Christliche Gemeinschaften bilden die größte religiöse Präsenz in Madagaskar. Der FFKM vereint vier historische Kirchen: die römisch-katholische Kirche, FJKM, die madagassische lutherische Kirche und die madagassische Episkopalkirche. Weitere Gemeinschaften sind lokale evangelikale Kirchen, Siebenten-Tags-Adventisten, Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Muslime, Hindus und Juden. Der Islam ist überwiegend sunnitisch; es gibt kleinere schiitische Gemeinschaften, darunter eine Gruppe, die in Teilen der Nordwestküste und in Antananarivo auf etwa 300 Personen geschätzt wird. Muslimische Gemeinschaften sind besonders an Teilen der Nordwest- und Südostküste vertreten; christliche Gemeinschaften sind im Hochland und in vielen Küstengebieten stark präsent. Die verfügbaren Schätzungen zur Religion stammen nicht aus einer aktuellen amtlichen Volkszählung. Ein USDOS-/Pew-Modell für 2021 schätzte die Bevölkerung auf 85,3 % Christen, 3 % Muslime, 4,5 % Anhänger traditioneller madagassischer Glaubensvorstellungen und 6,9 % ohne Religionszugehörigkeit. Örtliche Schätzungen unterscheiden sich; gemischte Identitäten machen die Zahlen für einfache Additionen oder genaue regionale Hochrechnungen ungeeignet. Menschen können Gottesdienst oder Moscheebesuch mit Glaubensvorstellungen zu Vorfahren und traditionellen Praktiken verbinden. Fomba-gasy umfasst Vorstellungen zu Vorfahren, königlicher oder Ahnenverehrung und heiligen Orten. Ambohimanga bleibt ein heiliger Ort mit fortdauernder religiöser Nutzung. Zu den regionalen Praktiken gehören Famadihana im Hochland und Fitampoha, eine Zeremonie der Sakalava in Menabe, bei der königliche Reliquien gewaschen werden. Die Verfassung bezeichnet Madagaskar als säkularen Staat. Sie sieht staatliche Neutralität, die Trennung öffentlicher Institutionen von religiösen Organisationen, Gewissens- und Religionsfreiheit sowie Gleichheit ohne Diskriminierung aufgrund religiöser Überzeugungen vor. Der Schutz umfasst auch Beschäftigung, öffentliche Verwaltung, Streitkräfte, Gerichte, Polizei und Bildung. Religionsfreiheit kann zum Schutz der Rechte anderer, der öffentlichen Ordnung, der nationalen Würde oder der Staatssicherheit eingeschränkt werden. Nach dem Verfassungsrahmen ist religiöse Leitungsfunktion mit den höchsten staatlichen und Regierungsämtern unvereinbar. Eine Religionsgemeinschaft, die formellen Rechtsstatus anstrebt, registriert sich beim Innenministerium. Die Registrierung kann den Zugang zu Spenden und Vermächtnissen, Anträge auf Steuerbefreiung für Spenden einschließlich ausländischer Spenden sowie ein staatliches Verfahren zum Erwerb von Grundstücken oder Gebäuden unterstützen. Bis Mitte November 2023 waren etwa 400 Gruppen amtlich registriert; zwischen Januar und November 2023 wurden sechs neue Registrierungen verzeichnet. Fiangonana Protestanta Vaovao eto Madagasikara, Eglise Orthodoxe de Madagascar und Fiangonana Batista Biblika eto Madagasikara erhielten 2023 amtliche Anerkennung als Kirchen. Gebühren und übliche Bearbeitungszeit ließen sich anhand der geprüften Quellen nicht verlässlich feststellen. Der am 24. Juni 2026 eingebrachte Gesetzentwurf PPL 009-2026/PL betrifft die Regelung des Gottesdienstes, war zum Forschungszeitpunkt jedoch ein Gesetzesentwurf ohne bestätigte Verabschiedung. Öffentliche religiöse Veranstaltungen, einschließlich Gottesdiensten im Freien, benötigen eine Genehmigung. Informelle oder traditionelle Religionsausübung kann fortgesetzt werden, ohne einer staatlichen Anerkennung einer Organisation gleichzukommen. Öffentliche Schulen bieten keinen allgemeinen Religionsunterricht an; private konfessionelle Schulen folgen dem offiziellen Lehrplan und können eine Stunde