Die jüngste vom ILO ermittelte Haushaltserhebung ist ENESI 2021. Sie erfasste eine nationale Arbeitslosenquote von 9,4 % und eine Jugendarbeitslosigkeit von etwa 22 %. Ein Modell der ILO und der Weltbank schätzte für 2025 einen Wert von 3,8 %. Diese Zahlen sind wegen unterschiedlicher Definitionen und Modellmethoden nicht direkt vergleichbar. Die Arbeitslosenquote zeigt auch nicht, ob einem Haushalt ausreichend Einkommen fehlt. Rund 88 % der Erwerbsbevölkerung arbeiten informell, während der formelle Sozialschutz ohne Gesundheitsversorgung 2022 etwa 3 % der Bevölkerung abdeckte. Die Maison de l’Emploi (MDE) ist die wichtigste formelle Anlaufstelle für die Arbeitssuche. Sie untersteht dem für Arbeit und Jugend zuständigen Ministerium und unterstützt die Registrierung von Stellengesuchen, die Vermittlung, Beratung und den Einstieg in eine Beschäftigung. Die Politique Nationale de l’Emploi (PNE), die nationale Beschäftigungspolitik, erkennt ein Recht auf Arbeit und freie Berufswahl an und sieht zusätzliche Ausbildung für arbeitslose Menschen vor, die arbeiten können. Den verfügbaren Angaben zufolge müssen jedes Stellengesuch und jedes Stellenangebot bei der MDE registriert werden; eine Einstellung außerhalb dieses Verfahrens ist rechtswidrig. Die genauen Durchführungsregeln, Fristen, Unterlagen und MDE-Gebühren wurden nicht bestätigt. Für die Komoren sind weder eine landesweite beitragsfinanzierte Arbeitslosenversicherung noch eine allgemeine Geldleistung bei Arbeitslosigkeit belegt. Aus den verfügbaren Informationen gehen weder Leistungshöhe, Beitragszeit, Antragsfrist und Bezugsdauer noch Verlängerungsregel, wiederkehrende Meldepflicht, Sanktion wegen Arbeitssuche oder Rechtsmittelverfahren hervor. Die Caisse de Retraite des Comores (CRC) ist für Renten zuständig. Die Regelungen der CNPS oder CNSPS betreffen vor allem arbeitsbedingte Krankheiten, Arbeitsunfälle oder den Ausbau des Sozialschutzes und nicht ein nachgewiesenes Ersatzeinkommen bei Arbeitslosigkeit. Einige Alternativen erfüllen andere Aufgaben. Krisenreaktive und widerstandsfähige soziale Sicherungsnetze leisten Nothilfe an gefährdete Haushalte über ein Sozialregister. Im dokumentierten Programm wurden mehr als 19.000 Haushalte in 122 Dörfern erfasst. Zugang hängt von Bedürftigkeit und Projektkriterien ab, nicht allein von Arbeitslosigkeit. Ein früheres Projekt für soziale Sicherheitsnetze wählte arme Haushalte für Cash-for-Work aus und bot Berichten zufolge von 2016 bis 2018 jährlich etwa 60 Tage Arbeit zu 1.000 KMF pro Tag. Dieses Projekt war zeitlich begrenzt und begründete keinen fortlaufenden Rechtsanspruch. Unterstützung durch Familie, Dorf- und Gemeinschaftsnetzwerke, tontines, Vereine und Rücküberweisungen aus der Diaspora sind weiterhin praktische vorübergehende Hilfen, besonders bei informeller und landwirtschaftlicher Arbeit. Eine tontine ist eine gemeinschaftliche Sparform, bei der Mitglieder regelmäßig Beiträge leisten und nach vereinbarten Regeln Geld erhalten. Diese Regelungen können kurzfristig helfen, begründen aber keinen einklagbaren Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die MDE kann Arbeitssuchende außerdem mit dem Centre d’employabilité francophone innerhalb der MDE verbinden. Dieses Angebot umfasst Berufsberatung und Lernbegleitung, zusätzliche Qualifizierung, berufliche Zertifikate und eine Vorgründungsphase für mögliche Selbstständigkeit. Die PNE nennt außerdem arbeitsintensive öffentliche Arbeit, Selbstständigkeit, Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen sowie den Übergang von informeller zu formeller Arbeit. Diese Wege führen in Beschäftigung oder Weiterbildung und bilden kein eigenes Arbeitslosenversicherungssystem. Die dokumentierten Ergebnisse gelten für Ngazidja, Ndzuwani und Mwali; verlässliche Unterschiede auf niedrigerer Verwaltungsebene wurden nicht festgestellt.
Arbeitslosigkeit auf den Komoren
Arbeitslosigkeit auf den Komoren bedeutet, keine gewünschte bezahlte Arbeit zu haben und nach einem Weg zurück in Beschäftigung oder Einkommen zu suchen. Das Unterstützungssystem ist zersplittert: Die Maison de l’Emploi (MDE) bietet Registrierung, Stellenvermittlung und Beratung, doch eine allgemeine Arbeitslosengeldzahlung ist derzeit nicht belegt. Unterstützung durch Familie und Gemeinschaft, gezielte Geldleistungen und befristete Cash-for-Work-Programme können gefährdeten Haushalten helfen, besonders dort, wo informelle Arbeit überwiegt.
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