Der Arbeitsmarkt in Mauretanien ist zersplittert. Rohstoffindustrien wie Eisenerz, Gold, Kupfer, Öl und Gas sind für das Wirtschaftswachstum zentral. Fischerei, Landwirtschaft, Viehwirtschaft und städtische Dienstleistungen bieten weitere Arbeit. Zu den städtischen Dienstleistungen gehören viele schlecht bezahlte informelle Tätigkeiten. Die meisten Beschäftigten sind selbstständig, und Frauen sind überproportional häufig in unbezahlter Familienarbeit tätig. Die Lohnbeschäftigung ist nur geringfügig gewachsen. Daher bleibt die Diversifizierung hin zu Landwirtschaft, Dienstleistungen, digitalen Tätigkeiten, kleinen und mittleren Unternehmen sowie einer grünen Wirtschaft eine erklärte Priorität. Nouakchott und Nouadhibou sind wichtige urbane Zentren sowie Dienstleistungs- und Bergbaustandorte. Ländliche Gebiete im Süden hängen stärker von Landwirtschaft und Viehwirtschaft ab. Beschäftigungsmöglichkeiten und Erwerbsbeteiligung unterscheiden sich erheblich zwischen den Wilayas und Bezirken. Ein lokales Beispiel nennt eine Erwerbsbeteiligung von etwa 72 % bei Männern in Tichit; in Gebieten mit weniger wirtschaftlichen Aktivitäten ist die Beteiligung niedriger. Es wurde keine vollständige landesweite Reihe für Unterregionen gefunden. Lokale Zahlen sollten daher nicht als vollständige Rangliste der Regionen behandelt werden. Verfügbare Statistiken müssen sorgfältig verglichen werden. Die jüngste eigenständige Haushaltserhebung ENESI stammt aus dem Jahr 2017; EPCV und der jüngste Referenzwert aus einer ILOSTAT-Haushaltserhebung stammen aus dem Jahr 2019. Nicht harmonisierte Momentaufnahmen des offiziellen Beschäftigungsportals nennen 5,34 Millionen Einwohner, 13,12 % Arbeitslosigkeit, 49,2 % Erwerbsbeteiligung im Alter von 14 bis 64 Jahren, 319.116 potenzielle Arbeitskräfte und 1,27 Millionen Erwerbstätige. Ein separates Dashboard nennt 1,38 Millionen Erwerbsaktive, 1,42 Millionen Nichterwerbstätige, eine Beschäftigungsquote von 36,2 % und 6,4 % dauerhaft Beschäftigte im Privatsektor. Diese Angaben beruhen auf unterschiedlichen Definitionen und lassen sich nicht zu einer aktuellen Statistikreihe zusammenführen. Indikatoren der Weltbank für 2022 nennen eine Erwerbsbeteiligung von 52,3 % bei Erwachsenen, darunter etwa 33 % bei Frauen, sowie 8 % Arbeitslosigkeit bei Erwachsenen, darunter 12,3 % bei Frauen und 5,8 % bei Männern. Berufliche und technische Ausbildung, Lehre sowie die nationale Beschäftigungsstrategie für 2019 bis 2030 sollen Qualifikationslücken schließen. Zu berichteten Projektergebnissen zählen mehr als 50.000 Teilnehmende an Trainings zu Lebenskompetenzen oder Beratungen, etwa 6.000 Menschen in technischer Ausbildung mit Bezug zu Praktika oder Lohnbeschäftigung und mehr als 18.000 Kleinstunternehmen, die mit sechs Monaten Beschäftigung verbunden waren. Das sind Projektergebnisse und keine allgemeine landesweite Vermittlungsquote. Die Direction Générale de l’Emploi im Ministerium für Jugendförderung, Beschäftigung, Sport und Bürgerdienst überwacht die Beschäftigungspolitik. Das Datenportal emploi.gov.mr, Techghil, jobs.mr und opendata.techghil unterstützen Stelleninformationen, Vermittlung oder berufliche Integration. TACHQHIL ist als Nachfolger von ANAPEJ im nationalen Arbeitsagenturweg bezeichnet. Öffentliche