Religionsunterricht pro Woche anbieten. Religionsschulen oder missionierende Einrichtungen bilden eine eigene Kategorie und benötigen eine Genehmigung. Katholische, protestantische, muslimische, lutherische, anglikanische und adventistische Netzwerke betreiben Privatschulen. Öffentliche Universitäten können Prüfungen samstags ansetzen, was für Studierende, die den Sabbat halten, zu Konflikten führen kann; eine allgemeine landesweite Regel zur Anpassung wurde in den verfügbaren Quellen nicht festgestellt. Das Hohe Verfassungsgericht entschied in seinem Beschluss 03-HCC/D2 vom 18. August 2023, dass das Singen der Nationalhymne beim Hissen der Flagge verfassungsgemäß ist. Der Ausschluss von Schülern, die außerhalb des Flaggenhissens oder staatsbürgerlicher Bildungsangebote nicht singen, kann jedoch religiöse Diskriminierung darstellen. Zu den bezahlten öffentlichen religiösen Feiertagen 2026 gehören Ostern, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Pfingstmontag, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen und Weihnachten. Eid al-Fitr und Eid al-Adha richten sich nach dem muslimischen Kalender und werden in Abstimmung mit der muslimischen Gemeinschaft bestimmt. Das Datum von Taombaovao Malagasy hängt von einer nationalen Abstimmung ab; das Ministerium für Kommunikation und Kultur bestimmt das Datum des nationalen Kulturtags. Feiertage sind im Allgemeinen arbeitsfrei und bezahlt, vorbehaltlich Ausnahmen für Tätigkeiten, die nicht unterbrochen werden können, und ministerieller Regelungen. Das Arbeitsgesetzbuch sieht mindestens 24 Stunden wöchentliche Ruhezeit vor, üblicherweise sonntags; religiöse Praxis kann durch Ruhe- oder Ausgleichsregelungen berücksichtigt werden. Der FFKM bietet einen etablierten Rahmen für den christlichen Dialog. Die muslimische Gemeinschaft wird zu den Eid-Terminen konsultiert, und staatliche Medien stellen etablierten Kirchen kostenlose Sendezeit zur Verfügung; während des Ramadan erhält auch die muslimische Gemeinschaft zusätzliche Möglichkeiten für Gebetsrufe. Die Beziehungen zwischen Religionsgemeinschaften sind im Allgemeinen gut. Spannungen gab es jedoch aufgrund antimuslimischer Stereotype, des Zugangs bestimmter muslimischer Gemeinschaften zu Dokumenten und Staatsangehörigkeitsdiensten, schulischer Konflikte mit Zeugen Jehovas, Auseinandersetzungen zwischen etablierten Kirchen und evangelikalen Gruppen sowie Kritik an Exorzismen an heiligen Orten in Ambohimanga. Religiöse Ereignisse im Lebensverlauf folgen keinem landesweit einheitlichen Verfahren. Geburt, Initiation, Heirat, Krankheit und Tod können eine Gemeinde, Moschee, Familie, traditionelle Autoritäten oder mehrere davon einbeziehen. Christliche Sakramente, muslimische Rituale und mit Vorfahren verbundene Bestattungs-, Famadihana- oder Fitampoha-Praktiken können getrennt oder gemeinsam stattfinden. Die staatliche Personenstandsregistrierung ist ein getrenntes Verfahren. Voraussetzungen, Zeitpunkt, Zeremonie und Kosten hängen von Religionsgemeinschaft, Familie, Ort und Tradition ab; ein einheitlicher landesweiter Tarif oder eine einheitliche Frist wurde in den verfügbaren Quellen nicht festgestellt.
Religion in Madagaskar
Die Religion in Madagaskar ist überwiegend christlich; daneben gibt es muslimische, traditionelle madagassische, hinduistische, jüdische und nichtreligiöse Gemeinschaften. Religiöse Identität verbindet oft christliche oder muslimische Praxis mit Glaubensvorstellungen zu Vorfahren und heiligen Orten. Madagaskar schützt die Religionsfreiheit, verlangt jedoch von religiösen Gruppen und bei manchen öffentlichen Veranstaltungen die Einhaltung von Registrierungs- oder Genehmigungsregeln.
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