Die Union Election Commission (UEC) organisiert und beaufsichtigt Wahlen in Myanmar. Wahlunterkommissionen auf Ebene von Regionen, Bezirken, Townships, Stadtvierteln und Dorfgebieten erstellen Wählerlisten, Wahlvorbereitungen und Ergebnisunterlagen. Zum Rechtsrahmen gehören die Verfassung von 2008, die drei Wahlgesetze der Hluttaw, das UEC-Gesetz und das Gesetz zur Registrierung politischer Parteien. Das Unionsparlament Pyidaungsu Hluttaw hat zwei Kammern. Für die Pyithu Hluttaw gilt das Mehrheitswahlrecht: In einem Wahlkreis gewinnt die Kandidatin oder der Kandidat mit den meisten Stimmen. Für die Amyotha Hluttaw und die Regional- oder Staatlichen Hluttaws gilt ein gemischtes System aus Wahlkreissitzen und Parteilisten mit Verhältniswahl. Im Wahlmodell 2025/26 standen 330 Sitze der Pyithu Hluttaw, 84 Wahlkreissitze und 26 Listensitze der Amyotha Hluttaw, 322 Wahlkreissitze und 42 Listensitze der Regional- oder Staatlichen Hluttaws sowie 29 Wahlkreise für ethnische Angelegenheiten zur Wahl. Die Verfassung sieht außerdem bis zu 110 vom Tatmadaw ernannte Mitglieder in der Pyithu Hluttaw und 56 in der Amyotha Hluttaw vor. Das entspricht einem Militäranteil von 25 Prozent auf Unionsebene. Der Präsident wird nicht direkt von den Wählerinnen und Wählern gewählt. Drei Gruppen des Presidential Electoral College nominieren jeweils eine Vizepräsidentin oder einen Vizepräsidenten; das gemeinsame Parlament Pyidaungsu Hluttaw wählt eine dieser Personen zum Präsidenten. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Dieses Verfahren folgte auf die Parlamentswahl 2025/26. Am 3. April 2026 wurde Min Aung Hlaing zum Präsidenten gewählt; U Nyo Saw und Daw Nan Ni Ni Aye wurden zu den anderen Vizepräsidenten gewählt. Wahlberechtigte müssen in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein, die Staatsbürgerschaft Myanmars oder einen anderen gesetzlich anerkannten Wahlstatus haben und im zuständigen Wählerverzeichnis stehen. Das Gesetz schließt unter anderem Angehörige religiöser Orden, Gefangene, gerichtlich für geschäftsunfähig erklärte Personen und nicht rehabilitierte insolvente Personen aus. Für das Wahlverfahren 2025 waren praktisch außerdem ein nationaler Identitätsausweis und ein Eintrag im Wählerverzeichnis erforderlich. Bei drei Veröffentlichungs- und Prüfungsrunden konnten Wählerinnen und Wähler Namen, Identitätsdaten und Wahlkreis kontrollieren. Mit Form 3 konnte die Aufnahme ins Verzeichnis beantragt werden, mit Form 4 ein Eintrag angefochten oder die Streichung beantragt und mit Form 4-C konnten persönliche Daten berichtigt werden. Die Formulare waren bei der zuständigen Unterkommission kostenlos erhältlich. Wer sich außerhalb des registrierten Townships aufhielt, konnte in berechtigten Fällen Form 15 nutzen. Die Regelungen umfassten beispielsweise vorübergehend Vertriebene, Studierende, Auszubildende, Inhaftierte, Krankenhauspatienten, ältere oder schwer erkrankte Personen, Gebärende und bestimmte Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Eine Stimmabgabe aus dem Ausland erforderte staatliche Genehmigung und einen Nachweis für die Briefwahl im Voraus. Myanmar nutzte Botschaften, ständige Vertretungen und Konsulate für die Auslandswahl; 2025 war die Stimmabgabe an 50 Auslandsvertretungen möglich. Die Wahl 2025/26 fand in drei