Portugiesisch ist die Sprache der Gesetze, amtlichen Dokumente, Gerichte, Regierungskommunikation, Schulen, des Rundfunks und des Fernsehens. Bei der nationalen Volkszählung von 2012, die 2013 veröffentlicht wurde, gaben 98,4 % der Bevölkerung Portugiesisch an. Die lokale Varietät wird gemeinhin Português santomense genannt; eine eigene lokale Institution, die für ihre Standardisierung zuständig wäre, ist jedoch nicht dokumentiert. Forro, auch Sãotomense oder Santomense genannt, ist die am weitesten verbreitete lokale Sprache, insbesondere auf São Tomé. Angolar, auch als Ngola oder n’golá bekannt, ist besonders mit Angolar-Gemeinschaften und Teilen der Küstenbezirke Caué und Lembá verbunden. Lunguié, auch Lung’ie oder Principense geschrieben, ist eng mit Príncipe verbunden. Cabo-verdiano oder Kabuverdianu, Französisch, Englisch und weitere Sprachen werden ebenfalls von Teilen der Bevölkerung verwendet. Bei den Sprachangaben der Volkszählung konnten mehrere Sprachen genannt werden; deshalb ergeben die Prozentwerte zusammen nicht 100 %. Für den formellen Umgang mit dem Staat, der Assembleia Nacional, der Regierung, Gerichten, Bezirksräten sowie der Regionalregierung und -versammlung von Príncipe ist normalerweise Portugiesisch erforderlich. Ein allgemeines gesetzliches Recht auf amtliche Dokumente oder Dolmetschleistungen in einer lokalen Sprache ist nicht dokumentiert; besondere Verwaltungsgebühren oder Fristen für bestimmte Sprachen sind ebenfalls nicht festgelegt. Lokale Sprachen ermöglichen daher den praktischen Zugang in Familien, Dörfern und Inselgemeinschaften, haben aber keinen dokumentierten koamtlichen Status. Das Bildungsministerium, das Ministério da Educação e Ensino Superior (MEES), verwendet Portugiesisch als Unterrichts- und Lehrplansprache in der Grund- und Sekundarbildung. Ein landesweiter zweisprachiger Bildungsweg in lokalen Sprachen ist nicht dokumentiert. Zu den Materialien des MEES gehören Forschungs- und Lehrressourcen zu Forro, Angolar und Lung’ie, darunter Arbeiten an gemeinsamen Schreibkonventionen. Für die Língua Gestual de São Tomé e Príncipe gibt es ein Handbuch und ein Wörterbuch; ihr rechtlicher Status und die allgemeinen Zugangsregelungen sind jedoch unklar. Portugiesisch überwiegt bei staatlichen Informationen und in formellen Medien. Lokale Kreolsprachen kommen hauptsächlich in mündlichen, kulturellen und gemeinschaftsbasierten Medien vor, nicht in einem dokumentierten Mediensystem mit gleichberechtigtem Sprachzugang. Forro, Angolar und Lunguié bleiben für mündliche Überlieferung, volkstümliche Dichtung, Mythen, Musik und Theater bedeutsam. Ihr Erhalt erfolgt vor allem informell oder außerhalb formaler Strukturen; eine zentrale Institution zum Schutz der Sprachen ist nicht dokumentiert. Portugiesisch bietet den breitesten Zugang zu schriftlichen Informationen, dem Schulsystem und der formellen politischen Teilhabe. Lokale Sprachen bleiben besonders für alltägliche Begegnungen, kulturelle Identität und das Gemeinschaftsleben wichtig.
Sprache in São Tomé und Príncipe
Portugiesisch ist die offizielle Staats- und Verwaltungssprache von São Tomé und Príncipe. Forro, Angolar und Lunguié sind wichtige lokale Kreolsprachen, die vor allem im Alltag, in der Kultur und im gemeinschaftlichen Leben verwendet werden. Portugiesisch dominiert den Unterricht, die schriftliche Kommunikation, öffentliche Einrichtungen und die formelle Teilhabe; Mehrsprachigkeit ist zugleich weit verbreitet.
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