Auswahlverfahren werden auf recrutements.gov.mr veröffentlicht. Arbeitsvermittlungsdienste sind nach dem Arbeitsgesetzbuch kostenlos. Das frühere staatliche Vermittlungsmonopol wurde abgeschafft, und regulierte private Vermittlung ist möglich. Eine allgemeingültige Gebühr für private Vermittlung konnte nicht bestätigt werden. Das Pilotprojekt des Beschäftigungsobservatoriums umfasst vier Wilayas und 16 Gemeinden und bietet daher noch keine vollständige landesweite Abdeckung. Das Arbeitsgesetzbuch von 2004 in der durch die Gesetze von 2022 und 2024 geänderten Fassung regelt private formelle Arbeitsverhältnisse. Es umfasst Inspektion, Tarifverhandlungen und Mediation. Die übliche Höchstgrenze für nichtlandwirtschaftliche Arbeit liegt bei 40 Wochenstunden; für landwirtschaftliche Arbeit gilt eine separate Grenze von 2.400 Stunden im Jahr. Die wöchentliche Ruhezeit muss mindestens 24 Stunden betragen und fällt normalerweise auf Freitag. Für öffentlich Bedienstete gelten eigene Regelungen. In der Praxis genießen informell Beschäftigte weniger Schutz durch diese formellen Vorschriften. Der SMIG ist Mauretaniens gesetzlicher Mindestlohn. Gleicher Lohn ist im formellen Arbeitsverhältnis ein Grundsatz; informelle Einkommen sind jedoch nicht standardisiert und Frauen verdienen im Durchschnitt deutlich weniger. Als jüngster amtlicher Bezug zum SMIG wurde das auf den 23. April 2026 datierte Dekret 2026-064 identifiziert. Betrag und Inkrafttreten waren im abgerufenen amtlichen Text nicht maschinenlesbar. Stundenwerte von 25,962 MRU bei einer 40-Stunden-Woche und 24,612 MRU für landwirtschaftliche Arbeit stammen aus dem Jahr 2023 und sollten ohne Prüfung des neuesten Dekrets nicht als aktuelle Sätze verwendet werden. Ausländische Beschäftigte brauchen vor Arbeitsbeginn eine Arbeitserlaubnis. Das Onlineverfahren Rokhsa umfasst die Kategorien B und C und erfordert Unterlagen des Arbeitgebers. Ein Arbeitgeber mit mehr als acht ausländischen Beschäftigten braucht einen genehmigten Mauritanisierungsplan. Die Kategorien A1 und A2 unterscheiden Positionen mit hoher Verantwortung von seltenen Profilen. Als Ziel für die Entscheidung sind vier Wochen genannt. Liegt nach 30 Tagen keine Entscheidung vor, sollte der Gebietsdienst innerhalb weiterer 10 Tage tätig werden. Der Plan sieht für Positionen in Ausführung oder Betriebsleitung bis zu zwei Tage und für das höhere Management bis zu vier Tage vor. Der Ausbau von Bergbau und Energie kann Stellen schaffen. Wie viel davon die breitere Erwerbsbevölkerung aufnehmen kann, ist jedoch ungewiss. Daher bleiben Jugendliche, Frauen, informell Beschäftigte, Selbstständige, ländliche Gemeinschaften und Menschen mit geringen Qualifikationen für die Arbeitsmarktpolitik zentral.
Arbeitsmarkt in Mauretanien
Der mauretanische Arbeitsmarkt umfasst formelle Beschäftigung, nicht formelle Arbeit und eine große informelle Wirtschaft. Bergbau, Fischerei, Landwirtschaft, Viehwirtschaft und städtische Dienstleistungen prägen die Nachfrage; zugleich sind Selbstständigkeit und unbezahlte Familienarbeit weit verbreitet. Zugang zu Stellen, Bezahlung, Qualifikationen und Arbeitnehmerschutz unterscheiden sich stark nach Geschlecht, Region, Branche und Beschäftigungsstatus.
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