angekündigten Phasen statt: am 28. Dezember 2025 in 102 Townships, am 11. Januar 2026 in 100 Townships und am 25. Januar 2026 in 61 Townships. Die UEC meldete endgültige Abstimmungen in 263 von 330 Townships. Betroffen waren 263 Wahlkreise der Pyithu Hluttaw, 99 der Amyotha Hluttaw, 297 der Regional- oder Staatlichen Hluttaws und 29 Wahlkreise für ethnische Angelegenheiten. Die übrigen Gebiete wurden späteren Nachwahlen oder anderen Verfahren überlassen. Wahllokale öffneten üblicherweise ab 6:00 Uhr, vorbehaltlich lokaler Regelungen. Die Identität der Wähler wurde mit dem Verzeichnis abgeglichen; 2025 kamen an Wahllokalen Myanmar Electronic Voting Machines (MEVM) zum Einsatz. Die geheime Wahl war formell vorgeschrieben. Zugang zu Wahllokalen, Bewegungsfreiheit, Medien und Informationen hingen jedoch stark von den lokalen Sicherheitsbedingungen ab. Nach Schließung der Wahllokale zählten die Wahlvorstände die Stimmen und fassten Ergebnisse der Wahlmaschinen mit vorab abgegebenen Stimmen zusammen. Kandidaten- und Parteivertreter, Zeugen und die Öffentlichkeit konnten nach den geltenden Verfahren anwesend sein. Unterkommissionen und UEC veröffentlichten Ergebnisse, gültige Stimmen, Prozentsätze und gewählte Vertreter. Wahltribunale behandelten Einsprüche. Die UEC bezeichnete ihre Entscheidungen und Änderungen durch Tribunale nach ihrem Rahmen als endgültig und abschließend. Bei freien oder verschobenen Sitzen können Nachwahlen oder Ersatzverfahren folgen. Verfassung und UEC-Rahmen sehen außerdem ein Abberufungsverfahren vor, das auf einer Petition von mindestens 1 Prozent der ursprünglichen Wählerschaft beruht. Die UEC und die Regierung meldeten 24.22 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 13.14 Millionen abgegebene Stimmen und eine Wahlbeteiligung von über 54.22 Prozent in den 263 Townships, in denen gewählt wurde. Sie bezeichneten die Wahl als frei, fair und glaubwürdig. Berichte der UN und des OHCHR nannten bewaffnete Konflikte, den Ausschluss bedeutender Parteien und Kandidaten, Überwachung, Einschränkungen von Bewegungsfreiheit, Meinungsäußerung und Information sowie den Ausschluss Vertriebener und Minderheiten als Bedingungen, die Glaubwürdigkeit und Freiheit des Verfahrens beeinträchtigten. Die Vereinten Nationen unterstützten oder beobachteten die Wahl nicht. Der Independent Investigative Mechanism for Myanmar berichtete außerdem über strafrechtliche Sanktionen für wahlbezogene Kritik oder Behinderung, darunter mögliche Strafen von bis zu 20 Jahren oder die Todesstrafe. Myanmar verfügt daher über eine etablierte formelle Wahlstruktur; tatsächliche Beteiligung und Legitimität der Ergebnisse bleiben im Land jedoch uneinheitlich und umstritten.
Wahlen in Myanmar
Bei Wahlen in Myanmar werden Vertreter für Pyithu Hluttaw, Amyotha Hluttaw und die Regional- oder Staatlichen Hluttaws gewählt. Bei der allgemeinen Wahl 2025/26 galt für die Pyithu Hluttaw das Mehrheitswahlrecht; für die Amyotha Hluttaw und die Regional- oder Staatlichen Hluttaws galt ein gemischtes System aus Wahlkreissitzen und Parteilisten. Es bestehen formelle Wahlregeln, Wählerregistrierung und Auszählungsverfahren. Zugang und Bedingungen für eine glaubwürdige Wahl unterschieden sich jedoch stark im Land.
VivAVia kann Fehler machen. Überprüfe wichtige Informationen.

