vorrang gewähren. Andere Fahrzeuge dürfen im Bereich von 20 Metern vor und zehn Metern nach einer Bushaltestelle nicht anhalten. Für private Fahrzeuge liegt die Blutalkoholgrenze bei 0,05 g je 100 ml. Für Fahranfänger, Bus- und Berufskraftfahrer gilt eine Grenze von 0,00; der Traffic Act behandelt Kava im Straßenverkehr als Droge. Wer einen Atem- oder Speicheltest verweigert, löst die gesetzlich vorgesehene Vermutung aus. Eine Strafeinheit ist mit 50 $ angegeben, kann aber jährlich von der Regierung angepasst werden. Ein Bußgeldbescheid muss innerhalb von 14 Tagen bezahlt werden; andernfalls verdoppelt sich der Betrag. Nach einem Unfall muss der Fahrer anhalten, Hilfe leisten und den Unfall innerhalb von 24 Stunden dem Commissioner melden. Betreiber inländischer Boote benötigen vor der Abfahrt eine Schiffslizenz und eine Marine Clearance. Kleine Boote müssen registriert und in Betio geprüft werden. Inländische Schiffe werden etwa eine Stunde vor Abfahrt und eine Stunde nach Ankunft kontrolliert. Navigationswarnungen werden über VHF-Kanal 16 oder HF 6251 kHz verbreitet; die Seenotrettung ist über den kostenlosen Ruf 1050 erreichbar. Seereisen erfordern daher Aufmerksamkeit für Genehmigungen, Prüfungen, Wetter, Gezeiten und die Meeresumwelt. Straßen, Häfen und Landebahnen sind dem steigenden Meeresspiegel, Küstenerosion, Sturmfluten, Starkregen und Springfluten ausgesetzt. Bei der Sanierung der Straßen von South Tarawa werden Maßnahmen zur Klimaresilienz umgesetzt. Das Kiritimati-Infrastrukturprojekt plant 27 Kilometer Straßen, Verbesserungen an der Cassidy-Landebahn und am Flughafen, Entwässerung, erhöhte Straßenkörper, Erosionsschutz, 52 barrierefreie Bushaltestellen sowie zusätzliche Wege für Fuß- und Radverkehr. Laut Lagebericht von 2025 hatte der Bau noch nicht begonnen. Verbesserte Navigationshilfen und Beleuchtung sollen Kreisen, Leerlauf und Kraftstoffverbrauch in der Luftfahrt senken. CORSIA, das internationale CO₂-Ausgleichsprogramm für die Luftfahrt, war ab 2021 freiwillig. Der private motorisierte Verkehr hängt weiterhin von importierten Fahrzeugen und Kraftstoff ab.
Verkehr in Kiribati
Der Verkehr in Kiribati hängt von der jeweiligen Inselgruppe ab. Busse und Kleinbusse bedienen den Hauptkorridor von South Tarawa, während Boote, Inlandsflüge, Fahrräder, Motorräder und Lastwagen viele Außeninseln verbinden oder dort genutzt werden. Das Land erstreckt sich über 33 Inseln und rund 3,5 Millionen Quadratkilometer Ozean. Fahrpläne, Preise und Fahrzeugverfügbarkeit variieren daher je nach Insel, Gezeiten, Wetter und Anbieter. Verkehrssicherheit auf Straßen und See sowie Klimarisiken sind zentrale praktische Themen.
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